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Neues Löschgruppenfahrzeug für Feuerwehr Boscheln

Neues Löschgruppenfahrzeug : Boschelner Wehr bestens gerüstet

Es gibt immer so ein paar Zahlen, die beeindrucken: 400.000 zum Beispiel, ungefähr diese Summe muss man aktuell in etwa ausgeben, um ein wirklich gut nutzbares Feuerwehrauto anzuschaffen.

20 ist auch eine dieser Zahlen, denn die Endung ist für die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr in Übach-Palenberg die Zahl, die im Fachjargon hinter dem „LF“ für Löschgruppenfahrzeug steht. Und 3500 ist auch eine Zahl, mit der bei der offiziellen Einweihung des neuen LF 20 für die Löschgruppe Boscheln am Samstagnachmittag fiel. So viele freiwillige Kameraden in der Feuerwehr waren zumindest im Geiste dabei, meinte Kreisbrandmeister Klaus Bodden, als das neue Einsatzfahrzeug offiziell in Dienst gestellt wurde.

„Dennoch ist es kein Fahrzeug für die Feuerwehr, es ist immer ein Fahrzeug für die Bürger“, betonte Bodden. Denn die Fahrzeuge – heutzutage technisch hoch anspruchsvolle Gerätschaften – dienen der Hilfe und der Sicherheit der Menschen. Dass es dabei auch schon einmal länger dauern kann mit der Beschaffung von neuem Gerät, wissen nicht nur die Boschelner, die immerhin 21 Jahre auf ihr neues Fahrzeug warteten. „Wir fahren in der Regel mit Fahrzeugen rum, die 30 oder 35 Jahre alt sind“, erklärte Bodden und betonte auch, dass eigentlich niemand mit so altem Werkzeug arbeite. „Jeder Bürger erwartet von uns, dass wir schnell helfen“, sagte er, und dann sei eine Neuanschaffung natürlich Gold wert.

Insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklung von Gewerbe und Industrie in Übach-Palenberg sei es daher lobenswert, dass nun das inzwischen vierte Fahrzeug dieser Art angeschafft wurde.

Löschgruppenführer Sascha Söffken hatte abseits der gut besuchten Einweihungsfeier noch einen Grund mehr parat. „Jetzt haben alle Löschgruppen im Stadtgebiet fast identische Fahrzeuge, das ist vor allem dann von Vorteil, wenn wir über Tag Einsätze fahren, dann kann man sich auch unter Feuerwehrleuten verschiedener Löscheinheiten viel besser helfen“, sagte er. Gemeint ist damit, dass die Fahrzeuge früher sehr unterschiedlich ausgerüstet waren und man das Fahrzeug eigentlich kennen muss, um im Einsatzfall schnell handeln zu können. Mit einheitlichen Fahrzeugen, die sich vielleicht nur in Details unterscheiden, sei das viel einfacher zu handhaben.

Mehrere Wochen Einarbeitung seien ohnehin nötig, um ein neues Wehrauto wirklich gut nutzen zu können, betonte auch Wehrleiter Detlef Mäntz. Die Hersteller setzten dabei immer auf die neueste Technik, und das bedeute auch, dass die Maschinisten immer wieder geschult werden müssen. „Man kann gar nicht so schnell beschaffen, wie die Hersteller ihre Fahrzeuge ändern“, erklärte Mäntz dazu.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch freute sich, dass trotz der weiterhin angespannten Haushaltslage es gelungen sei, diese Investition in die Sicherheit zu tätigen. „Sie, liebe Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr, sind uns diese Anstrengungen wert“, betonte er, „denn ohne unsere Freiwillige Feuerwehr wäre es schlecht bestellt um die Gefahrenabwehr und um das bürgerschaftliche Miteinander unserer Stadt“. Und dabei gäbe es für Menschen, die ihre Freizeit in den Dienst am Nächsten stellen, natürlich immer nur die Prämisse, denen zu helfen, die im Notfall helfen. „Das ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern ein Beruf“, machte auch Pfarrer Stephan Rüssel deutlich, der die Einweihung übernahm. „Und nur, wenn man eine Berufung hat, dann kann man auch an sieben Tagen pro Woche, 52 Wochen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit sein“, sagte er.