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Im Krankenhaus Geilenkirchen: Patienten-Besuchsdienst in Schwierigkeiten

Im Krankenhaus Geilenkirchen : Patienten-Besuchsdienst in Schwierigkeiten

Schwieriges Engagement für den Patienten-Besuchsdienst im Krankenhaus Geilenkirchen unter Corona-Bedingungen: Ehrenamtlern und Patienten macht die Pandemie zu schaffen.

Zusammen mit den Gemeindesozialarbeiterinnen des Caritasverbandes und der Krankenhausseelsorge haben ehrenamtlich Tätige im Besuchsdienst des Krankenhauses Geilenkirchen eine Zwischenbilanz in Coronavirus-Zeiten gezogen. Insgesamt sind derzeit 84 Menschen darin engagiert.

Neben der internen Besuchsdienst-Gruppe, die vom Krankenhaus-Seelsorger Meinolf Schrage koordiniert und begleitet wird, sind aus den Gemeinden, die zu Geilenkirchen, Übach-Palenberg, Gangelt und Selfkant gehören, ebenso Menschen aktiv, die ihre Gemeindemitglieder während ihres Krankenhausaufenthaltes besuchen und einen Genesungsgruß aus der Gemeinde überbringen.

Viele dieser Engagierten sind seit Jahren, teils seit Jahrzehnten, in diesem Dienst tätig. Beim Treffen wurde deutlich, dass es die Ehrenamtler sehr bedauern, aufgrund der Pandemie und des Besuchsverbotes seit März nicht mehr tätig sein zu können. Gerade in dieser Zeit sei ihr Dienst wichtig, nötig und kostbar, hieß es. Es sei sehr bedauerlich, dass das Engagement zum Wohle der Erkrankten zurzeit nicht durchgeführt werden könne.

Weiterbildung

Üblicherweise laden die Gemeindesozialarbeit und die Krankenhausseelsorge einmal im Jahr alle Engagierten im Krankenhaus-Besuchsdienst zu einer Weiterbildung – verbunden mit einem Dankeschön seitens des Caritasverbandes und des Krankenhauses – ein. Diesmal wurde die Gruppe dreigeteilt, um die Teilnehmerzahl zu minimieren. Das diesjährige Weiterbildungsthema lautete „Menschen mit demenziellen Veränderungen“.

Der Umgang mit einem Menschen mit Demenz kann manchmal unsicher machen und Fragen aufwerfen – darüber sprach Mechthild Bose, Gemeindesozialarbeiterin, Religionspädagogin, Gerontologin und systemische Organisationsberaterin mit den Ehrenamtlern. Meinolf Schrage, Krankenhausseelsorger, überbrachte den Teilnehmern Grüße und einen besonderen Dank der Geschäftsleitung des Krankenhauses. Er gab ebenso die Information weiter, dass der Krankenhaus-Besuchsdienst mindestens bis zum Ende des Jahres weiterhin nicht stattfinden kann.

Im Vortrag von Mechthild Bose wurde für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich, dass grundsätzlich in der menschlichen Begegnung Empathie, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und zugewandte, positive Begegnung wichtige Tugenden und bei Menschen mit demenziellen Veränderung umso bedeutender sind. Es gelte, mit und nicht über die Person hinweg Begegnungen und Gespräche zu führen. Die Ehrenamtler hatten konkrete Fragen zu dieser Erkrankung und fragten unter anderem auch nach Möglichkeiten der Vorbeugung. Körperliche und geistige Beweglichkeit, so Bose, seien vorbeugende Maßnahmen, um Körper und Geist fit zu halten.

Nach diesem Vortrag und der Klärung aller Fragen stellte Gemeindesozialarbeiterin Nicole Abels zur Diskussion, wie es den Gruppen geht, ob die Mitglieder Kontakt halten und ob bislang Engagierte unter dem Eindruck der Corona-Krise ihre Aufgabe aufgegeben haben. Fazit: Die Gruppen haben sich in diesem Jahr nicht getroffen, sie haben jedoch unterschiedlich Kontakt. Einige haben ihre Gemeindemitglieder nach dem Krankenhaus-Aufenthalt zu Hause besucht, sofern dies bekannt war. „Andere wissen nicht, wie sie ihren Besuchsdienst wieder anlaufen lassen können, da Gruppentreffen nicht stattgefunden haben und nicht stattfinden oder Hauptverantwortliche weggebrochen sind“, bilanzieren die Initiatoren.