QVC entwickelt sein Drehkreuz immer weiter

Von: disch
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Ein Paket geht auf den Weg zum Kunden: Sabine Broich packt im Logistik­zentrum von QVC die bestellten Waren ein. Foto: Koenigs
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37 Meter hoch: Das Hochregallager von QVC in Hückelhoven-Baal bietet Platz für 69 000 Paletten. Foto: Koenigs
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Der Herr der Pakete: Dr. Thomas Lindemann ist Chef im QVC-Logistikzentrum in Hückelhoven-Baal. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Für den Versandhändler QVC hat sich sein in eigener Regie entwickeltes Logistik­zentrum in Hückelhoven-Baal zu einem europäischen Drehkreuz und zu einem strategischen Kompetenzzentrum für QVC in Europa und Asien entwickelt.

So kommt es nicht von ungefähr, dass – wie schon für QVC Italien in den Jahren 2010 bis 2013 – so nun auch nach dem Start von QVC Frankreich Mitte dieses Jahres alle Pakete für Kunden in diesem Land erst einmal von Baal aus auf den Weg gebracht werden. Und der Standortleiter, Dr. Thomas Lindemann, ist nicht nur Logistik-Direktor von QVC Deutschland, sondern zugleich im internationalen QVC-Konzern zum Logistik-Vizepräsidenten mit Verantwortung für ­Europa und Asien avanciert; er soll die QVC-Logistik weiterent­wickeln und optimieren. Rund 1200 Mitarbeiter – aus 30 Nationen stammend – arbeiten für QVC in Baal; etwa 40 Prozent in Vollzeit und 60 Prozent in Teilzeit. Der „Frankreich-Effekt“ könnte im kommenden Jahr zur Schaffung von 50 weiteren Arbeitsplätzen führen. Dies sagte Lindemann am Montag bei einem Pressegespräch in Baal.

Direkte Verbindung zu Hermes

Mit Zahlen machte der Logistik-Experte die Dimensionen des Baaler Zentrums, aber auch die Entwicklung von QVC deutlich: 14,3 Millionen Pakete wurden im Jahr 2014 an die Kunden in Deutschland und Österreich versandt. Dabei kann die Zahl der Versandpakete pro Tag – im Schnitt 41.400 – enorm schwanken: zwischen 25.000 und 80.000. Im Jahr 2002, dem Jahr, in dem das erste Paket das neue Zentrum in Baal verlassen hat, waren es 5,7 Millionen. Die Zahl der verschickten Bestelleinheiten kletterte von 8,8 Millionen auf 26,2 Millionen in die Höhe. „So viel wie möglich, so gut wie möglich, so schnell wie möglich“: Auf diese Formel brachte Lindemann die Zielsetzung, mehrere von einem Kunden bestellte Artikel möglichst in einem Paket zu bündeln und die gut verpackten Waren dann vor allem dank der direkten Anbindung an die benachbarte Hauptumschlagbasis der Hermes-Logistik-Gruppe schnell abzuschicken. Alle QVC-Pakete, die bis 21 Uhr über die Förder­brücke an Hermes übergeben werden, gehen noch in der gleichen Nacht auf den Weg zum Kunden.

Vor allem die Entwicklung von QVC vom Teleshopping-Unternehmen zum Multichannel-Versandhändler stellt laut Lindemann eine Herausforderung für das Logistikzentrum dar. Während auf dem Fernseh-Bildschirm pro Sendetag rund 240 Artikel angeboten werden, umfasst das gesamte Sortiment von QVC mehr als 18.000 Produkte. Was in den Fernsehstudios in Düsseldorf angepriesen wird, kann in den Call-Centern in Bochum und Kassel telefonisch bestellt werden. Das war so und ist auch heute so. Doch inzwischen können Kunden natürlich ebenfalls via Online-Shop, mobilen Apps oder Smart-TV rund um die Uhr Waren aus dem großen QVC-Angebot auswählen. Sie bestellen nicht mehr nur die Produkte, die gerade im TV gezeigt werden. Die Folge: Heute sind in dem Baaler Logistikzentrum mit einer Bruttogeschossfläche von 108.000 Quadratmetern (entspricht etwa 15 Fußballfeldern) wesentlich mehr Artikel pro Tag „aktiv“, sprich im Umlauf. Waren es früher 2000, so sind es heute rund 13.600. Die Planbarkeit der Prozesse gestaltet sich also wesentlich schwieriger.

„Durch den tagtäglichen Wechsel von langsam und schnell drehender Ware, Sortimente wie Kühlschränke oder Strandkörbe, die durch das Zwei-Mann-Handling transportiert werden müssen, sowie den Anstieg von Nischenprodukten, bei denen wir kleinere Bestellmengen pro Artikel haben, ergeben sich weitere Herausforderungen an unsere logistischen Prozesse“, so Lindemann. „Unsere Kunden erwarten neben einer schnellen auch eine vollständige Lieferung aller an einem Tag bestellten Artikel unabhängig vom Bestellkanal. Zudem soll die Retouren-Bearbeitung einfach und schnell erfolgen. Diesem Qualitätsanspruch haben wir uns bei QVC verpflichtet.“

„Planung ist Bedingung für Erfolg“

Da Marktführer QVC auf die Multichannel-Strategie und auf weiteres Wachstum setzt, ent­wickelt das Unternehmen sein Logistikzentrum immer weiter: Reorganisation, Optimierung und Automatisierung. Auch die Retourenstelle wurde maßgeschneidert auf die Herausforderungen ausgerichtet. Und flexible Arbeitszeitmodelle sollen es möglich machen, dass Lindemanns Credo „Planung ist Bedingung für Erfolg“ Erfüllung finden kann.

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