Geilenkirchen: Renaturierung der Wurm bei Geilenkirchen abgeschlossen

Geilenkirchen : Renaturierung der Wurm bei Geilenkirchen abgeschlossen

Gerade mal eine Generation lang lag die Wurm in einem neuen Bett. Nun wurde der Abschluss der Maßnahmen gefeiert, die zumindest einen Teilabschnitt des Flusses zurückführt in ihren natürlichen Zustand. 2,2 Millionen Euro hat das gekostet.

Am Freitag hatte der Wasserverband Eifel-Rur Behördenvertreter und die Mitarbeiter der beteiligten Ingenieurbüros zum offiziellen Einweihungsakt eingeladen. Schon ein paar mehr Schüppen, als es für den symbolischen Akt Not getan hätte, leisteten die „Offiziellen“ beim Einpflanzen einer Eiche.

Der Baum wird nicht nur der Renaturierung den letzten Schliff geben, sondern den Spaziergängern ein wenig Schatten spenden, die, wie Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz erkundet hatte, den 550 Meter langen und 7,5 Hektar großen renaturierten Abschnitt der Wurm zwischen Tennisplatz und Burg Trips schon für die Naherholung entdeckt haben.

Schmitz meinte scherzhaft in seiner Rede zur Einweihungsfeier in Bezug auf die sich entwickelnden Freizeitaktivitäten an diesem stadtnahen Wurmabschnitt: „Mal sehen, ob das der Ersatz für ein Freibad in Geilenkirchen wird.“ Das wird es wohl nicht werden. Wie Dr. Joachim Reichert, Vorstand des Wasserverbands Eifel-Rur, einschränken musste, wird das Baden im Flachwasserbereich wohl bald nicht mehr möglich sein, da sich die Natur in den kommenden Monaten ausbreiten und der Bewuchs deutlich zunehmen wird.

Reichert verwies in seiner Ansprache auf den Ausbau der Wurm in den 1970er Jahren, der unter der Berücksichtigung der Ziele der aktuellen EU-Wasserrahmenrichtlinie erhebliche strukturelle Defizite aufgewiesen habe. Reichert erinnerte an einen schon 1927 verfassten Wurmgenossenschaftsvertrag, ein politisch ambitioniertes Vorhaben, das damals nicht umgesetzt wurde.

Erst in den 1970er Jahren seien von den drei Wasserverbänden, die 1993 zum Wasserverband Eifel-Rur zusammengingen, die Ideen der Wurmgenossenschaft wie zum Beispiel eine Begradigung der Linienführung der Gewässer realisiert worden. Im Jahr 2000 sei die Wasser-Politik dann auf die europapolitische Ebene gehoben worden.

Nach der Renaturierungsmaßnahme in Übach-Palenberg wurde nun ein Abschnitt der Wurm in Geilenkirchen zurück zur Natur geführt. Wie Erfried Lorenz, Gebietsingenieur des Wasserverbands erklärte, würden derzeit zwei weitere Maßnahmen im Heinsberger Raum, bei Randerath und Horst, vorbereitet.

Auch hier sind Hochwasserschutzmaßnahmen wesentlich für die Planung. Paul Larue, Verbandsrat des Wasserverbands Eifel-Rur und Bürgermeister der Stadt Düren, machte darauf aufmerksam, dass der Hochwasserschutz mit Hilfe der Auenlandschaft bei Burg Trips beim letzten Starkregen schon seine erste Bewährungsprobe bestanden habe.

Das flache Gelände entlang des Flussbettes kann zukünftig bis zu 35 Tage im Jahr überströmt werden. Joachim Reichert lud alle interessierten Bürger ein, am heutigen Samstag mit dem Wasserverband Eifel-Rur auf dessen 25-jähriges Bestehen anzustoßen und sich über die Renaturierungsmaßnahme informieren zu lassen .