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Geilenkirchen: Ritter Rost wird zum feinen Kerl

Geilenkirchen : Ritter Rost wird zum feinen Kerl

„Ich hab so Fnupfn. Ich brauchte einen Korken, einen Stöpsel oder so, den steck ich in die Nase”, jammert Koks, der grüne Burgdrache, seiner Mutter vor.

„Die Nase läuft, oh Mama, der blöde Schnupfen macht mich noch ganz krank.” Wir befinden uns auf der eisernen Burg des Ritters Rost, und zwar mitten auf der Bühne der Geilenkirchener Realschul-Aula, wo zum ersten Mal ein Musical von den Realschülern einstudiert und aufgeführt wird.

„Ritter Rost und Prinz Protz” heißt das lustige Stück von Jörg Hillbert und Felix Jansen, das von der Musical AG der sechsten und siebten Klassen aufgeführt wurde. Die musikalische Leitung hatten Henning Rinsche und Ursula Schwaner, die schauspielerische Leitung Stephanie Cremer.

Mit dem tollen Bühnenbild von Dr. Christiane Lork, den Kostümen von Susanne Kasper und Alexia Krystof gelang Schülern und Lehrern eine fantastische Premiere.

Begleitet von der Band AG (6-7), Leitung Henning Rinsche und der Musik AG (9-10), Leitung Ursula Schwaner, verbuchten die Akteure durch ihr Engagement einen großen Erfolg.

„Ich putze und ich putze, ich putze mich noch zu Tode”, beschwert sich das schöne Burgfräulein Bö (Jolyne Neubauer, Sarah Scheufens) bei Ritter Rost, der immer nur faul auf seinem Klo sitzt und Zeitung liest. Nie hilft er ihr.

Bö wünscht sich einen Diener. Auch Hausdrache Koks (Marco Schmelzer, Svenja Adams) weiß keinen Rat. Und die schmutzigen Teller tanzen und singen: „Wir wollen nicht sauber sein.” Das ist zuviel für Bö.

Zauberspiegel

Der Zauberspiegel verspricht Hilfe in ihrem Elend, denn da gibt es noch den feinen Prinz Protz (Jennifer Mund, Kira Reinartz), der sie auf sein blitzsauberes Schloss mitnehmen will.

Da hält Mutter Kehrlinde (Julia Strücker, Maria Küsters) alles propper. Sehr schön die Szene der singenden Raben. Burgfräulein Bö zieht zu Prinz Protz und freut sich über die staubfreie Burg. Doch es gibt ein böses Erwachen.

Der Prinz übertreibt es mit der Sauberkeit: „Betreten verboten, sei es bei Tag oder Nacht. Alles wird streng bewacht!” „Wieso denn, wieso denn?” fragen die Sängerinnen im Chor. Gar nichts machen dürfen ist für Burgfräulein Bö schlimmer als bei Ritter Rost zu putzen.

Als Mutter Kehrlinde ihr auch noch erzählt, dass ihr feiner Sohn 99 Burgfräulein gefangen hält, will Bö nur noch zurück zu ihrem Ritter Rost: „Ich habe Angst, ich will hier raus. Am liebsten wär ich jetzt zu Haus. Ich fühl mich wie ein kleines Kind in einem großen Labyrinth”, singt sie.

Wunderschön waren die vielen Burgfräulein in langen roten Gewändern mit spitzen Hüten. Prinz Rost, der faule Kerl, hat sich inzwischen geändert: „Ich räume alles auf. Zum Glück bin ich ja keiner von den Doofen”, besingt er seinen Kampf mit dem schmutzigen Geschirr.

Er will seine Bö wiederhaben, kämpft nicht nur mit dem Degen um sie und verspricht, ihr nicht nur beim Putzen zu helfen: „Bö, willst du alles mit mir teilen?” Ein Riesenkochtopf rollt auf die Bühne: „Lecker, lecker diese Kost. So kocht die Oma von Ritter Rost!”

Begeisterter Applaus für eine rundum gelungene Aufführung. Dicke Blumensträuße an die verantwortlichen Lehrer von Schulleiter Wilhelm Schramm und dazu der Hinweis, dass man am Donnerstag, 1. Juli, um 17 Uhr das tolle Musical noch einmal sehen kann.