Geilenkirchen: Schmitz und Goertz erreichen die Stichwahl

Geilenkirchen: Schmitz und Goertz erreichen die Stichwahl

Waurichen war der erste ausgezählte Stimmbezirk, und als die Ergebnisse im Geilenkirchener Rathaus an die Wand projiziert wurden, mussten viele der Anwesenden tief Luft holen. 48,92 Prozent der Stimmen hatte Georg Schmitz in dem Dorf geholt, weit abgeschlagen folgten Bürgerlistenkandidat Christian Kravanja und CDU-Kandidat Ronnie Goertz.

In den folgenden Minuten schmolz der Vorsprung von Schmitz jedoch allmählich dahin, Goertz und Kravanja holten auf, doch auch am Ende hatte Schmitz die Nase vorn. 33,3 Prozent derjenigen Geilenkirchener, die zur Wahl gegangen sind, wollten ihn als neuen Bürgermeister sehen,

Für Bürgerlisten-Kandidat Christian Kravanja war es eine knappe Niederlage.

Ronnie Goertz kam auf 30,2 und Christian Kravanja auf 29,6 Prozent. Es war also ein Dreikampf, der ausgefochten wurde, und hätte Kravanja nur 60 Stimmen mehr geholt, wäre die CDU aus dem Rennen gewesen. Abgeschlagen folgten Manfred Theves mit 5,2 Prozent, Bernd Buse (NPD) mit 1,2 Prozent und Horst Grunert mit 0,2 Prozent.

Liegt nach dem ersten Wahlgang vorne: Georg Schmitz erreichte 33,32 Prozent der Stimmen. Foto: Jan Mönch

„Natürlich ist es bitter, wenn man so knapp verliert“, gab Kravanja unmittelbar nach Verkündung des Endergebnisses zu Protokoll. Enttäuscht sei er aber dennoch nicht. „Man muss jetzt auch Demokrat genug sein, um das so zu akzeptieren.“ Der Etappensieg von Georg Schmitz überrasche ihn.

Das galt für manchen, aber ganz sicher nicht für Georg Schmitz selbst. Die Zuversicht, mit der er seinen Wahlkampf geführt hatte, wurde bestätigt. „Heute ist die Politik, wie sie in den vergangenen Jahren in Geilenkirchen geführt worden ist, abgestraft worden“, sagte der freie Journalist. „Die Parteien haben einen auf den Sack bekommen.“ Er müsse nun sehen, ob und wie der bisherige Wahlkampf sich noch toppen lässt. Sein Erfolgsrezept sei gewesen, jederzeit und für jedermann ansprechbar zu sein. „Ich habe täglich mit 300 bis 400 Leuten gesprochen.“

Kaffee trinken, Hände schütteln

„Ich habe mein Ziel erreicht, ich bin in der Stichwahl“, kommentierte Ronnie Goertz das Ergebnis. In den vergangenen Wochen habe er aufgeholt, diese Stimmung in der Bevölkerung müsse er nun mitnehmen. In den nächsten beiden Wochen werde die CDU Gas geben. „Wir setzen darauf, dass wir die Wähler, die auf Inhalte gesetzt haben, überzeugen können.“ Bei der Stichwahl stehe Bekanntheit gegen Kompetenz.

Manfred Theves zeigte sich nach der Bekanntgabe „negativ überrascht“. „Ich habe damit gerechnet, dass man Sachverstand in Verwaltungsfragen mehr Bedeutung beimisst. Ich habe nie damit gerechnet, dass man mit Kaffee trinken und Hände schütteln so viele Stimmen holt.“ Für sich habe er mit einem besseren Ergebnis gerechnet. „Aber sich eine Chance gegen die geballte Manpower von CDU und Bürgerliste auszurechnen, wäre verwegen gewesen.“

Die Stichwahl steht nun übernächsten Sonntag an. Es wird vor allem auf Christian Kravanjas Wähler ankommen, wer der neue Bürgermeister wird. Christian Kravanja sagt: „Ich möchte meinen Wählern danken und empfehle ihnen, nun Ronnie Goertz zu unterstützen.“

CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff sieht in dem Ergebnis eine gute Ausgangsposition für die Stichwahl. Bis dahin wolle man deutlich machen, dass Goertz der fähigere Kandidat sei. Bei sechs Kandidaten habe man mit einer Stichwahl rechnen müssen. „Georg Schmitz ist durch den Internet-Auftritt gut gestartet, dann haben wir aufgeholt.“

Er sei zuversichtlich, in den nächsten beiden Wochen alle Kräfte mobilisieren zu können. Ronnie Goertz sei aber, so der Fraktionschef, die richtige Entscheidung gewesen, die Partei stehe geschlossen hinter ihm. Heute wird sich die CDU zusammensetzen, um eine Strategie für die nächsten beiden Wochen zu entwickeln. „Auf jeden Fall werden wir die Menschen nun mit einem klassischen Straßenwahlkampf davon überzeugen, dass Ronnie Goertz der nächste Bürgermeister wird“, erklärt die Parteivorsitzende Resi Hensen. Für Georg Schmitz' Erfolg im ersten Wahlgang macht sie dessen Sympathien in der Bevölkerung verantwortlich. „Jedes Kind kennt Georg Schmitz. Das ist natürlich ein Bonus .“

Der Noch-Amtsinhaber Thomas Fiedler hatte als Wahlleiter neutral zu bleiben, freute sich aber über die unerwartet gute Wahlbeteiligung von 48,3 Prozent. Auch diese Zahl dürfte viel mit Georg Schmitz zu tun haben.

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