Festlicher Gottesdienst: Pfarrerin Angelika Krakau feiert ihr 25. Ordinationsjubiläum

Festlicher Gottesdienst : Pfarrerin Angelika Krakau feiert ihr 25. Ordinationsjubiläum

Der Begriff „Ordination“ bezeichnet bei Pfarrern die Einführung in ihr Amt. Sie erhalten dadurch vor allem das Recht, zu predigen und die Sakramente zu spenden. Bereits seit einem Vierteljahrhundert bekleidet die evangelische Pfarrerin Angelika Christiane Krakau nun schon dieses Amt, derzeit in Übach-Palenberg.

Dort durfte sie am vergangenen Sonntag ihr 25-jähriges Ordinationsjubiläum feiern. In der Erlöserkirche hatten sich aus diesem Grunde viele Jubiläumsgäste zum Festgottesdienst und zur Feier versammelt.

Feierlich stimmte der Chor der Martin-Luther-Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Würselen unter der Leitung von Sabine Heinig-Michl die Besucher tonschön mit Gospelsongs auf den Festakt ein.

Pfarrerin Krakau zelebrierte den Gottesdienst und meinte, dieser habe einen freudigen und einen traurigen Anlass: ihr Ordinationsjubiläum und die Verabschiedung der Küsterin Dine Steimer in den Ruhestand nach 19 Dienstjahren.

Nie mehr Faschismus

Der Chor der Martin-Luther-Kirche der evangelischen Kirchengemeinde Würselen begleitete den Festgottesdienst mit Gospelsongs. Foto: Renate Kolodzey

Hoher Besuch aus dem Kirchenkreis Jülich, Superintendent Jens Sannig, ergriff das Wort und meinte, dies seien zwei ganz unterschiedliche Dienerinnen Gottes, und sie hätten schöne wie auch schwierige Zeiten erlebt. „Nie mehr Faschismus“ sei ein wichtiges Schlagwort, fuhr Sannig fort, und gerade heute gelte es, mutig zu seinen Ansichten zu stehen.

So gewähre die evangelische Gemeinde Flüchtlingen Kirchenasyl, was teils angefeindet würde. Auch sei im Hambacher Forst gerade jetzt Polizeieinsatz, und „eigentlich sollten wir dort sein“, bekräftigte er, denn es gelte, „Schöpfung zu bewahren“.

Pfarrer Christian Justen, Presbyter und engste Mitarbeiter versammelten sich nun im Halbkreis um Pfarrerin Krakau, und Superintendent Sannig würdigte ihre Verdienste und bat um Gottes Segen für das weitere Schaffen der 56-Jährigen. Herzlich umarmte er sie und meinte, schmunzelnd zur Gemeinde gewandt: „Sie dürfen jetzt ruhig einmal klatschen“, was ausgiebig erfolgte. Gut gelaunt überreichte er die Jubiläumsurkunde, ausgestellt von Vizepräsens Christoph Pistorius aus Düsseldorf.

Alles hat einen Sinn

Als vielstimmiger Gesang einsetzte, meinte die Pfarrerin, etwas irritiert vor Aufregung: „Oh, jetzt singen wir schon — mein Gott!“ In ihrer Predigt von der Kanzel aus sprach sie sehr offen und ehrlich über ihr Leben und gestand, dass viele Dinge nicht so gelaufen seien, wie wollte. Letztendlich habe jedoch alles einen Sinn gehabt. „Vergesst nie das Gute in eurem Leben!“, schloss sie ihre bewegende Ansprache.

„Jetzt kommt der traurige Teil,“, meinte Pfarrer Justen: die Verabschiedung von Küsterin Dine Steimer. Auch bei ihr stellten sich die Presbyter und Mitarbeiter im Halbkreis auf, und der Pfarrer dankte für ihr 19-jähriges Wirken. Zunächst habe sie in der Boschelner Kreuzkirche acht Jahre mit Pfarrer Johannes de Kleine zusammengearbeitet. Später sei sie bezirksübergreifend tätig gewesen. Er lobte unter anderem ihre „unerschütterliche Loyalität zur Kirche“ und ihren unermüdlichen Einsatz.

„Wir lassen dich ungern gehen“, sagte er mit einer herzlichen Umarmung. Am Ausgang der Kirche mussten die beiden Geehrten jetzt viele Hände schütteln — alle wollten gratulieren und sich verabschieden.

Im Gemeindesaal unter der Kirche warteten im Anschluss an den Gottesdienst bei leckerem Kaffee und Kuchen neben den Familienmitgliedern zahlreiche Festredner mit humorvollen Grußworten auf die beiden Damen, darunter Pfarrer i. R. Johannes de Kleine, Presbyterin Monika Stumpf, Pfarrer Dr. Mathias Schoenen aus Gangelt, Pfarrerin Jutta Wagner aus Jülich und Pfarrerin Renate Fischer-Bausch aus Herzogenrath.

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