Entmachtet: „Robin Hood“ kapituliert vor Übermacht

Entmachtet : „Robin Hood“ kapituliert vor Übermacht

Der Sturm des Narrenvolkes auf das Geilenkirchener Rathaus  war dank der geballten Kräfte aus sechs Karnevalsgesellschaften mit sechs Prinzenpaaren von Bürgermeister Georg Schmitz und seiner treuen Gefolgschaft aus der Stadtverwaltung nicht abzuwehren.

Leider hatte der erste Bürger der Stadt nur wenig Unterstützung aus der Politik. Doch selbst wenn die Ratsfraktionen am Karnevalsfreitag stärker vertreten gewesen wären, dem Ansturm der Narren unter der Führung des Stadtprinzenpaares Tobi I. und Mara I. von der KG Würmer Wenk hätten auch sie nicht Stand gehalten.

  Trotz des doch leider trüben Wetters mit etwas Nieselregen hatten sich recht viele bunt kostümierte Geilenkirchener Narren auf dem Rathausplatz eingefunden. Hemme Cüster, Präsident des Würmer Wenk, moderierte den Rathaussturm. Auf der Bühne vor dem Rathaus präsentierte er dem Narrenvolk die stattliche Zahl von sechs schmucken Prinzenpaaren, da waren die Kinderprinzenpaare noch nicht mitgezählt. Auch die Kindermajestäten griffen mit großem Schwung in die Kamellekiste und verteilten die Süßigkeiten bis zu den hinteren Stehplätzen.

Tanzmäuse bilden Auftakt

Das Programm des Rathaussturmes eröffneten nach der Vorstellung der Majestäten die Tanzmäuse des Würmer Wenk. Mit ihrem  tollen Gardetanz begeisterten die Tanzmäuse die Zuschauer. Aus Eschweiler war die Kölschrockband Bohei angereist. Die Jungs um Frontmann Tobias Horst heizten den Narren nach Kräften ein. Sänger Tobias Horst machte auch einen kurzen Gang durchs Publikum, um die Stimmung noch ein wenig mehr anzuheizen. Und mit einer Zugabe verabschiedeten sich die Jungs in Richtung Köln. Höhepunkt des Rathaussturms war, wie es guter Brauch ist, die Eroberung des Rathausschlüssels durch die Geilenkirchener Karnevalisten. Bürgermeister Georg Schmitz, der als Robin Hood auftrat, verteilte zur Besänftigung des Narrenvolks reichlich städtische Karnevalsorden, doch es half alles nichts, den Narren gelüstete es nach der Macht im Städtchen.

 Doch ganz so einfach machte es die Stadtverwaltung den Karnevalisten nicht. Robin Hood und seine Getreuen hatten ein nettes Spielchen vorbereitet. Die Prinzenpaare hatten einen drei Meter hohen Turm aus Pappkartons zu bauen, der mindestens  zehn Sekunden stehen bleiben musste, dann sollten sie den Rathausschlüssel bekommen. Mit vereinten Kräften gelang es den Prinzenpaaren schnell, den geforderten Turm in die Höhe zu ziehen. Der Rathausschlüssel wurde sodann aus dem Rathaus herabgelassen und Stadtprinz Tobi nahm ihn unter den Jubelrufen des Narrenvolkes in Empfang.

Mindestens bis Aschermittwoch wird Prinz Tobi die Stadt Geilenkirchen regieren und in die Fußstapfen des Bürgermeisters treten. Kein bisschen bange zeigte sich Prinz Tobi angesichts der bevorstehenden Aufgabe. Ganz trocken meinte er: „Das bisschen Papierkram.“ Ein weiteres Highlight war der Auftritt des beliebten Schlagersängers Norman Langen, den Bürgermeister Georg Schmitz zum Rathaussturm eingeladen hatte.

Mehr von Aachener Zeitung