Scherpenseel: Wer schlägt Sträucher in der Heide ab?

Scherpenseeler Heide : Erneut hunderte Meter Sträucher abgeschlagen

Schon zum zweiten Mal sind hunderte Meter Sträucher abgeschlagen worden, die der Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz gepflanzt hat. Doch wer macht so etwas? Nun wurde eine Belohnung ausgesetzt.

„Das war ein Schlegelmäher, man sieht es ganz genau“, sagt Horst Laukamp. „Ein Schlegelmäher schlägt die Zweige ab, er schneidet nicht.“

Laukamp steht draußen in den Feldern der Scherpenseeler Heide, in den Händen hält er ein abgeschlagenes Stück Strauch. Mit dabei ist Helmut Landscheidt. Die beiden Herren sind im Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz im Kreis Heinsberg sehr aktiv. Die wenigsten dürften ahnen, dass viele der Haselnüsse, Hartriegel, Weißdorne, Schwarzdorne, Weiden und Spiersträucher, die in der Heide und anderswo gedeihen, dem Verein zu verdanken sind. „Ökologisch wertvoll“ sei das, sagt Laukamp, „die ausgeräumte Feldflur soll belebt werden.“

Allerdings wurde Landscheidt, Laukamp und ihrem Verein dabei jüngst immer wieder ein Strich durch die Rechnung gemacht. Bewegt man sich vom Ort aus über die Straße „In der Heide“ raus in die Felder und biegt nach circa 800 Metern rechts ab, befindet sich dort ein rund 300 Meter langer, begrünter Streifen. Und der wurde nun schon zwei Mal abgeschlagen, im vergangenen Jahr und auch vor einigen Wochen wieder.

„Kaum jemand besitzt einen Schlegelmäher“, sagt Laukamp. Die Stadt habe glaubhaft versichert, nichts damit zu tun zu haben, sie unterstütze sogar die Suche nach dem Übeltäter. Und Bauern verfügten eigentlich nur über Schlegelmäher, mit denen in der Horizontalen abgeschlagen werden kann. Einige jüngere Gewächse wurden in der Tat komplett vernichtet. Die älteren Pflanzen sind aber vertikal abgeschlagen worden. Dabei handelt es sich bei den Feldrainen um städtischen Grund.

Einen Reim kann sich bislang niemand auf die Sache machen. Auch deshalb hat der Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz eine Belohnung von 600 Euro ausgesetzt für Hinweise ausgesetzt, die zur Klärung führen. 200 Euro davon steuerte die Stadt Übach-Palenberg bei. Wer etwas weiß, kann sich an Horst Laukamp (0245143165), Helmut Landscheidt (0245143317) oder den Vereinsvorsitzenden Rainald Folz (0245142915) wenden.

(jpm)