Gangelt-Schierwaldenrath: Oldtimerschau und Selfkantbahn: Träume aus Qualm und Blech

Gangelt-Schierwaldenrath: Oldtimerschau und Selfkantbahn: Träume aus Qualm und Blech

„So viel ist am ersten Tag selten los”, staunte Helmut Kommans von den Selfkantbahnern über den guten Besuch schon am Pfingstsonntag. Für die Dauergäste der historischen Eisenbahn war es ein Tag, wie viele andere auch.

Für Christine Paustenbach, nach eigenem Bekunden schon als Baby 1986 Mitglied des Vereins geworden, war es indes ein Tag, der über ihre weitere Zukunft bei den Schmalspur-Eisenbahnern entscheiden sollte.

Sie legte mit Bravour die Heizerprüfung ab, und nun steht einer weiteren Ausbildung zur Lokführerin nichts mehr im Wege. Als Heizerin ist sie die zweite Frau, als Lokführerin der Hagen, der Haspe oder der Regenwalde wäre sie die erste. Als sie auf der Haspe schwitzte, servierte Daniel Weiß im vollbesetzten Buffetwagen Erdbeertorte.

„Selber gebacken von unseren Frauen”, musste er nicht lange seine Ware anpreisen. Während sich der 11.15 Uhr-Zug langsam in Richtung Birgden und damit in Richtung einer großen Schar Fotografen, die an der ehemaligen Kläranlage den besten Platz hatten, in Bewegung setzte, fuhren die Jugendlichen der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) mit einer Motordraisine im Bahnhofsbereich Schierwaldenrath auf und ab.

Aufmerksam beäugt wurden sie von Helmut Komanns und Günter Steinhauer, die ja üblicherweise zu Pfingsten im Rahmen eines Sonderfahrplanes mehr als nur die beiden Dampflokomotiven Schwarzach und Haspe auf die Schiene bringen wollten. Vor allem der Triebwagen fand reges Interesse bei den Besuchern.

Nahe des Bahnhofs fand zum zweiten Male ein Bauernmarkt statt, der Mühlenexpress dreht seine Runden, in der Museumshalle waren die Modelleisenbahner mit den herrlichen Dampfmaschinen und mit dem ganzen Zubehör für Hobbyeisenbahner zu finden. Ganz hinten werkelte Roland Molz.

Er brachte eine Stopfmaschine auf Vordermann. Das Gewirr aus Kabeln, Schaufeln und Metall dient spätestens ab Sommer wieder unterstützend beim Gleisbau. Groß war das Interesse an der Oldtimer-Ausstellung: Wikipedia weist den „Humber Super Snipe” lakonisch als „Fahrzeug der Mittelklasse” aus. Dabei ist das fünf Meter lange Auto aus dem Jahre 1937 ein Traum aus Blech und Chrom, aus einer Zeit, als es noch keine Windkanäle zur Fahrzeugentwicklung gab.

Ein gefüllter Sektkühler und zwei Gläser dazu unterstrichen das Exklusive. Deutlich jünger, aber ebenso formvollendet ein 1600-er Porsche aus den 1950er-Jahren. Das älteste Fahrzeug in der Oldtimerausstellung war wohl ein Ford T von 1914 mit immerhin knapp drei Litern Hubraum.