Übach-Palenberg: Närrische Ungereimtheiten: Narren durften feiern

Übach-Palenberg: Närrische Ungereimtheiten: Narren durften feiern

Am Landgericht ging es am Mittwoch auch darum, welche Veranstaltungen zuletzt in der Stadthalle stattgefunden haben und welche nicht. Denn G. soll nicht allzu viel auf das Fehlen der Konzessionen gegeben haben. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes zählte neun Veranstaltungen auf, die zwischen dem 11. März und dem 7. Oktober 2017 ohne behördliche Erlaubnis in der Stadthalle stattgefunden hätten.

Die Stadtverwaltung hätte dies dann als zusätzlichen Grund betrachtet, die Konzessionen zu verweigern: G. sei zu unzuverlässig. Bei den genannten Veranstaltungen hat es sich nach Informationen unserer Zeitung zumindest teils um türkische Hochzeiten gehandelt.

Doch es gab weitere Veranstaltungen, die in der Aufzählung fehlten wie ein Blick ins Archiv unserer Zeitung beweist, zum Beispiel die Galasitzung der ÜPKG am 4. Februar dieses Jahres und der Karnevalistische Seniorennachmittag der Lustigen Marienberger Jekken 15 Tage später. „Wieso durften Veranstaltungen der Karnevalsvereine stattfinden?“, fragte der sichtlich aufgebrachte Beklagte G. die Leiterin des Ordnungsamts. „Meines Wissens ist Ihnen keine Erlaubnis erteilt worden. Uns ist keine Veranstaltung angezeigt worden“, behauptete sie.

Doch ist das die ganze Wahrheit? Womöglich wurde G. in der Tat keine solche Erlaubnis erteilt, dafür aber den Vereinen selbst. Der Vorsitzende der ÜPKG, Hans Josef Offermanns, sagte am Donnerstag zu unserer Zeitung, dass ihm die Veranstaltung der Galasitzung in Form einer „Tageskonzession“ genehmigt worden sei. Lange Zeit habe der Termin in der Schwebe gehangen, „doch auf den letzten Drücker durften wir rein“.

Die Stadt bestätigte am Donnerstag auf Nachfrage zunächst nur, dass man für den 4. und den 5. Februar jeweils eine Karnevalsveranstaltung „ausnahmsweise und nach Rücksprache mit der Nachbarschaft“ genehmigt habe. Erst auf abermalige, konkrete Nachfrage hin gab sie zu, auch den Marienberger Jekken „ausnahmsweise und nach Rücksprache mit der Nachbarschaft“ eine Gestattung erteilt zu haben. Anschließende Beschwerden habe es in keinem der Fälle gegeben.

Dieses Jahr jedenfalls ist die ÜPKG ins CMC ausgewichen. Schweren Herzens, wie Hans Josef Offermanns betont. Die Stadthalle sei optimal gewesen, die Zusammenarbeit mit Stadthallenbesitzer W. immer sehr gut gelaufen. Doch er hätte es nicht verantworten können, wieder so lange im Unklaren zu bleiben.

(jpm)