Übach-Palenberg: Prinz Thomas I. greift aus luftiger Höhe an

Übach-Palenberg: Prinz Thomas I. greift aus luftiger Höhe an

Eigentlich ist Thomas de Jong als Pressereferent von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch ja in dessen Vorzimmer eine Stufe unter dem Verwaltungschef angesiedelt. Doch dank der genialen Idee, den im Rollstuhl sitzenden Thomas I. als Stadtprinz von Übach-Palenberg mit einem Steigerwagen in die Höhe fahren zu lassen, konnte er den Amtsinhaber schon optisch ausstechen.

Sogar eine selbstgemachte Kapitulationsurkunde hatte der Prinz der Karnevalsgesellschaft (KG) „Lustige Marienberger Jekken“ dabei, doch Wolfgang Jungnitsch und sein „Ärzteteam“ aus dem Rathaus gaben so schnell nicht auf.

Das „Ärzteteam“ aus dem Rathaus hatte diesmal keine Chance. Die Narren stürmten die Verwaltung. Foto: Markus Bienwald

Da mussten schon drei typisch rheinische Fragen beantwortet werden, ehe Thomas I. den langersehnten Schlüssel zur Stadt erhielt. Und noch mehr: Er brachte jecke Verstärkung nicht nur aus dem Stadtgebiet mit. Denn neben seiner eigenen KG, die in diesem Jahr mit drei Mal elfjährigem Bestehen ihr närrisches Jubiläum begeht, waren auch die „Frelenberger Esel“, die Übach-Palenberger Karnevalsgesellschaft (ÜPKG), die „Wurmtal-Funken“ und die „Sjeel Uul“ aus der niederländischen Partnergemeinde Landgraaf mit dabei.

Richtig was los war beim gestrigen Rathaussturm in Übach-Palenberg. Foto: Markus Bienwald

Ansteckende Klänge

„Trek Zeg“ machte Stimmung mit tollen Karnevalshits. Foto: Markus Bienwald

Alle durften sich dabei an den unglaublich rhythmischen und ansteckenden Klängen der vom jecken Regenten Thomas eigens mitgebrachten Sambaband „Animoso“ aus Heerlen erfreuen. Die brachten schon beim kurzen Zug der Narren zum Rathaus ordentlich Klang mit, spielten sich auch auf der Bühne auf dem Rathausplatz in Trance und ließen im großen Sitzungssaal nicht nur die Gläser klirren.

Ein bunter Frühlingsgruß war auch dabei. Foto: Markus Bienwald

Da Jungnitschs Bürgermeisterkollege Raymond Vlecken aus Landgraaf sich mit zugegebenermaßen karnevalsgeschädigter Stimme freute, dass an diesem Tag „alle Musik aus Holland“ kommt, ergänzte die Spaßkapelle „Trek Zeg“ noch das musikalische Aufgebot.

Das Angebot zum Tanz auf ältere und neueste Schlager der fünften Jahreszeit nahmen die gut 800 Gäste auf dem Rathausplatz gerne entgegen. Ohnehin war es bei strahlendem Sonnenschein ein echter Genuss für viele, die sich auch noch dem Anlass entsprechend verkleidet hatten, einfach nur mitzufeiern.

Bunte Kostüme

Da mischten sich fantasievolle, bunte Kostüme mit Klassikern wie Piraten oder Cowboys, da waren Marienkäfer oder auch Minions am Start, um den Straßenkarneval auch offiziell einzuläuten. Auf der Bühne ging derweil auch die Post ab, denn neben Mariechentänzen von den jecken Nachbarn aus den Niederlanden oder von der Föderation Europäischer Narren (FEN) gab es mit den Beiträgen von Sängerin Alex Seebald und der Band „Rabatz“ noch ordentlich Material zum Singen, Tanzen und Lachen unter freiem Himmel.

Den Platz an der Sonne aber hatte Prinz Thomas I. sicher, denn er legte mit seiner Steigerwagen-Aktion die Latte für künftige Stadtregenten extrem hoch und hatte selbst bei seinem eigenen Prinzenlied, das er mit den Worten „Ich hoffe, Sie werden nicht nach Hause gehen“ ankündigte, den Schalk im Nacken und die Herzen der Narren auf seiner Seite.

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