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Geilenkirchen: Schicksalsschlägen folgt Drogenkarriere

Geilenkirchen : Schicksalsschlägen folgt Drogenkarriere

Zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und sechs Monaten sowie einem Jahr und vier Monaten wurden ein 33- und ein 38-jähriger Angeklagter vom Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Anselm Pütz verurteilt.

Aufgrund der umfassenden eigenen Geständnisse, besonders des 33-Jährigen, verhängte das Gericht die letztlich relativ milden Strafen. „Für die Angeklagten sprechen die Geständnisse. Beide waren selbst drogenabhängig, wobei der 33-jährige Angeklagte seinen Drogenkonsum mit dem Verkauf von Marihuana finanzierte”, begründete der Richter das Urteil. Der 38-Jährige habe viele Schicksalsschläge verkraften müssen, sei deshalb an Drogen geraten.

Die Angeklagten, beide aus Köln, waren im Juni vergangenen Jahres erstmals nach Maastricht gefahren, um 100 Gramm Marihuana zu kaufen. Im Juli, September, am 27. Dezember und am 8. Januar 2004 waren die Marihuana-Mengen immer größer geworden, wobei bis zu 240 Gramm illegal über die Grenze gebracht wurden.

Am 8. Januar war der 33-Jährige nach einer Drogenfahrt im Raum Geilenkirchen festgenommen worden. „Seitdem stand mein Entschluss fest, mich von Drogen zu lösen. Ich habe inzwischen eine Therapie fast abgeschlossen.” Seit Januar sei er „clean”.

Bereits seit 1979 hat der 38-jährige Angeklagte Verbindung zu Drogen. Als ich 19 Jahre alt war, sind meine Frau und mein sechsmonatiger Säugling auf der A 4 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.”

Er habe mit Heroin begonnen, später sei er auf Marihuana umgestiegen, er habe bis zu einem Gramm maximal am Tag benötigt. „In Köln ist das Zeug unverschämt teuer, deshalb haben wir uns entschlossen, selbst in die Niederlande zu fahren. Aber mit Handel habe ich nie begonnen.”

Staatsanwältin Pascale Schlimm: „Wir haben es hier mit zwei geständnisfreudigen Angeklagten zu tun.” Die Fakten seien klar, beide seien gemeinsam über die Grenze gefahren, hätten Marihuana in die Bundesrepublik eingeführt. „Nur der 33-jährige Angeklagte hat mit den Drogen gedealt, deshalb fordere ich für ihn ein Jahr und neun Monate, die zur Bewährung ausgesetzt werden können.”

Für den 38-Jährigen fordere sie eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Strafverteidiger Michael Schnurbusch für den 33-Jährigen: „Nur aufgrund des umfassenden Geständnisses meines Mandanten konnte so problemlos verhandelt werden. Er hat eine zehnjährige Drogenkarriere hinter sich, was vielleicht eine Erklärung ist. Ich fordere kein spezielles Strafmaß, bitte aber um eine Bewährungsstrafe.”

Verteidiger Andreas Klug für den 38-Jährigen: „Mein Mandant ist durch die immer wiederkehrenden Schicksalsschläge an Drogen geraten. Er hat aber nicht gedealt. Auch ich fordere eine Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.”