Geilenkirchen: Schüleraustausch: Viele Interessen zwischen Honig und Tanz

Geilenkirchen: Schüleraustausch: Viele Interessen zwischen Honig und Tanz

Aus einer Vielzahl von Schüleraustauschen haben sich schon etliche nachhaltige Freundschaften über Landesgrenzen hinweg entwickelt. Besonders der deutsch-französischen Freundschaft wird eine große Bedeutung beigemessen.

Auch in Geilenkirchen, wenn im nächsten Jahr 50-jähriges Partnerschaftsjubiläum mit dem bretonischen Quimperlé gefeiert wird. Das Bischöfliche Gymnasium St. Ursula fördert mit zahlreichen eigenen Maßnahmen und Projekten sehr intensiv den Austausch zwischen deutschen und französischen Schülern. Erst vor wenigen Monaten war eine Klasse der Partnerschule, dem Collège Saint-Joseph aus Voiron in den französischen Alpen, zu Gast.

Berlin und Schwarzwald bekannt

Aber auch im Verborgenen und ohne großes Aufsehen finden gegenseitige Begegnungen statt. So nehmen derzeit Delphine Proux (15) aus Paris und Marion Hallé (16) aus Grenoble bis zu den Sommerferien am Unterricht des Gymnasiums teil. Beide sind über das französische Austauschprogramm „Brigitte Souzay“ vermittelt worden.

Delphine und Marion sind eigentlich den Großstadttrubel gewohnt, und nun lernen sie im äußersten Westen Deutschlands das für sie recht beschauliche Land­leben kennen. Daran haben sie sich zwischenzeitlich gewöhnt, denn ihre Kontaktschülerinnen aus der 9 d und 9 e haben den Französinnen bei der Umstellung geholfen.

Marion Hallé hat bei Maren Lowis in Tüddern ein vorübergehendes Zuhause gefunden, und Delphine Proux hat sich mit der ordentlich dampfenden Selfkantbahn angefreundet, denn sie wohnt bei Nele Rademacher in Schierwaldenrath.

Marion ist nicht zum ersten Mal in Deutschland, und Delphine hat bereits einen Austausch in Berlin absolviert und einen Urlaub im Schwarzwald erlebt. „Wir wollen die Sprache intensivieren und Land und Leute kennenlernen“, sagen die beiden jungen Damen. Schon bei den Schulen in beiden Ländern gibt es Unterschiede, die den Französinnen aufgefallen sind. „Der Unterrichtstag in Deutschland ist kürzer als in Frankreich“, hat Marion festgestellt. „In Frankreich haben wir keinen Musik-, Politik- und Religionsunterricht“, nennt Delphine ein weiteres Kriterium.

Jeden Morgen fährt das Duo mit ihren deutschen Freundinnen per Bus nach Geilenkirchen. Rund drei Wochen nach der Ankunft finden sich die Französinnen auch ohne ihre Gastfamilien ganz gut zurecht. Marion und Maren joggen in ihrer Freizeit oder fahren zum Schwimmbad nach Sittard. Alle vier Schülerinnen haben gemeinsam den Öcher Bend besucht und auch schon einen Tagestrip nach Köln und ins Phantasialand unternommen. Der Tierpark Gangelt, Kahnweiher und Eisdielen waren ebenfalls Ziel des Quartetts.

Eisfans sind alle vier, aber Delphine hat noch einen ganz besonderen Geschmack: „Ich liebe Honig“, gesteht sie, und Nele ergänzt lachend: „Sie isst jeden Morgen nur Honig zum Frühstück.“ Kein Wunder, dass Delphine auch „Biene Maja“ liebt und folglich alle Filme ihrer „Kultfigur“ gesehen hat — und zwar in deutscher Sprache.

Die Hobbys der jungen Damen fördern viele Unterschiede zu Tage. Musik, Gesang und Twirling sind ihre Hobbys, während Marion gerne tanzt, zeichnet, Ski fährt oder mit dem Boot segelt. Nele hält es mehr mit Ballett und Fußball, Maren mit Klavier und Wettkampfschwimmen. Wenn die beiden Französinnen im Juli zurückfahren, werden sie viele Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Und direkt nach den deutschen Sommerferien sehen sie auch ihre beiden Freundinnen wieder. Nele Rademacher fährt Anfang September für zwei Monate nach Paris zu Delphine, und in Grenoble wird die Familie von Marion Proux Gastgeber von Maren Lowis sein.

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