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Geilenkirchen: Rätselhafte Gaswolke zieht über die City

Geilenkirchen : Rätselhafte Gaswolke zieht über die City

Großaufgebot von Rettungskräften, Feuerwehr, Polizei und Bundesgrenzschutz in der Geilenkirchener Innenstadt: Gegen 9.15 Uhr wurde die Polizeileitstelle von Anwohnern informiert, dass sie Gasgeruch wahrgenommen hatten.

Sofort wurde die Löscheinheit Geilenkirchen mit Gillrath/Hatterath alarmiert, später rückten die Wehrleute aus Waurichen und Süggerath sowie die Messeinheit aus Heinsberg-Dremmen an. Rund 50 Feuerwehrkräfte waren mit zwölf Fahrzeugen unter der Leitung von Stadtbrandmeister Michael Meyer im Einsatz.

Unterstützt wurden sie von 15 Beamten der Kreispolizei und des Bundesgrenzschutzes. Vorsorglich waren noch 30 Polizeibeamte aus Aachen angerückt, die in der Geilenkirchener Polizeiwache für einen eventuellen Notfall bereit standen. Auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Geilenkirchen unter Leitung von Armin Kaumanns waren vor Ort.

Der Bereich zwischen den Kreuzungen Haihover Straße/Herzog-Wilhelm-Straße, Haihover Straße/Theodor-Heuss-Ring und die Konrad-Adenauer-Straße zwischen Herzog-Wilhelm-Straße und Theodor-Heuss-Ring wurde abgesperrt. Zurückkehrende Anwohner durften nicht mehr in ihre Wohnungen, Büro- und Geschäftsräume wurden teilweise evakuiert. Mit Geräten der Feuerwehr und der Energie- und Wasser-Versorgung aus Stolberg wurden Messungen in den Kanälen vorgenommen.

Auch der Messtrupp des Kreises Heinsberg war im Einsatz. Gas konnte dabei allerdings nicht festgestellt werden. Weitere Messungen wurden in der Kreissparkasse und am Krankenhaus vorgenommen. Auch hier war das Ergebnis gleich Null.

Da eine größere Gefahr für die Bevölkerung befürchtet werden musste, wurde der Rettungsdienst eingeschaltet. Sechs Rettungswagen standen an der Feuerwache bereit. Mehrfach waren die Ärzte im Einsatz, weil Menschen übel wurde und umfielen. Drei mussten ins Geilenkirchener Krankenhaus eingeliefert werden, manche Passanten suchten später den Arzt auf.

Übelkeit

Die Kreissparkasse schloss zeitweise, da Kunden über Übelkeit klagten.

Immer wieder meldeten sich Bürger bei der Einsatzleitung, die an einer anderen Stelle Gasgeruch festgestellt hatten. Stets verliefen die Messungen negativ. Zeitweise ging man davon aus, dass es sich gar nicht um Gas, sondern um einen anderen Stoff handelte.

Auch wurde vermutet, ein Güterzug mit einem Leck sei durch Geilenkirchen gefahren. Aber diese Möglichkeit wurde nicht bestätigt. Bahn-Sprecher Gerd Felser: „Wir sind kaum betroffen. Ein Leck ist auszuschließen. Der Bahnhof Geilenkirchen wurde 13 Minuten lang gesperrt. Betroffen waren drei Züge, die insgesamt 27 Minuten Verspätung hatten.”

Der Busverkehr wurde zwischen 9.50 Uhr und 12.15 Uhr stark eingeschränkt. Da die Zufahrt zum Bahnhof gesperrt war, konnten hier ebenso wie am Marktplatz keine Fahrgäste aufgenommen werden. 30 Busse waren betroffen.

Die Leitung des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula informierte mit Lautsprecherdurchsagen über den Gasalarm. Die Schüler, die beim Heimweg auf den Bus angewiesen waren, mussten bis zur Entwarnung im Gebäude bleiben.

ABC-Erkunder

Gegen 11 Uhr wurde Gasgeruch in Bauchem festgestellt. Daraufhin wurden die ABC-Erkunder aus Hückelhoven angefordert. Auch ihre Messungen verliefen negativ. Da die umfangreichen Untersuchungen der Feuerwehr im Innenstadtbereich keine Ergebnisse brachten und eine Gefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen werden konnte, wurden die Verkehrssperrungen gegen 12 Uhr aufgehoben.

Der Einsatz verlagerte sich in Richtung Loherhof. Auch aus dem dortigen Baugebiet war Gasgeruch gemeldet worden. Aber die Messungen verliefen wiederum ergebnislos. Die letzten Feuerwehrmänner brachen den Einsatz gegen 12.30 Uhr ab.