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Geilenkirchen: Pfingstmarkt: 550 Jahre alt und doch jung wie eh und je

Geilenkirchen : Pfingstmarkt: 550 Jahre alt und doch jung wie eh und je

Noch vor drei Jahren bildeten dröhnende Böllerschüsse den offiziellen Startschuss für den Geilenkirchener Pfingstmarkt. Die sind allerdings zwischenzeitlich abgeschafft worden, tun aber eigentlich auch nichts zur Sache. Mit dem traditionellen Fassanstich eröffnete der stellvertretende Bürgermeister Leonhard Kuhn das über 550 Jahre alte Volksfest am Freitagabend ganz offiziell.

Zu diesem Zeitpunkt schlenderten bereits zahlreiche Menschen über den Kirmesplatz mitten im Herzen der Stadt, denn gegen 16 Uhr hatten die meisten Fahrgeschäfte und Buden bereits geöffnet. Ab 17 Uhr waren die Bewohner mehrerer Einrichtungen für Menschen mit Behinderung zu kostenfreien Fahrten und Speisen eingeladen und nutzten das Angebot auch begeistert.

Als dann gegen 18.30 Uhr das Trommler- und Pfeiferkorps Prummern zu spielen begann, war allen Geilenkirchenern klar, dass es ab diesem Zeitpunkt richtig losgeht. „Ich bin realistisch genug anzunehmen, dass Sie kaum hierher gekommen sind, um zu erfahren, dass der Pfingstmarkt eine weithin bekannte große Kirmes ist“, ergriff Leonhard Kuhn das Wort. Dies sei schließlich hinlänglich bekannt. Es sei ihm aber ein Herzensanliegen, all den Menschen zu danken, die sich für das Volksfest engagiert haben. So hob er die vielen Helfer und Organisatoren ebenso hervor wie die Schausteller, den Bauhof der Stadt und Marktmeister Detlef Kerseboom. Letzterer habe in dieser Zeit Tag und Nacht gearbeitet, um dem Volksfest zum Erfolg zu verhelfen. Den Sanitätsdienst der Malteser hob Kuhn ebenfalls hervor und dankte auch dem Behindertenbeauftragten Heinz Pütz für dessen erfolgreiche Bemühungen, eine barrierefreie Toilette einzurichten und zusätzliche Parkplätze für behinderte Mitmenschen auszuweisen.

Bert Cremer vom Schaustellerverband Düren lobte den Geilenkirchener Pfingstmarkt als eines der attraktivsten Volksfeste in der Region, auf das die Stadt stolz sein könne. Ein erster Rundgang über den Kirmesplatz führte vorbei an Haunter Castle, der furchteinflößenden Geisterbahn. Aber gleich dahinter sammelte sich vor allem das junge Publikum und wartete auf eine rasante Fahrt mit dem Break Dance. Gegenüber versuchten sich Jung und Alt auf dem Autoscooter, hier war ein Zusammenstoß programmiert. Auch das eine Floßfahrt simulierende Gerät Aqua King ragte aus dem Angebot sichtbar heraus. Das erstmals auf dem Pfingstmarkt agierende Fahrgeschäft fand auf Anhieb seine Liebhaber.

Die hat die Jaguarbahn schon seit Jahrzehnten, auf ihr geht es wellenförmig mächtig rund. Gleich um die Kurve fand die Achterbahn Mexico City ihr Publikum. Auch sie gastierte zum ersten Mal in Geilenkirchen, und die Betreiber waren mit der Resonanz durchaus zufrieden. Die Kids kamen ohnehin auf ihre Kosten, denn mit dem Bungee-Trampolin und verschiedenen Karussells wurde ihnen einiges geboten. Überall ging es vier Tage lang — durchaus auch im Wortsinn —mächtig rund beim traditionellen Geilenkirchener Volksfest.

Zum zehnten Mal in Folge boten Händler beim Krammarkt im Wurmauenpark als Alternative zu den Buden und Pavillons auf dem Pfingstmarkt am Sonntag und Montag ihre Waren feil. Dazu gehörten Kunsthandwerk, Geschenk- und Dekorationsartikel, Schmuck, Lederwaren, Floristik sowie Bekleidung. Nachdem Dienstagabend die letzten Böllerschüsse des Feuerwerkes verklungen sind, wird schon in wenigen Tagen nicht mehr erkennbar sein, dass auf dem Beamtenparkplatz ein großes Jahrmarktspektakel viele Tausend Menschen begeistert hat.