Passionisten in Übach-Palenberg

Blick in die Ordensgeschichte : Fünf Jahre Passionisten in Marienberg

Kaum einer kennt sie, die Passionisten im Kloster Marienberg, die mittlerweile seit fünf Jahren in Übach-Palenberg wohnen. Dieser Umstand ist nicht durch mangelnden Einsatz der Mitbrüder in der Seelsorge entstanden, sondern durch die bereits vor ihrer Ankunft hier vorgegebene strukturelle Situation, die eine Mitarbeit in Übach- Palenberg nicht zuließ, außer durch 14-tägige Vesper- und Meditationsgottesdienste, regelmäßig in der Marienberger Kirche.

Deshalb wurden die fünf Patres, die in Marienberg gleich neben dem von den Oblaten des Hl. Franz von Sales gegründeten Jugendhaus wohnen, anderweitig eingesetzt; so. in Alsdorf und Baesweiler, ein Pater als Seelsorger im Altenheim in Übach, zwei andere Patres zur Aushilfe in Würselen und in der Umgebung von Geilenkirchen. Durch den Amtsverzicht von Pfarrer Stephan Rüssel im Mai sind nun doch noch zwei Patres zur Mithilfe in der Pfarrei in Übach-Palenberg bestellt worden.

So hat man in dieser Gegend hier vorher kaum etwas gehört von diesen Ordensleuten mit ihrem langen, schwarzen, bis zu den Fersen reichenden Gewand, auf der linken Brustseite das charakteristische Zeichen, ein Kreuz, darunter eine herzförmige Aufschrift: JESU XPI PASSIO, die an das Leiden Jesu Christi erinnern soll.

Der Gründer des Ordens, der Heilige Paul vom Kreuz, wurde im Jahre 1694 als Paolo Francesco Danei in der norditalienischen Kleinstadt Ovada (in der Nähe von Genua) geboren. Geprägt durch die Frömmigkeit der Eltern und inspiriert durch manche Priester schloss Paul sich, etwa 25-jährig, in Castellazzo einer Bruderschaft an und führte bereits ein fast klösterliches Leben, obwohl er noch längere Zeit in seinem Elternhaus wohnte; der Gedanke aber, eine eigene Gemeinschaft von Geistlichen zu gründen, die das Leiden und Sterben Christi als Inspirationsquelle nutzten, wurde immer glühender in ihm.

Im Jahr 1721 macht sich Paul dann mit einem Empfehlungsschreiben seines Heimatbischofs nach Rom auf, um mit dem Papst über die Verwirklichung seines Vorhabens einer Ordensgründung zu sprechen. Alle Regeln, nach denen die neue Gemeinschaft leben sollte, hatte er zu dieser Zeit bereits verfasst.

Aber schnell mahlten die Mühlen auch damals in Rom nicht. Erst 20 Jahre später, im Jahre 1741 bekam er die päpstliche Erlaubnis für seine Ordensgründung.

Besonders fühlte sich Paul im Evangelium von der Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu Christi angezogen, daher auch der Name des Ordens „Passionisten“.

Paul vom Kreuz, wie er sich nannte, ließ zu den drei traditionellen Ordensgelübden Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam seine Mitbrüder ein viertes Gelübde ablegen: Die Verehrung des Leidens und Kreuzes Jesu zu fördern. Die Konsequenz daraus lautet für Passionisten heute: Leidenden Menschen heutiger Tage ein mögliches Lebensmodell zu zeigen, das vom Evangelium her existenzielle Impulse in den konkreten Nöten geben kann. Darin sehen die Passionisten ihre Spiritualität, ihren geistlichen Antrieb und das „In die Tat umsetzen“ ihrer vom Ordensgründer gewollten Sendung. Paul vom Kreuz starb am 18. Oktober 1775. Am 1. Okt. 1852 wurde er selig gesprochen. Die Heiligsprechung war am 29. Juni 1867. Seinen Gedenktag feiert die Weltkirche jedes Jahr am 19. Oktober.

Mehr von Aachener Zeitung