Geilenkirchen: Neues Leitsystem in der Bahnhofshalle hilft Sehschwachen

Geilenkirchen: Neues Leitsystem in der Bahnhofshalle hilft Sehschwachen

Im Rahmen der Sanierung und des Umbaus des Geilenkirchener Bahnhofs haben die Stadt Geilenkirchen und deren Behindertenbeauftragter Heinz Pütz gemeinsam ein Konzept entwickelt, einen barrierefreien Zugang zum Gebäude zu ermöglichen.

Bei der Umsetzung fand neben dem Einbau vollautomatischer Türen nachträglich ein „taktiles Leitsystem” Berücksichtigung, dass Sinnesbehinderten und Menschen mit anderen Beeinträchtigungen die Möglichkeit einräumt, den Fahrkartenschalter, die Bäckerei und das Fastfood-Restaurant im Bahnhof problemlos zu erreichen.

Dazu wurden auf dem Boden in der Empfangshalle Hinführungslinien und Aufmerksamkeitsfelder aufgebracht, die sich mit dem Stock ertasten lassen. „Das sind Anhaltspunkte, um den Weg zu finden”, erklärt Heinz Pütz. Die Hinführungslinien würden in den Bereich münden, der für alle zugänglich sein müsse, also den Verkaufsbereich der Betriebe. Das im Geilenkirchener Bahnhof angewendete System werde nun erstmals im Kreis Heinsberg umgesetzt.

Eine auf derartige Markierungen spezialisierte Firma aus Hannover hat das auf Kunststoff basierende Material geliefert, das dann nach Anleitung von den Mitarbeitern des Geilenkirchener Bauhofes mit einem Kleber aufgebracht wurde. Bei der Umsetzung der Barrierefreiheit habe man in bestehende Gebäudesubstanz eingegriffen, was nicht leicht sei.
„Hier sieht man ein gelungenes Beispiel dafür, dass in vernünftiger Zusammenarbeit die Barrierefreiheit realisierbar ist”, freut sich der Behindertenbeauftragte der Stadt Geilenkirchen.

Doch es gibt Ausnahmen. Die fehlende Erreichbarkeit von Gleis 2 für Rollstuhlfahrer bleibt ein Mangel, bemerkt Heinz Pütz. „Darüber wie auch über das Aufstellen von Ruhebänken”, sagt Gebäudemanager Andreas Eickhoff, „werden derzeit Verhandlungen mit der Deutschen Bahn geführt.”

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