Opernaufführung für Kinder in der Gesamtschule Geilenkirchen

„Die Zauberflöte“ von Mozart : Opernaufführung für Kinder in der Gesamtschule

Gleich zwei Opernaufführungen wurden den Schülern der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen in ihrer Aula geboten. Das Musiktheater für Kinder und Jugendliche „J0! Junge Oper Detmold“ war zu Gast.

Zunächst erlebten 105 Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs sechs die Oper  „Abu Hassan - eine Geschichte aus 1001 Nacht“ von Carl Maria von Weber. Anschließend durften 110 Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs fünf die Aufführung der Oper  „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart besuchen.

Die Schüler hatten sich  vorab schon im Musikunterricht auf die jeweilige Oper vorbereitet. Da beide Opern in einer kindgerechten Fassung und auf 75 Minuten Gesamtdauer reduziert präsentiert wurden, konnten die Schüler ihre Opernerfahrungen auch genießen. Einige Schüler wurden von den Schauspielern sogar mit in das Geschehen auf der Bühne eingebunden. Sie hatten in ihren Kostümen kleine Sprechrollen zu spielen. Zudem wurden drei Lieder der Zauberflöte von allen Kindern zusammen mit den Profis der Jungen Oper gesungen. Auch ein täuschend echtes Gewitter durften die Kinder selber zur Aufführung beisteuern.

„Die Aufführungen mit klassischer Musik und professionellen Opernsängern unterstützen unser musikpädagogisches Konzept“, erläuterte Musiklehrerin Maria Slagboom. Auch Kinder, die nicht in einem Orchester spielen oder ein Instrument lernen, könnten so an die klassische Musik und insbesondere die Welt der Oper herangeführt werden. Erste Hemmschwellen, etwa bei Betreten eines Opernhauses, könnten durch die Aufführung in der Schule überwunden werden.

Dies gelang umso mehr, als die Sänger der Jungen Oper Detmold auch ihr Publikum in ihr Spiel mit einbezogen. So schritt Prinz Tamino, als er seine Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ sang, durch die Stuhlreihen in der Aula und ließ den Bilderrahmen mit dem bezaubernd schönen Bildnis auch das Publikum sehen. Durch die Selbsterfahrung und die Beschäftigung mit dem Thema wird für die Schüler spielerisch eine Brücke zur Oper geschlagen.

Maria Slagboom: „Immer weniger Kinder und Jugendliche kennen die Welt der klassischen Musik, geschweige denn die Welt der Oper. Sie gilt als uncool und verstaubt, obwohl die meisten nie damit in Berührung gekommen sind.“ Wie sehr sich Kinder und Jugendliche jedoch von Opernaufführungen bewegen lassen, wenn sie sie erst einmal kennengelernt haben, zeigten die Reaktionen der Schüler während und nach den Aufführungen. Für viele Kinder öffnete sich eine völlig neue Welt, die sie sehr beeindruckte und berührte. Einige Schüler konnten dank der Vorbereitung im Unterricht sogar Sopran, Tenor und Bass heraushören. Ein Schüler meinte: „Nicht zu fassen, dass die so laut ohne Mikrophon singen können.“ Und ein anderer war so angetan, dass er fragte: „Können wir das noch mal machen.“  Die Vorstellungen wurden durch einen Zuschuss des Fördervereins der Schule möglich gemacht.

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