Übach-Palenberg: Seniorennachmittag: Ein Fest für die Sinne und die Lachmuskeln

Übach-Palenberg: Seniorennachmittag: Ein Fest für die Sinne und die Lachmuskeln

Es war richtig was los beim zweiten Shownachmittag für Senioren: Im gut gefüllten Halbrund des Pädagogischen Zentrums hatten sich rund 500 erwartungsfreudige Besucher versammelt, und Martina Waliczek vom Kulturbüro der Stadt konnte ihr glückliches Händchen bei der Auswahl der Programmnummern unter Beweis stellen, während die gesamte Organisation in Händen der Verwaltungsmitarbeiterin Jutta Gündling lag.

Gut gelaunt betrat zunächst Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch die Bühne, begrüßte die Gäste, dankte allen, die an den Vorbereitungen zu diesem Event beteiligt gewesen waren und übergab das Mikrofon an Silvia Börger, einer aus dem heimischen Karneval bekannten Moderatorin.

Sie kündigte eine Sängerin an, die vom ersten Ton an die Zuhörer mit deutschen Schlagern mitriss — Alexandra Seebald. Ob „Schöner, fremder Mann“, „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ oder „Ich will nen Cowboy als Mann“ — die Leute sangen und klatschten lautstark mit, und ein Gast mit Cowboy-Hut wagte sich gar aufs Podium und „ritt“ im Takt der Melodie unter anfeuernden Rufen des Publikums hin und her.

Nachdem nun die Losfee in Gestalt der Verwaltungs-Auszubildenden Bianca Pilot Gutscheine für Restaurantbesuche und verschiedene Veranstaltungen gezogen und Wolfgang Jungnitsch sie den strahlenden Gewinnern im Publikum überreicht hatte, ging es mit einem Augenschmaus weiter: Der Tanzsport-Club Schwarz-Gelb Aachen präsentierte sein Können — zunächst mit dem Tanzpaar Mareike und Marcel.

Sie tanzen in der B-Klasse und wirbelten in kessem Outfit mit Leopardenmuster zu Samba, Cha Cha Cha, Rumba, Paso Doble und Jive über die Bühne, dass es eine helle Freude war. Alexandra und Roman, die bereits in der A-Klasse tanzen, stürmten ebenfalls ins Rampenlicht und versprühten temperamentvoll und quirlig in glitzernd-frechem Fransendress pure Lebensfreude bis in die hintersten Reihen. Ein Riesenapplaus war beiden Paaren sicher.

„So rasante Tänze — da würde es bei mir schon knacken!“, kommentierte die Moderatorin lachend und kündigte den nächsten Künstler an: Lutz Kniep. Der als Musikpädagoge tätige, studierte Solotrompeter, der auch auf dem ZDF-Traumschiff auftritt, verstand es, elegant gekleidet mit „Amazing Grace“ und virtuosem Spiel die Gäste zu berühren, ehe es lebhaft weiterging: „Wer soll das bezahlen?“ und „Wir kommen alle in den Himmel“ animierten die Zuhörer dermaßen zum Schunkeln und Mitsingen, dass sie einem wogenden Meer glichen. Kräftiges, rhythmisches Klatschen war beim unglaublich schnellen „Trompeten-Echo“ verlangt, und durch den Saal schallten spontane Jauchzer wie beim Musikantenstadl.

Nach tosendem Applaus gehörte die Bühne Philipp Dammer aus Bochum. Seit 24 Jahren hauptberuflich als Jongleur tätig, faszinierte er das Publikum mit akrobatischen Kunststücken, garniert mit witzigen Kommentaren. Mit mehreren Keulen in der Hand versprach er: „Jetzt kommt der Helikopter-Trick — in der Türkei nenne ich ihn Hülüküpter! Für Euch hier vorne wird’s ein bisschen gefährlich — aber keine Angst, die Keulen gehen nicht kaputt.“ Blitzschnell drehte er sie auf dem Kopf, schwang sich auf ein Einrad und bat um Feuer — „oder muss ich warten, bis der Blitz einschlägt?“ Er zündete die Keulen an, drehte sie in rasantem Tempo und löschte sie unter großer Rauchentwicklung. „Das ist nicht gefährlich — ich hab mir die Abgaswerte von VW bestätigen lassen!“

Im Publikum blieb vor Lachen kein Auge trocken, und nach stürmischem Beifall sprintete der Wegberger Kabarettist und Jurist Christian Pape mit seinem Begleiter „Dr.“ Stefan Bimmermann samt Keyboard ins Scheinwerferlicht und gab den Zuschauern einen Vorgeschmack auf sein neues Stück „Das riecht nach Heimat“: „Früher gab es bei uns drei Fernsehprogramme: Erstes, Zweites und Schnee! Wenn wir umschalten wollten, mussten wir noch aufstehen — und ich als Vorläufer der Fernbedienung dachte schon, ich heiße mit Nachnamen ‚Schalt mal um‘ und mit Vornamen ‚Mach lauter‘!“ Unterstützt von vielen Musikeinlagen brannte Pape nonstop ein Feuerwerk der guten Laune ab. „Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass die Leute beim Friseur immer drei Haarschnitte wollen: ‚Nur die Spitzen‘, ‚Ruhig was kürzer‘, oder — der beliebteste — ‚Wie immer‘!“ Lachsalven erschütterten den Saal, die Senioren amüsierten sich köstlich und bedankten sich mit üppigem Schlussbeifall.

„Super — einfach super war der Nachmittag“, freute sich Renate Comanns aus Palenberg, und dies war mit Sicherheit die Meinung der allermeisten Gäste der mehr als dreistündigen Veranstaltung.

(rk)