Übach-Palenberg: Plan für geräumte Stadthalle und Stadthotel fehlt noch

Übach-Palenberg : Plan für geräumte Stadthalle und Stadthotel fehlt noch

Die Immobilie ist geräumt, die Schlösser sind ausgetauscht, der gröbste Unrat beseitigt. Fehlt noch ein Plan, wie es mit Stadthalle und Stadthotel in Übach-Palenberg weitergehen soll. Eigentümer Heribert Werden macht sich diese Entscheidung nicht leicht.

Vorstellbar sei, dass er den Betrieb wieder aufnehme, sagt der Baesweiler Gastronom zu unserer Zeitung. Doch auch die alten Pläne, in der Freiheitstraße altengerechte Wohnungen zu schaffen, wurden offenbar wieder aus der Schublade geholt. Jeden Schritt wird er sich gut überlegen. Was viel damit zu tun hat, dass er schon einmal eine sehr schlechte Entscheidung getroffen hat, als es um den traditionsreichen Betrieb ging.

Werden hat Anfang Juni ein langwieriges Gerichtsverfahren gegen seinen Pächter gewonnen, der Hotel und Halle betrieb. Der wiederum hatte alle möglichen Vorwürfe gegen Werden erhoben, es war eine ziemlich hässliche Geschichte von zwei Geschäftspartnern, die sich gründlich miteinander überworfen hatten. Letztlich fällte ein Richter jedenfalls ein sogenanntes Versäumnisurteil, weil Werdens Kontrahent nicht mehr vor Gericht erschien. Das bedeutete: Der Pächter musste raus, Werden durfte wieder rein. Ein Gerichtsvollzieher besorgte den Rest, jedenfalls soweit es das Juristische betrifft.

Für Heribert Werden hingegen fing die eigentliche Arbeit mit der Räumung erst an, er fand sein Eigentum in keinem guten Zustand vor. Mehrere Container Unrat habe er entsorgen müssen, berichtet er. Zudem seien zahlreiche hochwertige Geräte gestohlen worden, beispielsweise aus der Küche. Zu allem Überfluss hat das Gebäude wohl auch noch einen Wasserrohrbruch hinter sich gebracht. Werden hat viel Geld verloren, auch durch die nicht gezahlte Pacht.

Man könnte nun annehmen, dass er froh wäre, wenn er das Gebäude nach all dem Schlamassel loswürde. Doch Werden stellt klar: „Ich hänge an dem Stadthotel, da ist viel Herzblut dabei. Und die Karnevalsvereine haben mir gesagt: Wenn Du wieder aufmachst, sind wir da.“

Wahr ist aber eben auch, dass Werden es sich gut überlegen muss, ob er für eine Wiedereröffnung weiteres Geld in die Hand nehmen will. Und dass weniger als einen Kilometer Luftlinie entfernt mit dem Boarding Hotel ein Konkurrenzobjekt im Entstehen begriffen ist. Nur eines ist für Heribert Werden sicher: „’ne halbherzige Sache bringt keinem was.“

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