Geilenkirchen: Passen Wasser und Strom in der Region zusammen?

Geilenkirchen: Passen Wasser und Strom in der Region zusammen?

Über unser Wasser, das Lebensmittel Nummer eins, informierte sich die Geilenkirchener Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei einer Besichtigung des Hauptwasserwerks in Niederbusch. Neben den aufschlussreichen Informationen über unser Trinkwasser wollten die Geilenkirchener Grünen auch in Erfahrung bringen, ob „eine Rekommunalisierung der Energieversorgung unter dem Dach des Verbandswasserwerkes eine Alternative” wäre, so die Fraktion.

Einfluss und Risiko

Im April hatten die Grünen in einer ersten Veranstaltung über die Chancen und Risiken einer energiepolitisch lokalen Neuorientierung und einer größeren Einflussnahme diskutiert.

Vor dem Hintergrund, dass im Jahr 2014 der dann 20 Jahre alte Konzessionsvertrag der Stadt Geilenkirchen zur Betreibung des öffentlichen Stromnetzes mit dem jetzigen Betreiber ausläuft, möchte die Fraktion „alle sich bietenden Informationen einholen und kritisch beleuchten”, heißt es.

Fragen nach Gülleeintrag

Der Geschäftsführer des Verbandswasserwerks, Georg Wichert, stand der Ratsfraktion nach Erläuterung technischer und organisatorischer Grundlagen für Auskünfte zur Verfügung.

Mit mehr als 18.000 Hausanschlüssen ist das Verbandswasserwerk für die kommunale Trinkwasserversorgung in der Region Gangelt, Selfkant und Geilenkirchen zuständig. Aus sechs Brunnen werden pro Jahr etwa 3,8 Millionen Kubikmeter qualitativ hochwertiges Wasser gefördert.

Auf Nachfrage zum überhöhten Gülleeintrag in die regionalen Felder des Verbandsgebiets bestätigte der Geschäftsführer, dass das Problem dringend durch andere Maßnahmen und verstärkte Kontrollen geregelt werden muss.

Das Trinkwasser wird im Auftrag des Gesundheitsamts des Kreises Heinsberg und der Aufsichtsbehörden wöchentlich kontrolliert. Dem Wasserwerk werde „sehr gute Qualität” bescheingt, der Nitratgehalt aber sei in der Tendenz steigend, erfuhr die Ratsgruppe, die als erste den neuen rund 800.000 Euro teueren Flachbettbelüfter des Wasserwerks anschauen konnte.

Im Anschluss an die Führung wurde über mögliche Vor- und Nachteile einer kommunalen Energieversorgung unter dem Dach des Verbandwasserwerks gesprochen. Man war sich einig, schildern die Grünen, dass durch eine solche Maßnahme der Wasserpreis aber nicht steigen dürfe.

Arbeit und Steuern

Auch über mögliche Synergieeffekte herrschte weitgehende Übereinstimmung in der Runde. Vorteile einer kommunalen Energieversorgung könnten auch in der Preisgestaltung für den Kunden liegen. Arbeitsplätze und Gewerbesteuer würden so in der Region gehalten.

Das Thema soll in der nächsten Sitzung der Gesellschafterversammlung des Verbandswasserwerks behandelt werden.