Geilenkirchen: Nach Wechsel zu Grünen: Eggert will wieder Sozialdemokrat sein

Geilenkirchen: Nach Wechsel zu Grünen: Eggert will wieder Sozialdemokrat sein

Überraschung bei der Geilenkirchener SPD: Als sich in dieser Woche die Fraktion zur routinemäßigen Sitzung im Rathaus traf, begehrte urplötzlich ein alter Bekannter Einlass.

Wer an der Arbeitssitzung für alle überraschend teilnehmen wollte, war Uwe Eggert, der seinen langjährigen politischen Weggefährten vor zweieinhalb Jahren völlig überraschend nach 39 Jahren das rote Parteibuch vor die Füße geworfen und sich den Grünen zugewandt hatte.

Doch die Sozialdemokraten verwehrten ihrem ehemaligen Parteifreund den Zutritt zum Fraktionsraum. Immerhin hatte er im Jahr 2015 nicht nur die Seiten gewechselt, sondern auch mit Kritik nicht gespart. „Weitgehende Untätigkeit“ hatte er den Genossen vorgeworfen. Wörtlich sagte er damals: „Die SPD erweckt den Anschein, ein müder Haufen zu sein.“

Bei den Grünen hatte sich Eggert dann zunächst mächtig ins Zeug gelegt, in seiner neuen politischen Heimat schien er sich pudelwohl zu fühlen. Bereits zweieinhalb Monate nach Eintritt in die Partei wurde das ehemalige SPD-Urgestein zum Fraktionsgeschäftsführer der Grünen gewählt. Auch kündigte er bereits frühzeitig eine Kandidatur bei den Kommunalwahlen im Jahre 2020 im Blumenviertel an.

Doch die politische Schaffenskraft in den Reihen der Grünen hielt bei Uwe Eggert nicht lange: Kurzerhand erklärte er jetzt seinen Austritt aus der Partei und bandelte wieder mit den Genossen an. Seinen Aufnahmeantrag gab er allerdings nicht beim Geilenkirchener SPD-Parteichef Marko Banzet ab, sondern vertraute ihn seinem PC an.

Der Aufnahmeantrag ging online an die Parteizentrale. Das war für Eggert möglicherweise Grund genug zu glauben, es sei wieder alles im Lot, und er erschien überraschend zur Fraktionssitzung. Doch seine ehemaligen Parteifreunde sehen das ganz anders. Die SPD-Parteioberen reichten das Ansinnen von Uwe Eggert nach unten weiter, denn bei den Sozialdemokraten haben die Ortsverbände ein Mitspracherecht, wenn es um die Aufnahme von Mitgliedern geht.

Im Ortsvereinsvorstand war man sich in Bezug auf Uwe Eggert schnell einig. Bei einer Enthaltung stimmte der Parteivorstand jetzt einstimmig gegen die Aufnahme des Ehrenringträgers der Stadt Geilenkirchen. Von unserer Zeitung auf die Gründe angesprochen, wollte Parteichef Marko Banzet „kein Öl ins Feuer gießen“, wie er es ausdrückte, und sagte zu dem Thema nicht mehr.

Er erklärte lediglich, dass Eggert ein Einspruchsrecht habe. Wenn dann der Ortsverband erneut gefragt werde, müsse er seine Argumente für die Nichtaufnahme darlegen. Banzet hofft, dass es dazu nicht kommen wird. Er ist kein Mann, der in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche waschen will.

Auch Grünen-Parteichef Jürgen Benden äußert sich nur knapp: „Das Gastspiel von Uwe Eggert bei den Grünen war recht kurz. Wir Grünen konnten die Erwartungen von Herrn Eggert nicht erfüllen. Es ist wie bei einer Geschäftspartnerschaft oder bei einer Ehe: Man muss früh genug erkennen, wenn eine Partnerschaft zu Ende geht.“ Der vollzogene Schnitt sei für beide Seiten das Beste: „Wir Grünen arbeiten immer im Team, deshalb hinterlässt der Einzelne keine allzu große Lücke. Die Aufgaben sind wichtiger als Personen.“

Als Eggert vor zwei Jahren seine Genossen urplötzlich verlassen hatte, wollte er sein Mandat als sachkundiger Bürger im Bauausschuss mit zu den Grünen nehmen. Doch Grünen-Chef Jürgen Benden zeigte sich als fairer politischer Gegner und forderte Eggert auf, das Mandat an die SPD zurückzugeben. Im Gegenzug bot er ihm ein solches Mandat von den Grünen an. Von nun an saß Eggert also mit dem Mandat der Grünen als sachkundiger Bürger im Bauausschuss. Diese Partei hat Eggert verlassen, sein Mandat hat er behalten. In dieser Woche allerdings saß er fernab der Grünen neben Gabi Kals-Deußen (Für GK!).

Gerüchte, nach denen sich Eggert der Bürgerliste anschließen wollte, kann Bürgerlisten-Parteichef Helmut Gerads nicht bestätigen: „Mit uns hat kein Gespräch stattgefunden.“

Auf Anfrage unserer Zeitung war Uwe Eggert zu keiner Stellungnahme bereit.

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