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Übach-Palenberg: Neugierde sichert Beweise für die Nachwelt

Übach-Palenberg : Neugierde sichert Beweise für die Nachwelt

Die Zahl 60 hat in Verbindung mit dem Zweiten Weltkrieg zur Zeit eine magische Kraft.

Zwar endete der Krieg offiziell im Mai 1945, aber für die hiesige Region endete dieses unselige Treiben bereits im Oktober 1944. In Übach-Palenberg dauerten die Kampfhandlungen bis in die ersten Oktobertage hinein.

Im Gebäude der Volksschule Boscheln (heutige Gemeinschaftshauptschule) befand sich das Hauptquartier der 102. amerikanischen Infanterie-Division unter General Keating. Als sich die Front schon weiter ost- bzw. nordwärts bewegt hatte, kam am 10. November 1944 der Oberkommandierende der Alliierten Streitkräfte, General Dwight David Eisenhower nach Boscheln und erkundigte sich über die derzeitige Situation der amerikanischen Streitkräfte.

Dem Besuch eines ehemaligen Armeefotografen verdankt man diese Information, ansonsten wäre diese für Übach-Palenberg geschichtlich bedeutsame Tatsache vielleicht nie ans Tageslicht gekommen.

Joseph D. Karr, so hieß der US-Fotograf, erinnert sich noch gut an jenen Tag, als Eisenhower nach Boscheln kam. Er war aufgeregt und neugierig, und als Eisenhower im Schulgebäude verschwunden war, schlich er sich langsam hinterher, um zu sehen, was denn passieren würde. Er stellte sich vorsichtig neben das Zimmer, in dem sich Eisenhower befand, und wartete ab. Irgendwie musste Eisenhower auf den Neugierigen aufmerksam geworden sein und zitierte ihn zu sich.

Auf die Frage des Oberkommandierenden, was denn sein - also Karrs - Job sei, antwortete der Verdutzte nur: Er wäre Pressefotograf und habe zu fotografieren. Daraufhin forderte ihn der hohe Gast auf: „Na dann tun Sie doch Ihren Job.”

Dieser Aufforderung verdankte die Nachwelt die Fotos dieses Besuches, von dem eines hier abgebildet ist. Weitere interessante Fotos von Joseph D. Karr enthält das Buch „Eine Generation verabschiedet sich” von Jürgen Klosa aus Übach-Palenberg.