Geilenkirchen-Teveren: Proteste aus der Fliegerhorstsiedlung helfen auch im Stadtrat nicht

Geilenkirchen-Teveren: Proteste aus der Fliegerhorstsiedlung helfen auch im Stadtrat nicht

„Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt, die uns in den Ruin treiben“, schimpfte ein Bürger aus der Fliegerhorstsiedlung in der Fragestunde für Einwohner zum Abschluss der jüngsten Ratssitzung.

Eine weitere, sehr verärgerte Bürgerin erklärte: „Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Ich habe ein Haus in der Siedlung gekauft und bin ausfinanziert.“

Doch all die Einwände helfen nicht. Der Stadtrat hatte kurz zuvor mit 20 Ja-Stimmen bei 16 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen die Sanierung der Kanäle und Straßen im westlichen Teil der Fliegerhorstsiedlung beschlossen. Auch Bürgermeister Georg Schmitz enthielt sich zur Verwunderung vieler der Stimme, obwohl seine Verwaltung genau diese Planung vorgelegt hatte.

Nun werden die Straßen nach Jahren der Diskussion in einen ordentlichen Zustand gebracht, die Anwohner werden aber wie überall auch ordentlich zur Kasse gebeten.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden äußerte sein Verständnis für die Situation der Bürger: „Wir haben in Euphorie gesagt: Wir müssen beginnen. Wir haben uns entschlossen, die linke Seite zu sanieren. Nun haben die Leute nur eine verkürzte Zeit, Geld anzusparen. Leute, die gerade ihr Haus gekauft haben, bekommen keine Kredite mehr“, sagte er selbstkritisch und schlug vor, die Maßnahme etwas zeitlich zu strecken: „Das Amt des Technischen Beigeordneten Markus Mönter hat Arbeit bis Oberkante Unterlippe. Er sollte es etwas ruhiger angehen.“

Das sah auch Stefan Mesaros, Fraktionschef „Für Gk!“ so und wollte auch noch einmal die Parkplatzsituation in Augenschein nehmen. Karl-Peter Conrads (CDU) hingegen warnte: „Schön, wenn man dem Volkswillen nachkommt. Dann wird es aber teurer. Diese Maßnahme unterliegt dem Inflationsprozess. Den Bürgern, die das Geld nicht aufbringen können, muss man sagen, dass es Stundungsmöglichkeiten gibt, was für sie möglicherweise preiswerter ist als verschieben.“

Benden schlug vor, die Sommerpause zu nutzen, um noch einmal mit den Anwohnern zu sprechen und sich nochmals Gedanken zu machen.

Diesen Vorschlag unterstützte auch Ortsvorsteher Hans-Josef Paulus. CDU-Fraktionschef Max Weiler ging auf die Parkplatzsituation ein: „Wir wollten den Menschen Grundstückseinfahrten schaffen, so dass sie die Möglichkeiten haben, mit ihrem Auto auf ihr Grundstück zu fahren. Den Punkt könnten wir uns noch einmal ansehen.“

Technischer Beigeordneter Markus Mönter warnte davor, von der beschlossenen Haushaltssatzung abzuweichen. „Eine Zurückstellung dieser Maßnahmen würde zu einer Umstrukturierung aller Maßnahmen führen. Wenn wir jetzt ausschreiben und nächstes Jahr bauen, erzielen wir bessere Angebote.“ Zur Kritik von Anwohnern, dass Carports und Garagen laut Satzung nicht zulässig seien, sagte er: „Carports und Garagenstellplätze sollen entwickelt werden, dafür sind die Zufahrten vorgesehen.“

Während Benden von einem „Hilferuf der Anwohner sprach“ sagte Mönter: „Niemand verliert sein Haus, weil er Anliegerbeiträge bezahlen muss. Niemand wird in den Bankrott getrieben.“ Karl-Peter Conrads sah es ähnlich: „Der Wunsch ist eine Verlagerung um drei Monate. Aber in drei Monaten kann man nicht die Welt retten. Nach der Sommerpause ist die Situation die gleiche.“

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