Übach-Palenberg: Parkraumkonzept für Übach: 80 Parkplätze für fast 557.000 Euro

Übach-Palenberg: Parkraumkonzept für Übach: 80 Parkplätze für fast 557.000 Euro

Selten waren zu einem Tagesordnungspunkt derart viele verschiedene Meinungen vertreten. Am Dienstag wurde im Rathaus ein Parkraumkonzept für Übach (ohne Palenberg) diskutiert. Und einige Stadtverordnete schienen sich nicht einmal sicher zu sein, ob es überhaupt notwendig ist, in der Sache Zeit und Geld aufzuwenden.

Angesichts des etwas konfusen Gesamtbildes war es wahrscheinlich das Vernünftigste, dass eine Entscheidung ausblieb und auf die nächste Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung vertagt wurde.

Teil des Parkraumkonzepts: Die Fläche zwischen Quäkergracht und dem Fuß der Burgstraße. Foto: Jan Mönch

Ausgangspunkt der Angelegenheit ist das neue Boarding Hotel, das schon bald zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Em Koddes entstehen soll. An dieser Stelle befindet sich zurzeit ein Parkplatz, und natürlich wurden Stimmen laut, die forderten, hier Ersatz zu schaffen. Also entwickelte die Stadtverwaltung das nun vorgestellte Parkraumkonzept, das aus den folgenden Punkten besteht.

Lessingstraße: Auf einer kleinen Grünfläche sollen 18 Parkplätze entstehen. Bisher darf auf der Straße geparkt werden, so dass diese Parkplätze wegfallen. Bleiben in der Summe acht zusätzliche Parkplätze.

Beggendorfer Straße: Am Hang unterhalb der Sporthalle der Grundschule Übach sollen 27 Parkplätze entstehen. Auch hier fällt bestehender Platz weg, so dass hinterher 14 Parkplätze mehr vorhanden wären als bisher.

Talstraße: Hier könnten gegenüber von Haus Nummer 17 sechs oder sieben Parkplätze entstehen.

Burgstraße: Am Scheitelpunkt zwischen Burgstraße und Quäkergracht könnte die Kapazität des vorhandenen Parkplatzes von zwölf auf 25 erhöht werden.

Kirchberg/hinter dem Rathaus: Auf der Rückseite des Rathauses liegt etwas versteckt ein Parkplatz für die Bediensteten der Stadtverwaltung. Dieser könnte vergrößert werden. Wegen der Hanglage wäre das allerdings teuer, weshalb die Verwaltung selbst sich dagegen aussprach.

Friedrich-Ebert-Straße: Hier könnte der mit Abstand meiste Parkraum geschaffen werden, nach Berechnungen der Verwaltung wäre Platz für rund 40 Autos. Allerdings wären auch die Kosten mit 358.000 Euro beträchtlich. Die Umsetzung des gesamten Konzeptes mit rund 80 zusätzlichen Parkplätzen würde sich auf 557.000 Euro belaufen.

Soweit also die Diskussionsgrundlage. Die SPD winkte sogleich ab: „Zu teuer, viel zu teuer“, befand Tim Böven für die SPD, sein Parteifreund Alf-Ingo Pickartz sprach von „reiner Flickschusterei“. Nächstes Jahr wollte man ja den Rathausplatz in Angriff nehmen, es mache wohl mehr Sinn, bis dahin zu warten und vielleicht einige Notparkplätze einzurichten. Heinz Waliczek, Chef der Stadtentwicklung, räumte ein, dass man hier lediglich einige „schnelle Lösungen“ vorgestellt habe.

Josef Fröschen (CDU) indes stellte fest, dass in Übach-Palenberg gerne der Anspruch erhoben würde, „bis an die Treppe“ zu fahren. Dennoch war er der Meinung, dass etwas getan werden müsse, wobei der große Parkplatz an der Friedrich-Ebert-Straße bevorzugt behandelt werden solle. Völlig anders sah das Wolfgang Bien von der UWG: Er fand alle anderen Vorschläge gut und konnte nur der Friedrich-Ebert-Straße nichts abgewinnen.

Carla Glashagen, sachkundige Bürgerin der Grünen, ging es schließlich ganz grundsätzlich an und fragte, wieso die Verwaltung das Konzept überhaupt aufgestellt habe. Sie habe bislang immer problemlos einen Parkplatz gefunden. Der Erste Beigeordnete Helmut Mainz sah sich an dieser Stelle genötigt, daran zu erinnern, dass man auf Geheiß der Politik gehandelt habe, „hier bestimmen Sie!“.

Kurzum: Es wurde alles gesagt und von allem das Gegenteil. Schließlich entschied der Ausschuss geschlossen die Vertagung. Die Diskussion wird nun zunächst einmal innerhalb der Fraktionen weitergehen.

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