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Schuss fällt nach Streit um ein Mädchen

Schuss fällt nach Streit um ein Mädchen

Aachen/Baesweiler/Übach-Palenberg. Wegen versuchten Mordes und Beihilfe dazu müssen sich seit Mittwoch zwei Freunde vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen verantworten.

Im Januar soll der 25-jährige Industriemechaniker im Beisein seines Mitangeklagten 28-jährigen Kumpels einen Bekannten aus Übach-Palenberg in Heimtücke niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt haben. Bei der Tat wurden unter anderem ein Lungenflügel, das Zwerchfell und die Milz des Opfers getroffen. Der Mann hatte sich noch selbst vom Tatort entfernen und Hilfe herbeirufen können, musste dann aber notoperiert werden.

Beide Männer auf der Anklagebank sind geständig. Bei dem Schützen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er aufgrund einer psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig war. Nach seiner Festnahme wurde der Mann in der Landesklinik Bedburg-Hau untergebracht, wo er zehn Monate blieb.

Sein Mitangeklagter kam bereits am 17. März wieder auf freien Fuß. Dieser erklärte vor Gericht, am Tattag selbst vom Hauptangeklagten mit der Pistole bedroht worden zu sein. Er habe sich bemüht, den Streit zwischen Täter und Opfer zu schlichten. Generell habe er aber nicht geahnt, dass der Zoff mit einem Schuss und einer lebensgefährlichen Verletzung enden könne.

Der Hauptangeklagte schilderte den Tathergang so: Nach einem Streit mit dem späteren Opfer um ein Mädchen habe er sich in Kerkrade bei seinem Drogendealer eine Pistole besorgt. „Ich fühlte mich von ihm verfolgt. Da bin ich total jeck geworden”, sagte der Mann über das Opfer. Mit dieser Waffe habe er nach einem Probeschuss im Feld am Tattag erst zwei Bekannte in Baesweiler bedroht, sich später aber mit diesen arrangiert.

Anschließend sei er zum Nebenkläger nach Übach-Palenberg gefahren. Mit dem Mann habe er ja noch die Rechnung wegen des Mädchens offen gehabt. Der sei in den Wagen eingestiegen, wo es zu einem heftigen Streit gekommen sei. Als beide Streithähne wieder ausgestiegen waren, habe das spätere Opfer - von dem bekannt gewesen sei, dass es immer mit einem langen Messer herumlaufe - hinter sich gegriffen.

Da habe der Hauptangeklagte seine Pistole gezückt und geschossen. „Das waren nur Bruchteile von Sekunden. Ich wollte ihn nicht lebensgefährlich verletzen”, so der Schütze vor Gericht. „Ich wusste erst auch nicht, ob ich ihn überhaupt getroffen haben. Ich dachte, es wäre höchstens ein Streifschuss. Sonst hätte ich auch einen Krankenwagen gerufen.”

Der Prozess ist auf fünf Verhandlungstage terminiert.