Geilenkirchen: Neuer Schein soll das Parken erleichtern

Geilenkirchen: Neuer Schein soll das Parken erleichtern

Nicht jeder Mensch mit einer Behinderung kann einen der bekannten blauen Ausweise bekommen, mit denen eine Schwerbehinderung angezeigt und das Parken auf entsprechenden Flächen erlaubt ist. Darum weisen Dirk Beemelmanns vom Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung und der Behindertenbeauftragte Heinz Pütz darauf hin, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch ein orangefarbener Parkausweis bei der Stadtverwaltung beantragt werden kann.

„Der Ausweis kann für schwerbehinderte Menschen ausgestellt werden, die gewisse Voraussetzungen erfüllen“, so Beemelmanns. Maßgeblich sind dafür die im Amtsdeutsch so genannten „Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen“, bestimmte Grade von Funktionsstörungen des Herzens und der Atmungsorgane, sowie weitere Behinderungen. Empfohlen wird vom Amt, den individuellen Fall prüfen zu lassen. „Es wird nach Aktenlage entschieden“, so Dirk Beemelmanns, das bedeutet natürlich auch, dass die beim Amt vorliegenden Unterlagen, auch wenn sie beispielsweise schon einige Jahre alt sind, als Entscheidungsgrundlage dienen.

Wird grünes Licht für den orangefarbenen Schein gegeben, dann dürfen die berechtigten Personen zwar noch immer nicht die mit dem allgemeinen Rollstuhlsymbol gekennzeichneten Sonderparkflächen benutzen. „Dennoch gibt es Erleichterungen bei der Parkplatzwahl“, weiß Heinz Pütz. So dürfen Berechtigte — unter der Voraussetzung, dass in zumutbarer Entfernung keine Parkmöglichkeit besteht — an Stellen, an denen eingeschränktes Halteverbot angeordnet ist, bis zu drei Stunden parken.

Im Bereich eines Zonenhalteverbots ist es mit dem orangefarbenen Ausweis möglich, ohne Knöllchen die zugelassene Parkdauer zu überschreiten, gleiches gilt an Stellen mit beschränkter Parkzeit. An Parkscheinen und Parkautomaten darf ohne Gebühr und zeitliche Begrenzung geparkt werden, an Bewohnerparkplätzen bis zu drei Stunden lang und in verkehrsberuhigten Bereichen darf außerhalb der gekennzeichneten Flächen geparkt werden.

Bei all diesen Erleichterungen, die nach erfolgreichem Antrag möglich sind, handelt es sich übrigens nicht um ein Weihnachtsgeschenk der Stadtverwaltung. Vielmehr wird damit eine landesweit gültige Verordnung umgesetzt. „Das heißt auch, dass die orangefarbenen Parkausweise in ganz NRW in allen zutreffenden Bereichen eingesetzt werden können“, schließt Dirk Beemelmanns. Sind die Voraussetzungen zum Erwerb erfüllt, muss das Dokument einfach nur bei der zuständigen Verwaltung am jeweiligen Wohnort beantragt werden.

(mabie)
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