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„Four Places“: Neue Kunstausstellung im Haus Basten

„Four Places“ : Neue Kunstausstellung im Haus Basten

Vier noch recht neue Mitglieder des Vereins GK-KULTURgut! zeigen ihre Werke. Sie alle sind der Leinwand verpflichtet, aber mit sehr unterschiedlichen Techniken.

„Four Places“ vereint die Werke von vier Künstlern des Vereins GK-KULTURgut! in einer Ausstellung. Brigitte Schneider, Manuela Vossen, Achim de la Haye und Friedhelm Kötter zeigen Kunstwerke im Haus Basten, die alle der Leinwand verpflichtet sind, aber mit sehr unterschiedlichen Techniken auf den Bildträger gebannt wurden. Der Vorsitzende von GK-KULTURgut!, Willi Arlt, hieß zur Vernissage viele Kunstfreunde in der guten Stube der Stadt Geilenkirchen willkommen. Ebenso freute sich Geilenkirchens Bürgermeisterin Daniela Ritzerfeld darüber, das GK-KULTURgut! mit dieser Ausstellung das Kulturprogramm der Stadt Geilenkirchen wieder einmal bereichert.

Die Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges hatte sich im Vorfeld der Ausstellung intensiv mit den Arbeiten der vier ausstellenden Künstler befasst und ließ bei der Vernissage die Besucher an ihren Eindrücken teilhaben. Die Kunstschaffenden, so Simon-Tönges, seien noch nicht so lange Mitglieder des Vereins. Was die vier Künstler eine, sei, dass sie schon als Kind gemalt hätten und sie in einer frühen Phase ihres Lebens den Drang erkannt hätten, kreativ zu sein. Simon-Tönges: „Häufig kommt die Inspiration für die eigene Malerei aus der Faszination für vergangene Stile oder einzigartige Künstler.“ So liebe es Friedhelm Kötter, in einem geometrischen Stil zu malen, der Anklänge an den Kubismus zeige. Dies könnten ungegenständliche Kompositionen sein oder auch figurative Darstellungen. Kötter verwende gerne starke, kräftige Farben und gestalte Figuren- und Raumdarstellungen, in die er zahlreiche geometrische Formen einbringt. Simon-Tönges: „Dabei ist nicht zu übersehen, dass er sich gerne von der kubistischen Malerei Pablo Picassos inspirieren lässt oder auch, weniger offensichtlich, von den bühnenartigen und sehr erzählerischen Gemälden des Leipziger Malers Neo Rauch.“

Auch Brigitte Schneider lasse sich von Künstlern, Stilen und einzelnen Werken inspirieren. Die Malerin arbeite gerne mit einer traumartigen Bildsprache. „In ihren Gemälden wirkt alles sehr luftig und leicht“, erläuterte die Kunsthistorikerin den Gästen. „Es sind fast ausnahmslos zarte, fast flüchtige Wesen, die sie zeigt.“ Unbeschwerte Momente verspreche ein Gemälde mit einem wunderschönen Rückenakt, bei dem Brigitte Schneider sich an dem Fotografen Man Ray orientiert habe, der 1924 seine Freundin Kiki de Montparnasse als sitzenden Rückenakt fotografiert habe. Während bei Brigitte Schneider alles wie hingehaucht wirke, sehe der Betrachter bei Manuela Vossen eher das Gegenteil.

„Sie arbeitet mit starken, gesättigten Farben, ihre Bilder sind eher laut und meist heiter.“ Manuela Vossen zeigt in der Ausstellung „Four Places“ unter anderem Städte-Collagen, die Paris, New York und London thematisieren. Simon-Tönges: „Dabei verbindet sie malerische Elemente mit collagierten Bildern aus Magazinen und Ready-Mades wie Auto-Kennzeichen.“ Ihre abstrakte Malerei bezeichnet Manuel Vossen gerne als „Stimmungsbilder“. Auch Achim de la Haye experimentiert gerne mit Farben und Lacken und „weiß nicht immer, wie sich die Farben zueinander verhalten und wie das Bild am nächsten Tag aussieht.“ Er streiche und sprühe die Farbe auf die Leinwand, lasse sie verlaufen, übermale wieder und überlasse somit vieles dem Zufall. Der Künstler werde im Malprozess beeinflusst von Erinnerungen an bestimmte Szenen. Simon-Tönges: „Mein Empfinden: In diesen Zeiten, die von geopolitischen Krisen bestimmt werden, ist es eine Wohltat, in diesen Gemälden kleine Orte der Ruhe zu finden.“

Wer diese „Orte der Ruhe“ aufsuchen möchte, findet sie im Haus Basten in Geilenkirchen, Eingang Friedlandplatz. Die Ausstellung ist bis zum 4. Dezember donnerstags von 16 bis 19 und sonntags von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.