Schulen in Geilenkirchen: In den Ferien rücken die Handwerker an

Baumaßnahmen an den Schulen : In den Ferien rücken die Handwerker an

Während Schüler und Lehrer derzeit die Sommerferien genießen, haben viele fleißige Handwerker in den Geilenkirchener Schulen mächtig was zu tun.

: Die energetische Sanierung der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule mit der Einrichtung einer neuen Lehrküche hat begonnen, zwei Klassenräume der Städtischen Realschule werden für die Einrichtung einer neuen, hochmodernen Lehrküche vorbereitet, Brandschutzmaßnahmen werden in der Katholischen Grundschule Geilenkirchen und in der KGS Immendorf umgesetzt, und für die Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen werden die anstehenden Brandschutzmaßnahmen geplant.

In der Turnhalle der Katholischen Grundschule Würm wird die Beleuchtung auf LED umgestellt, in der Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule Geilenkirchen wird die Sicherheitsbeleuchtung erneuert, und der Bau einer Turnhalle nebst Klassenraum an der GGS Gillrath wird im Geilenkirchener Rathaus vorbereitet.

Was der Stadt Geilenkirchen wie vielen anderen Kommunen auch zugute kommt, ist das Programm „Gute Schule 2020“, mit dem das Land Nordrhein-Westfalen die Schulinfrastruktur stärken will. Knapp  2,2 Millionen Euro stellt das Land der Stadt in einem Zeitraum von vier Jahren zur Verfügung. Exakt 537.027 Euro fließen in den Jahren 2017 bis 2020 nach Geilenkirchen.

Die Bauarbeiten in der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule haben in den Ferien begonnen. Dieser Teil wird kernsaniert. Foto: zva/Udo Stüßer

Im Jahre 2017  beschloss der Stadtrat nach einem Vorschlag der Verwaltung, 90 Prozent für die bauliche Sanierung der Schulen zu nutzen und zehn Prozent für Digitalisierungsmaßnahmen. Geilenkirchens Beigeordneter Herbert Brunen ist optimistisch, dass der Geldhahn künftig nicht zugedreht wird: „Auch der Bund will Gelder für die Digitalisierung bereitstellen. Eine Milliarde Euro sind für Nordrhein-Westfalen vorgesehen. Wie viel die einzelnen Kommunen erhalten, steht noch nicht fest.“

350.000 Euro sind für die Erneuerung der Lehrküche an der Realschule eingeplant. Die alte Küche, so Brunen, war etwa 40 Jahre alt und entsprach nicht mehr dem heutigen Standard. Im Nebengebäude der Realschule werden derzeit zwei ehemalige Klassenräume auf den Einbau vorbereitet und mit Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen und Lüftungen versehen.

Gort Houben (links) und Herber Brunen freuen sich über Gelder aus dem Projekt „Gute Schule 2020“. Unser Bild zeigt sie an der Realschule. Foto: ZVA/Udo Stüßer

„Von den vier Küchenzeilen, die hier für den Hauswirtschaftsunterricht eingerichtet werden, ist eine barrierefrei“, sagt Gort Houben, Leiter des Amtes Stadtbetrieb und Wirtschaftsförderung. Materialien, Farben, Beleuchtung und Braille-Schrift sorgen dafür, dass sich auch Menschen mit einer starken Sehbehinderung oder gar Blinde zurecht finden. Brunen und Houben rechnen damit, dass die Küche im Herbst fertig ist.

Auch die Lehrküche der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule ist dringend sanierungsbedürftig. Eine neue, grundsanierte Lehrküche in einen baulich und energetisch veralteten Gebäudeteil einzubauen, machte aus Sicht von Rat und Verwaltung keinen Sinn. Denn dieser aus den 1970er-Jahren stammende Gebäudekomplex wurde in den vergangenen 40 Jahren nicht saniert. Dieser Gebäudeteil, ursprünglich als Hauptschule genutzt, wurde 1995 mit der Einrichtung der Gesamtschule 1995 erstmals erweitert. Die letzte Erweiterung erfolgte im Jahre 2010.  In einem ersten Bauabschnitt wird derzeit der älteste Gebäudeteil, in dem die Hauswirtschaft und Werkräume, die zentrale Toilettenanlage und die Aula untergebracht sind, komplett saniert.

1,5 Millionen Euro hatten Rat und Verwaltung dafür eingeplant. Für einen zweiten Bauabschnitt wurden rund 1,9 Millionen Euro eingeplant. Bei diesen Maßnahmen handelt es sich nicht um Schönheitsreparaturen. „Das Gebäude wird auf den Rohbau zurückgeführt. Ein komplett neuer Innenausbau, neue Verkabelung, neue Entwässerung und Heizung sind geplant. Auch die Fassaden und das Dach werden grundsaniert“, sagt Gort Houben. „Nicht nur die Lehrküche, auch die Technikräume für den Werkunterricht werden behindertengerecht“, fügt Brunen hinzu.

„Leichtes Herzrasen“

In diesem Nebentrakt der Realschule werden zwei Klassenräume saniert: Hier soll eine moderne Lehrküche installiert werden. Foto: ZVA/Udo Stüßer

In den Sommerferien fiel der Startschuss für die Baumaßnahme, Brunen und Houben rechnen mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts Ende nächsten Jahres.  Doch, ob sich der Zeitplan einhalten lässt, ist fraglich: „Der Bausektor boomt, für Bauherren ist es oft nicht ganz einfach. Es ist schwierig, einen Zeitplan einzuhalten“, sagt Brunen und Houben ergänzt: „Eine strickte und durchdachte Planung und Bauüberwachung sind erforderlich.“ Die beiden für die Sanierungsarbeiten Verantwortlichen haben einen Zeitplan erstellt und alle erforderlichen Unternehmen zusammen. Fällt allerdings eines der Gewerke aus, wäre eine erneute Ausschreibung erforderlich, die nachfolgenden Handwerker müssten ebenfalls ihre Arbeiten verschieben, wenn es die Auftragslage überhaupt zulässt. „So etwas führt dann natürlich zu leichtem Herzrasen“, meint Gort Houben.

Was den Verantwortlichen in allen Kommunen Kopfschmerzen bereitet, sind die ständig steigenden Baupreise. „Für die energetische Sanierung des Gesamtschulgebäudes sind aufgrund der steigenden Baupreise und notwendigen weiteren Maßnahmen durch den kürzlich beschlossenen Nachtragshaushalt in diesem Jahr zusätzlich rund 1,6 Millionen Euro bereitgestellt worden“, erläutert Beigeordneter Brunen. Läuft alles nach Plan, ist der erste Bauabschnitt Ende nächsten Jahres fertig. Dann soll gleich ein zweiter Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Ein dritter Bauabschnitt ist in der mittel- bis langfristigen Planung vorgesehen.

„Man muss aber auch die Kapazitäten im Rathaus bedenken. Wir haben drei Ingenieurstellen. Wir müssen auch immer den städtischen Haushalt im Blick haben. Und man muss sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, die Arbeiten dann fortzuführen, wenn die Baupreise auf hohem Niveau sind“, sagt Brunen und stellt fest: „Wir würden gerne schneller machen. Durch den Bauboom und durch gesetzliche Vorgaben wird es immer aufwendiger zu bauen und zu planen.“

Parallel zu diesen großen Projekten in Real- und Gesamtschule werden Brandschutzmaßnahmen in der KGS Geilenkirchen und in der KGS Immendorf umgesetzt, im nächsten Jahr ist die GGS Geilenkirchen als letzte Schule im Stadtgebiet an der Reihe: Dann, so Brunen und Houben, seien alle Grundschulen auf einem aktuellen Stand, die Alarmierung in allen Klassenräumen gut hörbar, notwendige Brandschutztüren eingebaut und die Fluchtwege optimiert.