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Geilenkirchen: Pegasus erobert sich einen himmlischen Platz

Geilenkirchen : Pegasus erobert sich einen himmlischen Platz

Sie ist nicht nur sympathisch, nein, sie ist auch noch „richtig gut”. Schon zum vierten Mal gewann die anstehende Gold- und Silberschmiedegesellin Sandra Vinken aus Erkelenz den ersten Preis beim Wettbewerb für die Anfertigung eines Karnevalsordens.

Ausgeschrieben und verliehen wird dieser von der Gold- und Silberschmiede-Innung Aachen und der Handwerkskammer Aachen.

Schmunzelnder Bischof

Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, derzeit arg gebeuteltes Haupt des Aachener Bistums, war der schmunzelnde Empfänger, dem die strahlende Siegerin bei einer Feierstunde im Aachener Lenné-Pavillon ihre handwerklich wie künstlerisch außergewöhnlich gelungene Arbeit übergab, allerdings nicht ohne in karnevalistischer Reimform auf den Hintergrund ihres Werkes einzugehen.

Der quittiert das originelle Werk mit Wohlgefallen - mit sanftem, seligen Lächeln. Weitere Orden gingen bei der gut besuchten Feier unter anderem an NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau und - in dessen Abwesenheit - an den Landesvorsitzenden der nordrhein-westfälischen CDU, Dr. Jürgen Rüttgers.

Unter dem vorgegebenen Motto „Die Reiterwelt zu Gast in Aachen” hatte die junge Frau ein geflügeltes Pferd vor der Silhouette des Aachener Domes, dessen Umrisse die eines stilisierten Hufeisens sind, geschaffen, das außer der Verbindung von bekannten Aachener Wahrzeichen wie CHIO und Dom mit einem karnevalistischen Augenzwinkern auf die Finanzmisere des Bistums hinwies, dem göttliche Hilfe in Gestalt des Pegasus sicher nicht ungelegen käme.

Erst zwanzig Jahre jung ist die begnadete Künstlerin, die vor nicht ganz dreieinhalb Jahren ihre Ausbildung in der Gold- und Silberschmiede von Goldschmiedemeister Patrick Machnik in Immendorf begann. Auf Anregung ihres Lehrherrn beteiligte sich die junge Frau schon in ihrem ersten Ausbildungsjahr am obigen Wettbewerb und belegte seitdem prompt in jedem Jahre den ersten Platz.

Der Vater hilft

Auf die Frage, wie so etwas möglich sei, weist Sandra Vinken ganz ohne Scheu auf ihren hervorragenden Lehrmeister und das Engagement ihrer ganzen Familie hin: „Alle, vor allem aber mein Vater, helfen bei der Motivsuche engagiert mit.”

Ausführende aber ist die 20-jährige Künstlerin ganz allein, wenn auch Patrick Machnik den ein oder anderen Tipp gibt. Im kommenden Jahr wird Sandra Vinken nach vier Teilnahmen am Wettbewerb erstmals nicht mehr mit an den Start gehen.

Im Januar wird die junge Frau ihre Ausbildung als Gold-und Silberschmiedin beenden und ihren Ausbildungsbetrieb verlassen. Sie möchte das Fachabitur nachholen und danach ein Design-Studium beginnen.