Summ, summ, summ: Neuer Imkerverein in Geilenkirchen

Summ, summ, summ : Neuer Imkerverein in Geilenkirchen

In einer klassischen weißen Imkerjacke und mit Handschuhen, Hut und Schleier geschützt nimmt Hobby-Imker Alexander Schneider aus Geilenkirchen vorsichtig eine Wabe nach der anderen aus seinem Bienenstock am Rand eines blühenden Rapsfeldes. Seine Frau beruhigt die Bienen sanft mit Rauch aus einem Edelstahl-Smoker. Auf jeder Wabe sitzen zahlreiche Bienen: Nur einzelne Tiere fliegen herum, die Mehrzahl bleibt entspannt sitzen.

„Er kontrolliert den Schwarm und sucht nach der Königin“, erklärt Hermann-Josef Schmitz, Gründungsmitglied des neuen Imkervereins in Geilenkirchen, der sich Ende des Jahres zusammengefunden hat. „Aktuell leben rund 40.000 Bienen in einem Stock. Ihre Anzahl kann im Sommer noch auf bis zu 60.000 ansteigen“, erklärt der pensionierte Soldat und Hobby-Imker. Schließlich lege die Buckfast Königin jeden Tag zwischen 1.500 und 2.000 Eier, bereits 21 Tage später würden die Bienen dann schlüpfen. „Die Buckfast ist bekannt für ihre Friedlichkeit, Schwarmträge und die hohen Erträge“, verrät der Geilenkirchener. „Da ist sie ja“, meldet sich Alexander Schneider zu Wort und deutet auf eine größere Biene mit einem roten Punkt auf dem Rücken. Die rote Markierung zeige, dass die Königin aus dem vergangenen Jahr stammt. In diesem Jahr werden alle Königinnen grün markiert.

„Eine Königin kann bis zu sieben Jahren alt werden“, erzählt Hermann-Josef Schmitz, der sich jede Woche um seine sieben Bienenstöcke kümmert. Ein deutlich kürzeres Leben würden allerdings die Arbeitsbienen haben. „Die Winterbienen leben bis zu sechs Monate, aber im Sommer werden die Arbeitsbienen nur rund vier Wochen alt“, so der Experte.

Die Königin ist größer als die Arbeitsbienen und trägt einen roten Punkt auf dem Rücken. Sie kann bis zu sieben Jahre alt werden. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Mit dem neuen Imkerverein wurde eine Lücke geschlossen. „Wir hatten vorher keinen eigenen Verein in der Stadt, nur in Übach-Palenberg“, so Schmitz. Die Mitglieder wollen mit Ruhe und ohne Störungen ihrer Freizeitbeschäftigung nachgehen und sich dabei mit Rat und Tat gegenseitig unterstützen. Der Verein zählt heute 18 Mitglieder, zur Gründungsversammlung waren es noch acht.

„Sechs Mitglieder sind dabei wie Familie Schneider Spätaussiedler aus Russland“, führt Hermann-Josef Schmitz aus. In Russland sei es auf dem Land Tradition, hinter dem Haus seine eigenen Bienen zu halten. „Da gibt es viel Fachwissen und Erfahrung“, so der Imker. Daher wurde in dem Verein auch eine Sonderabteilung für Spätaussiedler etabliert. „Die Sonderabteilung hat Sitz und Stimme im Vorstand“, erklärt Schmitz. Dies sei eine mindestens kreisweite, wenn nicht gar bundeslandweite Besonderheit in ihrer Satzung.

Bis zu 60.000 Bienen leben in einem Schwarm zusammen. Foto: ZVA/Michèle-Cathrin Zeidler

Wer sich den Imkern in Geilenkirchen anschließen möchte, ist herzlich willkommen und kann sich unter der Telefonnummer 02451/959941 beim Verein melden.  „Unsere Mitglieder sind handverlesen. Wir wollen keine Vereins-Hopper“, stellt Hermann-Josef Schmitz allerdings klar. Aus diesem Grund gebe es auch eine Probezeit von sechs Monaten für neue Mitglieder.

Zur Unterstützung seiner Mitglieder verfügt der Verein über zwei Bienensachverständige, darunter auch ein anerkannter Königinnenzüchter. „Um sicher zu gehen, dass nur die gewünschte Bienenart bei der Anpaarung der Königin vor Ort ist, fährt man dafür auf eine Inseln“, erzählt Hermann-Josef Schmitz. Nur einmal in ihrem Leben muss eine Königin angepaart werden, danach legt sie bis zu ihrem Tod Eier.

„Noch fehlt uns im Verein ein Honigsachverständiger“, sagt der Imker. Allerdings habe er schon einen erfahrenen Kollegen für eine solche Weiterbildung ins Auge gefasst. „Die erste Honigernte werden wir Mitte Mai machen“, so Schmitz. Dann sei auch Schauschleudern auf der Nabu-Streuobstwiese in Stahde geplant. „Wir wollen aufklären, das Gespräch mit Landwirten suchen und Kindern die Angst vor Bienen nehmen“,  so Schmitz. Das Bewusstsein in der Bevölkerung müsse sich ändern: „Wir brauchen die Bienen.“

Mehr von Aachener Zeitung