Bilanz Schwimmprojekt : Nichtschwimmerquote durch Kurs fast halbiert

Bilanz Schwimmprojekt : Nichtschwimmerquote durch Kurs fast halbiert

Positive Bilanz zu Schwimmprojekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“. Übach-Palenberg befürwortet geplante Fortsetzung. Insgesamt nahmen seit dem Start 1627 Schüler im Kreis Heinsberg Schüler teil.

„Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ – unter diesem Titel haben das Regionale Bildungsbüro des Kreises Heinsberg und der Kreissportbund Heinsberg im vergangenen Herbst in Übach-Palenberg erstmals ein Schwimmprojekt durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Maßnahme wurden im Ausschuss für Kultur, Bildung und Soziales am Dienstag vorgestellt.

„Die Anzahl der Nicht-Schwimmer in der fünften Klasse nimmt seit Jahren stetig zu, ebenso leider sie Anzahl der tödlichen Badeunfälle“, zeigt Annette Sielschott vom Regionalen Bildungsbüro die Notwendigkeit des Projekts auf. Und dies sei nicht nur ein Gefühl, eine Erhebung im Kreis Heinsberg zur Schwimmfähigkeit im Jahr 2014 durch den Kreissportbund habe dies bestätigt.

Daher startet 2015 in Erkelenz das Schwimmprojekt mit dem Ziel, durch die Bereitstellung der Ressourcen aller Projektpartner einen effizienten Schwimmunterricht zu initiieren, um sowohl eine kurzfristige Wirkung zu erzielen als auch die Nachhaltigkeit zu sichern und schlussendlich die Nichtschwimmerqoute im Kreis Heinsberg zu reduzieren. Nach dem Erfolg in der Modellkommune Erkelenz wurde das Projekt nach und nach auf Geilenkirchen, Hückelhoven, Wegberg und nun auch Übach-Palenberg ausgeweitet. Seit dem Start haben insgesamt 1627 Schüler an dem Projekt teilgenommen.

In Übach-Palenberg wurde allen Zweitklässler eine Woche vor und eine Woche nach den Herbstferien an jeweils vier Tagen im Vormittag eine Stunde leistungsdifferenzierter Schwimmunterricht angeboten. „Von der Wassergewöhnung bis zur Vorbereitung und Abnahme von den Schwimmabzeichen Seepferdchen, Bronze und Silber“, führt Annette Sielschott aus. Der Schwimmunterricht und die Prüfungen wurden dabei von 21 Schwimmlehrkräften der Stadt Übach-Palenberg, der DLRG aus Übach-Palenberg und Gangelt, des VfR Übach-Palenberg und den FSJ-lern des KSB Kreis Heinsberg durchgeführt. Alle fünf Grundschulen nahmen mit insgesamt 260 Zweitklässlern an dem Projekt teil.

„Die Nichtschwimmerquote ohne Abzeichen lag vorher bei 61 Prozent und konnte auf 38 Prozent reduziert werden“, verrät Annette Sielschott. Als sicherer Schwimmer mit einem Abzeichen von mindestens Bronze konnten sich nach dem Projekt 23 Prozent der Kinder bezeichnen. Insgesamt haben 37 Prozent ein Abzeichen erreicht. „Wichtig ist auch: Alle Kinder haben eine intensive Wassergewöhnung erfahren, und kein Kind hat mehr Angst vor dem Wasser“, betont Annette Sielschott. Damit die Kinder in den Herbstferien selbstständig weiter üben konnten, erhielten sie einmal freien Eintritt. „Dadurch wollten wir die Eltern auch ein wenig in die Pflicht nehmen und keinen Raum für Ausreden lassen“, erklärt Annette Sielschott.

„Das ist wirklich eine tolle Aktion. Es ist erschreckend, wie viele Kinder heute nicht schwimmen können, obwohl es im Lehrplan steht“, findet  Dietmar Lux  (CDU). Auch andere Ausschussmitglieder bestätigen, wie schwierig und langjährig es ist, in einen Schwimmkurs reinzukommen. Aufgrund des Erfolges soll daher soll auch in diesem Jahr das Projekt an den Grundschulenfortgeführt werden.