Prinzenempfang im Rathaus: Prinzenpaare samt Gefolge feiern ausgelassen

Prinzenempfang im Rathaus : Prinzenpaare samt Gefolge feiern ausgelassen

Prinzenempfang der Stadt Geilenkirchen: Roswitha Beckers aus dem Kulturamt als erste Frau mit dem Nacksenorden ausgezeichnet

Eine tolle Stimmung herrschte beim Prinzenempfang im Rathaus der Stadt Geilenkirchen. Das könnte an Cordula gelegen haben – oder doch vielleicht eher an Roswitha? Auf jeden Fall lag es auch an den Prinzenpaaren, die mit ihrem Gefolge die Einladung zum Empfang der Stadt Geilenkirchen in das Haus Basten gerne angenommen hatten. Robin Hood und seine Getreuen aus dem Sherwood Forest bereiteten die Narren einen herzlichen Empfang in der guten Stube der Stadt.

Bürgermeister Georg Schmitz, der im vergangenen Jahr noch als Maharadscha das Narrenvolk willkommen geheißen hatte, hatte in dieser Session das Kostüm des edlen Robin Hood gewählt. Seine Mannschaft aus den Rathausetagen hatte sich ebenfalls bunt kostümiert und für alles gesorgt, was zum Empfang der dem Komitee Geilenkirchener Karnevalsgesellschaften angeschlossen Karnevalisten dazu gehört.

 Hemme Cüster von den Würmer Wenk, die in dieser Session das Stadtprinzenpaar stellen, moderierte gutgelaunt den stimmungsvollen Prinzenempfang. Bürgermeister Georg Schmitz hatte sich nicht lumpen lassen und auch in diesem Jahr wieder einen Special-Act für den Prinzenempfang an Land gezogen. Seine Wahl war auf die beiden Eschweiler Künstler Labbes & Drickes gefallen, die schon bei der Galasitzung der Würmer Wenk bestens angekommen waren. Ihr Zwiegespräch sorgte auch beim Prinzenempfang für beste Karnevalslaune.

Roswitha Beckers aus dem Kulturamt wurde mit dem Nacksenorden des Komitees Geilenkirchener Karnevalsgesellschaften ausgezeichnet. Foto: Dettmar Fischer

Auch der Bürgermeister selber hatte sich für seine „Büttenrede“ einige nette Reime einfallen lassen, die das politische Geschehen in der Stadt aufs Korn nahmen. „Froschgequake im trockenen Teich ruft die Grünen auf den Plan sogleich. Eine folgende Anzeige kommt dem Beigeordneten in die Quere, verläuft am Ende aber erwartungsgemäß ins Leere.“ Auch zu den Bürgerhäusern reimte „Robin Hood“: „Bürgerhäuser braucht die Welt, aber die kosten natürlich Geld. Doch das scheint wirklich allen egal, denn eins nach dem anderen wird kommen, wahrscheinlich noch 3 an der Zahl.“

Die Kommunalwahl wirft in Geilenkirchen schon lange Schatten voraus. „Ein weiterer Umstand bringt mir Segen, es sind die Bürger auf all meinen Wegen. Ach was geht es mir doch gut, weil mancher Angriff mir Übles tut. Das mögen aber die Bürger draußen nicht und fällt deshalb bei der Wahl für mich positiv ins Gewicht.“

Auch die Tihange-Säule, die viele „jeck“ mache,  wurde zum Thema. „Doch was soll die große Welle, die Säule kommt jetzt an eine andere Stelle. Dann ist es hoffentlich vorbei, mit der ganzen Lamentiererei.“ Und zum guten Schluss: „Jetzt ist mit Reden erst einmal genuch, deshalb hier mein neuer Spruch: Wohl und Weh der Stadt im Blick, ohne starre Politik.“

Prinzessinnen rocken

Musikalisch glänzte der Prinzenempfang mit dem Auftritt des Fanfarencorps „Rote Funken“ der Würmer Wenk, die in diesem Jahr ihr 60. Jubiläum feiern, sich aber frisch wie eh und jeh dem Narrenvolk präsentierten. Auch die Prinzessinnen ließen es sich nicht nehmen zu den Klängen des Traditionscorps abzurocken.

Ein Höhepunkt des Prinzenempfangs war die Verleihung des Nacksenordens durch das Komitee Geilenkirchener Karnevalsgesellschaften (KGKG). Der Präsident der KGKG, Manny Walter, machte es spannend, und ließ die Narrenschar raten, wer den wohl in diesem Jahr den Nacksenorden, mit dem die KGKG Verdienste um das Brauchtum Karneval in Geilenkirchen auszeichnet, bekommen würde. Es sei, so Walter, diesmal eine Frau, die erste Frau, die als Einzelperson mit der höchsten Wertschätzung geehrt würde, die die KGKG zu vergeben habe.

Sie sei verheiratet, habe zwei Kinder, wohne in Gillrath, koche gerne und fahre gerne Auto, diese Hinweise entlarvten die Preisträgerin noch nicht. Doch der Hinweis, dass sie zum Prinzenempfang eine grüne Strumpfhose trage, ließen die Blicke denn auch gleich in die richtige Richtung wandern, und zwar zu Roswitha Beckers, die sich an diesem Abend als „Cordula Grün“ verkleidet hatte.  Roswitha Beckers aus dem Kulturamt der Stadt Geilenkirchen sei ein wertvoller und symphytischer Mensch, lobte Manny Walter. Und sie sei stets für die Karnevalisten der Stadt dagewesen, fügte Hemme Cüster hinzu. Sie sei jemand, der sich um den Karneval verdient gemacht habe, ohne stets in der ersten Reihe zu stehen, meinte Cüster.

Nacksenorden vergeben

Roswitha Beckers war sichtlich gerührt über diese Auszeichnung und wünschte sich im Andenken an ihre Oma, mit der sie immer „Mainz bleibt Mainz“ von der Fernsehcouch aus geguckt habe, ein Lied von Margit Sponheimer, in das die Narrenschar gerne einstimmte.

Zum Abschluss des Prinzenempfangs der Stadt Geilenkirchen ging ein weiterer Wunsch der Nacksenordenträgerin in Erfüllung, gemeinsam mit allen Prinzenpaaren rockte man den Karnevalshit „Cordula Grün“. Nur gut, dass Haus Basten auf sicherem Fundament errichtet ist.

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