Geilenkirchen: Schüler machen aus einem Film ein Hörspiel

Geilenkirchen: Schüler machen aus einem Film ein Hörspiel

Bei acht Schülern und einer Schülerin der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen „funkt” es gewaltig. Allerdings nicht im übertragenen Sinne des Wortes, sondern aufgrund eines Projektes mit dem Titel „Tatfunk”.

Ein Jahr lang haben die Jugendlichen am gleichnamigen bundesweiten Projekt der Eberhard-von-Kühnheim-Stiftung der BMW AG teilgenommen, mit der Vorgabe, innerhalb dieses Zeitrahmens eine sendefähige Radiosendung zu erstellen. Aus Nordrhein-Westfalen nahmen drei Schulen die Herausforderung an, wobei die Geilenkirchener Gesamtschule diese als Projekt für die Jahrgangsstufen 8 bis 12 außerhalb des Unterrichts durchführte.

Alle anderen bundesweit agierenden Schulen ließen „Tatfunk” als Unterricht begleitenden Kurs laufen. Unter der Leitung von „The Brain - Uwe Böken” -Êso die Schüler, machten sich die neun Teilnehmer erstmals im August 2009 Gedanken über die Gestaltung des Projekts. „Wir mussten das Thema Film ins Radio bringen”, erläutert Clemens Treuling (Klasse 12). „Und das ist richtig schwer”, wirft Lehrer Uwe Böken ein. „Einen Film guckt man normalerweise, wir hatten ihn als Hörspiel fürs Radio verständlich rüberzubringen”, erzählt Annabelle Weiler (Klasse 8), das einzige Mädel unter den acht Jungs.

Mehr als zwei Dutzend Treffen außerhalb der Schulzeit, auch an Samstagen ließen das Hörspiel Gestalt annehmen. Auch zu Hause recherchierten die Schüler, unter anderem im Internet. Wie ein Profi machte sich Marius Houben (Klasse 12) an die Sache ran, er informierte sich sogar vor Ort an der Filmhochschule in München. Fabian Horn (Klasse 12) ist der technisch versierte unter den Hörspielautoren, er kniete sich richtig in die Schnitttechnik rein.

50-minütige Dauer

An der gesamten „Produktion” hatten auch Lenard Baron (Klasse 9), Erik Haan (Klasse 12), Christian Heinrichs (Klasse 11), Jens Kathrein (Klasse 12) und Leon Simons (Klasse 9) maßgeblichen Anteil. Annabelle Weiler und Leon Simons übernahmen die Sprech-Hauptrollen für das 50-minütige Hörspiel.

Die Story in Kürze: Zwei Kids wollen ins Kino, doch der Filmpalast hat geschlossen. Der Kinobesitzer ist aber vor Ort und führt die beiden Kinder durch das Kino. Dabei lernen sie all das kennen, was sich in einem Kino so abspielt. Ihren Besuch im Kino setzten die neun Gesamtschüler in Sprechszenen um, allerdings galt es zusätzlich, noch Hintergrundgeräusche einzufügen. „Das Projekt war sehr aufwändig, es nahm mehr als 200 Stunden in Anspruch”, weiß Böken. Und die Jugendlichen erinnern sich noch an manche kuriose Begebenheiten, zum Beispiel an die zahlreichen Versprecher beim Einspielen.

Mediencoach engagiert

Der Landschaftsverband Rheinland stellte für das Projekt finanzielle Mittel zur Verfügung, für die unter anderem ein Mediencoach engagiert wurde. Die gute Frau reiste fünfmal aus Düsseldorf an und unternahm Sprechübungen mit den „Darstellern”.

Nach einem Zwischenbericht über die laufende Arbeit wird derzeit der Endbericht gefertigt und das 50-minütige Hörspiel auf CD gebrannt. Das Werk wird in wenigen Tagen zum LVR nach Düsseldorf geschickt, und hierhin sollen die drei teilnehmenden NRW-Schulen noch vor den Ferien eingeladen werden. Die Ergebnisse des „radiotechnischen” Schaffens landen in Kürze bei der Eberhard-von-Kühnheim-Stiftung, und hier werden dann von einer Jury die Besten der Besten ausgewählt. Die drei Deutschland-Sieger werden nach München eingeladen und haben die Gelegenheit, Bayerns Landeshauptstadt zu erkunden.