Übach-Palenberg: Neugestaltung des Übacher Zentrums: In drei Jahren zum neuen Rathausplatz

Übach-Palenberg: Neugestaltung des Übacher Zentrums: In drei Jahren zum neuen Rathausplatz

Es soll ja Zeitgenossen geben, die sich am liebsten den blauen Himmel ansehen, wenn sie durch unsere Welt spazieren, im Struwwelpeter wurde ihnen in Person des Hans Guck-in-die-Luft ein literarisches Denkmal gesetzt. Achtung, Spoiler: Der Protagonist plumpst am Ende in einen Kanal.

Würde die Geschichte in Übach-Palenberg spielen, liefe wahrscheinlich alles darauf hinaus, dass Hans Guck-in-die-Luft sich den Rathausplatz aus allernächster Nähe ansähe. Lose Pflastersteine, Bodenwellen und Teerflicken fügen sich nicht nur zu einem gruseligen Bild, sondern auch zu gefährlichen Stolperfallen zusammen. Gerade Senioren sollen hier schon böse hingefallen sein, wohlgemerkt ohne dass sie in die Luft guckten. Überliefert ist etwa der Sturz eines 87-Jährigen, er musste anschließend wochenlang an der verletzten Hand behandelt werden.

Zwingende Maßnahmen

Wer derlei Klagen an verantwortlicher Stelle vortrug, wurde stets darauf hingewiesen, dass die Verwaltung im Hintergrund ein Konzept erarbeitet, um Abhilfe zu schaffen. Dieses liegt nun vor und wird am Donnerstag im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung (Beginn um 17 Uhr) erstmals diskutiert werden. Sicher ist: Es wird sich vieles verändern, und zwar auch oberhalb und unterhalb des Pflasters.

Die Vorlage der Verwaltung umfasst Maßnahmen, die man im Rathaus als „zwingend“ betrachtet, und solche, bei denen sich mehrere Möglichkeiten eröffnen. Definitiv verschwinden soll demnach der Brunnen im Südteil des Platzes, da er „marode und wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben“ sei. Das obenauf sitzende Kunstwerk „Op et Mölke“ der Bildhauerin Krista Löneke-Kemmerling könnte abmontiert und anderswo aufgestellt werden. Auch die Platanen im westlichen Bereich, im Zuge von sogenannten Pflegemaßnahmen ohnehin zu unansehnlichem Gestrüpp verunstaltet, sollen weg. Als gesichert darf ferner gelten, dass der Rathausplatz nicht länger ein großer Parkplatz sein wird.

Vor diesem Hintergrund sei an das Parkraumkonzept erinnert, das die Verwaltung bereits im November vorgestellt hat. Die Politik verschob eine Entscheidung damals. Die Stadtverordneten wollten zunächst einmal wissen, wie der neue Rathausplatz aussehen könnte.

Ein neuer Brunnen

So viel zu den Elementen, die verschwinden. Doch natürlich soll auch Neues entstehen: Spielmöglichkeiten für Kinder, ein „Verweilplatz“ außerhalb des Biergartens, frisches Grün und ein neuer Brunnen. Die Bauarbeiten könnten, aufgeteilt in zwei Bauabschnitte, in den Jahren 2019 und 2020 stattfinden. Wenn es exakt so kommt, und dies ist angesichts des frühen Zeitpunkts sicherlich noch unter deutlichem Vorbehalt zu sehen, hätte Übach-Palenberg in plusminus drei Jahren einen neuen Rathausplatz. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro, wovon mindestens eine Million aus Fördermitteln bestritten werden könnte. Hinzu käme die Umsetzung des Parkraumkonzepts. Eine Umsetzung in vollem Umfang würde weitere 557.000 Euro kosten.

Abbindung der Herderstraße

Ein großer Teil der bevorstehenden Diskussionen dürfte sich um die Verkehrsführung drehen. Nicht umsonst schlägt die Verwaltung hier zwei Varianten vor. Die erste sieht vor, den Verkehr am westlichen Rande des Platzes entlangzuführen. Vor dem Rathaus flösse kein Verkehr mehr. Eine Abbindung der Herderstraße wäre zusätzlich möglich, die Carolus-Magnus-Straße könnte zu einer Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Carlsplatz gemacht werden.

Die zweite Variante hingegen würde den Verkehr komplett um den Platz herumgeführen, und zwar ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn. Auch hier wäre zusätzlich eine Abbindung der Herderstraße und eine nur noch in eine Richtung zu befahrende Carolus-Magnus-Straße möglich, aber nicht zwingend notwendig.

Die Verwaltung ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die erste Variante in Sachen Aufenthaltsqualität, Gastronomie und Umweltentlastung vorne läge, die zweite Variante käme wohl der Baustellenführung und dem Wohnumfeld entgegen. Der „Ausprägung einer Stadtteilkultur“, der Verkehrssicherheit und dem Verkehrsfluss sei indes mit beiden Varianten gleichermaßen gedient, heißt es.

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