Geilenkirchen: Nur ein Uniformknopf reicht noch nicht aus

Geilenkirchen: Nur ein Uniformknopf reicht noch nicht aus

Sechs Tage lang suchten der Umbettungsbeauftragte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), Volker Schneider und sein Team Mike Eckert, Michael Knappstein, Johannes Pantel und Bernd Rahmer nach Gebeinen vermisster Kriegsopfer und anderen Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Am Freitag machte sich das Quintett auf dem Heimweg, ohne Soldatengräber gefunden zu haben. „Nur ein Uniformknopf in einem Meter Tiefe reicht nicht, um einen Gefallenen mit einem Suchgerät zu finden”, erklärt Mike Eckert die Situation. Dennoch habe die Aktion aufgrund in den letzten Tagen eingegangener Hinweise und weiterem auszuwertendem Kartenmaterial ein Ergebnis gebracht, dass für die nächste Suche hoffen lasse.

„Die Zeit war viel zu kurz, wir müssten neun Monate bleiben und hätten noch immer nicht alles abgesucht”, ist sich Volker Schneider sicher. „Wir brauchten mindestens eine Woche für einen Acker”, wirft Mike Eckert ein.

Aufgrund der ackerbaulichen Bedingungen könne auf den noch nicht abgeernteten Rüben- und Maisfeldern derzeit keine Suche erfolgen. Deshalb überlege das Team jetzt, ob es im Herbst noch einmal zurück kommen und die Suche wieder aufnehmen wird. Fundierten Hinweisen, nachdem bei Puffendorf mindestens ein Massengrab vorhanden sein soll, werde das Team nach nachgehen. „Wir müssen mit zwei Teams systematisch vorgehen und uns von den gegenüberliegenden Feldrändern aus zur Mitte vorarbeiten”, erklärt Volker Schneider.

Bei der Aktion in dieser Woche sei hauptsächlich oberflächlich vorhandene Munition gefunden worden, sehe man von der in knapp ein Meter Tiefe liegenden Gurtkiste mit Maschinengewehrmunition einmal ab.

Um bei Tiefensignalen effektiv arbeiten zu können sei aber ein kleiner Bagger notwendig, den das Team diesmal nicht zur Verfügung hatte.

Geilenkirchen sei hart umkämpft worden und in der ganzen Umgebung wären zahlreiche Schützengräben verzeichnet. Es sei bekannt, dass im Krieg die toten Soldaten oftmals in diesen Gräben einfach belassen und nur Erde darüber geschüttet worden sei.

Um Geilenkirchen würden neben den vermissten 31 US-Soldaten weitere Dutzende britische Gefallene und sicherlich weit über 100 deutsche Kriegstote liegen. Jedenfalls werde Volker Schneider, der sich genauso wie seine Kameraden von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der hiesigen Bevölkerung und der Unterstützung durch die Stadt Geilenkirchen begeistert zeigte, die Suche bald fortsetzen. Zuvor stehen aber noch einige „Einsatzgebiete” am Niederrhein auf der Liste der Suchgebiete.