Reha am Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus erweitert

Fünf-Millionen-Euro-Projekt : Erweiterte Reha am St.-Elisabeth-Krankenhaus öffnet im Oktober

Ein Fünf-Millionen-Euro-Projekt steht vor der Fertigstellung. Der Erweiterungsbau der Reha am Geilenkirchener Krankenhaus wird im Oktober in Betrieb genommen. Unter anderem entstehen neue Behandlungsplätze für Krebspatienten.

Überall herrscht hektische Betriebsamkeit: am Empfang und auf den Fluren. Selbst das Telefon steht kaum still. Rund 2000 Patienten werden im Jahr in der ambulanten Reha am Geilenkirchener St.-Elisabeth-Krankenhaus behandelt. Zehn Kleinbusse sind Tag für Tag unterwegs, um die Patienten im Umkreis von 40 Kilometern morgens zu Hause abzuholen und am Nachmittag nach Hause zu bringen. Etwa 100 Mitarbeiter – Ärzte, Psychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Diplom-Sportwissenschaftler, Diätassistenten, Sozialarbeiter und Masseure – sind hier beschäftigt.

Doch die ambulante Reha, eine der größten orthopädischen Rehabilitationseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, platzt aus allen Nähten. Deshalb plante Stefan Bienert, Geschäftsführer des Krankenhauses, vor zwei Jahren einen mehr als fünf Millionen Euro teuren Erweiterungsbau. Im Januar 2018 wurde der erste Spatenstich gefeiert, im Oktober soll der Neubau offiziell in Betrieb genommen werden. Am 23. Oktober findet ein Empfang für geladene Gäste statt. An einem Tag der offenen Tür mit Vorträgen, Informationen und Probetraining  wird die Einrichtung der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Termin wird noch bekanntgegeben. Voraussetzung für die Genehmigung zum Bau der neuen Reha war der Bau des Parkhauses gegenüber des Krankenhauses. Bei 13.000 stationären und 40.000 ambulanten Patienten im Jahr 2016 war dieser Neubau dringend erforderlich. Hier investierte das Krankenhaus rund drei Millionen Euro.

Vor zwölf Jahren wurde die Reha auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern eröffnet, bereits ein Jahr später wurde sie um 500 Quadratmeter erweitert, da sie schnell ausgelastet war. Startete Kurt Groten, Geschäftsführer der Reha, 2007 mit 40 Therapieplätzen, so sind es heute bereits 100 orthopädische und 20 psychosomatische Behandlungsplätze. Mit dem Bezug des Neubaus wird neben den beiden Fachabteilungen „Orthopädie“ und „psychische & psychosomatische Erkrankungen“ eine neue Fachabteilung entstehen, in der Krebspatienten den Umgang mit ihrer Krankheit lernen sollen. Zunächst startet die neue Abteilung mit zehn onkologischen Behandlungsplätzen für Menschen mit einer urologischen Krebserkrankung wie Blasen- oder Prostata-Krebs. „Dabei steht die Wiedereingliederung in Alltag und Berufsleben im Vordergrund, um den Patienten ihre Lebensqualität und -zufriedenheit wiederzugeben“, erklärt Kurt Groten, der auch die Ambulante Reha in Würselen und die dortige Physiotherapeutenschule mit 75 Plätzen leitet.

Seit 2013 rundet ein Bewegungsbad das Therapieangebot ab. 2014 wurde das Gebäude aufgestockt, so dass nochmals eine Nutzfläche von 500 Quadratmetern hinzukam.

Der 35 Meter lange und 17,5 Meter breite Neubau mit einer Nutzfläche von 2100 Quadratmetern schließt sich der bisherigen Reha an. Eine Glasbrücke verbindet die beiden Bauwerke.

Der Trainingsraum wurde mit hochmodernen, computergesteuerten Trainingsgeräten ausgestattet. Foto: ZVA/Udo Stüßer

Angebot für Berufstätige

Im Erdgeschoss werden weitere Behandlungsräume, Arztbüros, Umkleidekabinen und Besprechungsräume eingerichtet, für das erste Obergeschoss sind Umkleideräume für Patienten, ein Therapieraum und eine 200 Quadratmeter große Cafeteria vorgesehen. In das zweite Obergeschoss wird die Krankenhausverwaltung einziehen, die bislang noch im alten Schwesternheim untergebracht ist. Besonders stolz sind Bienert und Groten auf den neuen Trainingsraum, in dem die Patienten auf 50 komplett elektronisch gesteuerten Geräten ihre Übungen machen. Auf Bildschirmen sieht der Patient, welche Übungen er noch zu absolvieren hat. Trotz modernster Technik sind auch Diplom-Sportlehrer und Physiotherapeuten im Einsatz.

Kurt Groten weist auf ein neues Angebot hin: Im Fitnessraum findet ab 16.30 Uhr für Berufstätige ein Präventionstraining statt, das vier Monate lang von der deutschen Rentenversicherung bezahlt wird.

Bei aller Freude über die neue, moderne Reha blicken die beiden Geschäftsführer mit Sorge zur Wurm.

Entlang des Flusses plant der zuständige Wasserverband Eifel-Rur von der Kreissparkasse bis zur Wurmbrücke an der Realschule den Bau einer Schutzwand, die vor einem sogenannten 200-jährigen Ereignis schützen soll. Bienert fürchtet, dass schon ein 100-jähriges Ereignis das Kellergeschoss des Neubaus unter Wasser setzen könnte. „Seit fünf Jahren wird darüber gesprochen. Es hat sich noch nichts getan“, kritisiert Bienert. Vom Wasserverband Eifel-Rur war dazu noch keine Stellungnahme zu erhalten.

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