Senioren-Aktivitäten in Gangelt sehr beliebt

Von Wanderung bis Computerkurs : Senioren-Aktivitäten in Gangelt sehr beliebt

Das Rodebachtal rund um Gangelt hat zu allen Jahreszeiten seinen Reiz. Englisch kann man in der heutigen Zeit immer wieder mal brauchen, und wer kommt heute schon ohne Kenntnisse am Computer aus?

Seit 2016 gibt es ein neues Konzept für Senioren-Aktivitäten auf Ehrenamtsbasis für die Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht.

In lockerer Form werden da beispielsweise Spaziergänge – man spricht absichtlich nicht von kräfteraubenden Wanderungen – im Rodebachtal angeboten.

Solche Aktivitäten sind Monika Tholen, der Gangelter Stadtführerin, immer eine Herzensangelegenheit. Und da sie ja nicht alles machen kann, sprach sie vor einiger Zeit Ute Walder aus Vinteln an, ob sie denn nicht die Spaziergänge für Senioren übernehmen könne.

Ute Walder war eh häufig in der landschaftlich reizvollen Grenzregion unterwegs und kümmert sich seit dem um diese Gruppe. Auch ihr war aufgefallen, dass das Angebot für Senioren in der Region ehr dürftig ist. Fast täglich ist sie vormittags ab dem Treffpunkt Infocenter am Kahnweiher unterwegs und kann auf einen Stamm von zehn bis zwölf Teilnehmern blicken.

Wie in der heutigen Zeit üblich, wurde eine Whatsapp-Gruppe gegründet. So ist man untereinander vernetzt; Besonderheiten oder Absagen sind schnell ausgetauscht. Gegangen wird bei fast jedem Wetter. „Nur wenn es donnert und blitzt, fällt unsere Runde aus!“ Regen alleine reicht nicht für eine Absage. „Dann gehen wir eben einige Runde um den von Bäumen gesäumten Kahnweiher – so kriegen wir auch 60 bis 90 Minuten zusammen.“

Davon hat jeder der vielen Hundert Fischer-Schüler in der Gangelter Realschule geträumt: „Die Teilnehmer bestimmen, wann sie mich leid sind und wann sie keine Lust mehr haben!“

So locker geht der pensionierte Pädagoge Peter Fischer (Englisch und Geschichte) den Unterricht an und versucht, immer einen guten Mittelweg für die unterschiedlichen Leistungsstufen seiner zwölf Schüler unterschiedlicher Altersklassen zu finden. Nach einer Vorbesprechung vor der ersten Stunde füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus; die Auswertung war Grundlage für die Zusammenstellung des Unterrichts. Natürlich kommt die ungeliebte Grammatik darin vor, Texte werden geschrieben und gelesen.

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem freien Sprechen. Ab und zu gibt es einen von Peter Fischer verfassten Text, dem das Ende fehlt. Den sollen sich dann die Kursteilnehmer selber ausdenken – natürlich in englischer Sprache. „Da geht es lustig zu, und wir haben oft Spaß miteinander“, freut sich Peter Fischer über das Miteinander in seiner Gruppe.

Das Miteinander, das gemeinsame Tun und immer auch eine Form der Geselligkeit sind der Grundgedanke des gesamten Angebotes. „Abgeguckt“ hatte sich Monika Tholen diese Form der Senioren-Aktivitäten beim Kümmerer-Netzwerk in Selfkant. Davon übrig geblieben ist ein Senioren-Computerkurs, der sich allergrößter Beliebtheit erfreut und für den es eine Warteliste gibt. Der PC-Kurs im Selfkant ebenso wie der Englisch-Unterricht in Gangelt finden in den Rathäusern statt.

Ein Indiz dafür, dass beide Bürgermeister, Bernhard Tholen in Gangelt und Herbert Corsten im Selfkant, hinter den Aktionen stehen. Wie man aus dem inneren Zirkel der Englisch-Auffrischer hört, ist Monika Tholen hier mit sehr viel Eifer bei der Sache. Ob es da vielleicht bald Nachtwächterführungen für unsere Englisch sprechen Mitbürger gibt?

Spaziergänger können sich bei Ute Walder unter 02454/2254 melden. „Das Planungsteam freut sich auf Anmeldungen, denn wir wollen mit neuen Ideen am Ball bleiben“, lädt Monika Tholen 02454/969505 zu Kontakten ein.

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