Geilenkirchen-Waurichen: Phosphor-Granate versetzt Waurichen in Alarmzustand

Geilenkirchen-Waurichen: Phosphor-Granate versetzt Waurichen in Alarmzustand

Eine grelle Stichflamme und weißer Rauch: Eine Phosphor-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Das beschauliche Örtchen Waurichen befand sich innerhalb weniger Minuten im „Belagerungszustand“.

Bei Bodenarbeiten in einer Parkanlage eines Anwesens an der Römerstraße in Waurichen stießen Mitarbeiter eines Gartenbauunternehmens um 12 Uhr mit ihrem Gartengerät auf einen Gegenstand. Dieser entpuppte sich als Phosphor-Granate und wurde durch die Arbeiten beschädigt. Die Granate setzte sofort Phosphor frei, eine Stichflamme und weißer Rauch machten auf das gefährliche Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg aufmerksam.

In Waurichen entdeckten Mitarbeiter eines Gartenbauunternehmens einen Gegenstand, der sich als Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg entpuppte. Foto: Georg Schmitz

Die Arbeiter informierten Polizei und Feuerwehr, die mit einem Großaufgebot anrückten. Sofort nahmen Polizeibeamte eine Komplettsperrung der Römerstraße für den Fahrzeugverkehr vor. 45 Feuerwehrkräfte des Umweltschutzzuges, der Löscheinheiten Waurichen, Geilenkirchen, Süggerath, Gillrath-Hatterath und Teveren rückten an und bereiteten erste Sicherungsmaßnahmen vor.

In Waurichen entdeckten Mitarbeiter eines Gartenbauunternehmens einen Gegenstand, der sich als Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg entpuppte. Foto: Georg Schmitz

Auf der Straße wurde ein Dekontaminierungsplatz eingerichtet, denn ein Teil der Feuerwehrleute musste aufgrund der Gefahrenlage mit Chemieschutzanzügen vorgehen. Zu diesem Zeitpunkt brannte die Phosphorgranate noch immer. Unter Vollschutz schaufelten die im Park eingesetzten Kräfte Erdreich über die Granate, woraufhin der Brand zum Erliegen kam.

Zwischenzeitlich war auch der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung angefordert worden, der dann um 13\.10 Uhr in Waurichen eintraf. Die beiden Mitarbeiter packten die Phosphor-Granate in einen speziellen Stahlbehälter und transportierten sie mit einem Fahrzeug nach Düsseldorf. Sie gaben noch Anweisung, den Erdbereich um den Granatenfund abzutragen und zu entsorgen. Zur gleichen Zeit wurden die vier in Spezialanzügen vorgegangenen Feuerwehrleute auf dem Dekontaminierungsplatz mit Wasser abgespritzt und die gebrauchten Anzüge entsorgt.

Gegen 14\.30 Uhr war der Feuerwehreinsatz beendet und alle konnten wieder abrücken. Viele der Feuerwehrleute erinnerten sich noch an einen ähnlichen Einsatz in Süggerath im September 2008\. Damals waren vier Verletzte zu beklagen. In Waurichen kam gestern niemand zu Schaden.

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