Offene Tür im Tierheim: Pfarrer erteilen den Tieren den Segen

Von: jwb
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In der „Kirche to go“ der evangelischen Gemeinde Heinsberg feierten Pfarrer Sebastian Walde sowie Pfarrer René Mertens von St. Gangolf einen Wortgottesdienst und nahmen die Segnung der Tiere vor. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Tierliebhaber und Tierschützer hatten am Wochenende eine interessante Anlaufstelle. Beim Tierheim vom Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg war der jährliche Tag der offenen Tür angesagt. Erst­malig war die „Kirche to go“ der evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg vor Ort zur Segnung der Tiere.

Der evangelische Pfarrer ­Sebastian Walde sowie der katho­liche Pfarrer René Mertens von St. Gangolf feierten gemeinsam mit den Menschen einen ökumenischen Wortgottesdienst auf dem Gelände des Tierheims in Kirchhoven.

Wenn auch mit Kuchenbuffet, Imbissbuden sowie Ständen für Bücher, Tierpflegeprodukte und Tipps zum richtigen Umgang mit Hunden und Katzen reichlich Unterhaltungs- und Informationsangebote für die Menschen vorhanden waren, im Mittelpunkt standen die Tiere und ihre Bedürfnisse sowie die Unterstützung der Arbeit des Tierschutzvereins im Tierheim durch Spenden.

Spenden machen Projekte möglich

Die erste Vorsitzende des Vereins, Bianka Mai, betonte denn auch, dass ohne eine solche Unterstützung die Umsetzung der Aufgaben des Vereins nicht zu bewältigen sei. Dazu gehöre auch die Komplettsanierung der Gebäude auf dem Gelände, welches als großes Ziel noch anstehe. Einige Bausteine – zu denen die leistungsstarke Heizungsanlage ebenso gehöre wie die Tierarztpraxisräume - seien schon realisiert dank der zahlreichen Spenden. Diese hätten auch dabei geholfen, dass das Grundstück erworben werden konnte, auf dem die Hauptaktionen des Tag der offenen Tür stattfinden würden. Zudem konnte die räumliche Ausstattung für die Katzenunterbringung deutlich ausgebaut und verbessert werden.

Während die zurzeit etwa 70 zu betreuenden Katzen sich leichter vermitteln ließen, sei die Verweildauer der rund 35 Hunde deutlich länger. Katzen bedürften oft aufgrund von Krankheiten der Hilfe des Tierheims, ließen sich aber auch leichter vermitteln, erklärte Bianka Mai. Bei den Hunden stünden dagegen Verhaltensauffälligkeiten stärker im Hilfefokus. Verhaltensveränderungen erforderten damit mehr finanzielle und personelle Ressourcen, machte sie die Unterschiede bei den Hilfen deutlich.

Annika Schumacher – Hundeverhaltensberaterin von Hund im Blick – bestätigte, dass die fehlende Fähigkeit der Hundehalter, die Gefühlslage ihrer Hunde zu erkennen und angemessene Signale für das Tier zu geben, häufige Ursache für ein Fehlverhalten der Tiere sei. In einer „Paartherapie“ von Mensch und Hund ließe sich dies einüben.

Das Aussetzen der Haustiere sei jedoch immer noch eine der größten Ursachen für die Tierheimunterbringung. Das gelte ganzjährig, so Mai. Bei den augenblicklich 120 zu betreuenden Tieren im Heim weite sich der Unterbringungsbedarf für exotische und oft gefährliche Tiere aus. Das Tierheim in Kirchhoven habe lediglich eine Erstaufnahmemöglichkeit, vermittele aber diese Tiere an spezielle Einrichtungen weiter, erklärte die Vorsitzende.

Anlass zur Nachdenklichkeit

„Wir alle sind als Lebewesen Teil dieser Welt“, begann Pfarrer René Mertens den ökumenischen Gottesdienst mit dem Hinweis auf das Zusammenleben von Mensch und Tier. Pfarrer Sebastian Walde richtete den Blick auf die Erkenntnisse der Philosophie. Wenn frühere Philosophen den Unterschied zwischen Mensch und Tier daran festmachen wollten, dass der Mensch die Sprache habe, das Tier aber nicht, so gab er mit einem Hinweis – „Sind Kinder, die noch nicht sprechen können, keine Menschen? Niemand würde dies denken“ – einen Anlass zur Nachdenklichkeit, was die Stellung des Tieres in der Welt angehe.

Viele Besucher waren mit ihren Lieblingen gekommen, um ihre Tiere segnen zu lassen. Das geschah sowohl beim Wortgottesdienst von der „Kirche to go“ wie auch durch Pfarrer Mertens, der über das gesamte Anwesen eilte und die Segnung auch der Heimtiere vornahm.

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