Geilenkirchen: Nach Brandschutzübung: Viele Fragen offen

Geilenkirchen: Nach Brandschutzübung: Viele Fragen offen

Für eine lange Diskussion sorgte im Geilenkirchener Stadtrat ein Brief der Elternpflegschaft der Grundschule (KGS) Teveren, der auf Antrag der Grünen zusätzlich auf die Tagesordnung genommen wurde. In dem Brief geht es um eine Brandschutzübung in der Schule, die — so die Elternpflegschaft — Sicherheitsmängel gezeigt habe.

So sei eine Klasse erst fast vier Minuten nach dem Alarm evakuiert worden. Deutlich erschwert wurde die Diskussion dadurch, dass nur wenige Ratsmitglieder den Inhalt des Briefes kannten. Aus diesem Grund hatte Gabriele Kals-Deußen die Beratung vertagen wollen, war mit dem Einwand aber gescheitert.

Lautstärke von 110 Dezibel

Eindeutig war die Haltung der Verwaltung, die Beigeordneter Markus Mönter vortrug. Er teilte die Besorgnis der Eltern und vieler Ratsmitglieder nicht. Der Brandschutz werde seit Jahren an allen Schulen modernisiert, wobei jetzt die Grundschulen an der Reihe seien. Würde man Änderungen in Teveren sofort vornehmen, wie es der Brief verlange, müsse man andere Schulen zurückstellen.

Eine solche Dringlichkeit sei für Teveren nicht gegeben, jede Klasse habe zwei Evakuierungswege, die Alarmierung erfolge durch den Hausmeister mit einer Handsirene, deren Lautstärke von 110 Dezibel ausreiche. Es sei Sache der Schulleitung sicherzustellen, dass bei einem Ausfall des Hausmeisters eine andere Person mit der Alarmierung betraut wird. Eine Möglichkeit, den Brandschutz durch bauliche Veränderungen zu verbessern, gebe es derzeit auch wegen fehlender Fördermöglichkeiten nicht. „Für die Schule in Teveren gibt es keinen akuten Handlungsbedarf“, so lautete das Fazit des Beigeordneten.

Etwas wirre Diskussion

„Wenn Gefahr im Verzug ist, muss man sofort handeln“, hielt Rainer Jansen (Grüne) dem entgegen. Ein besseres als das vorhandene Warnsystem sei schon für 1000 bis 2000 Euro zu haben. Das sahen andere Ratsmitglieder ebenso wie die Verwaltung anders. In der wegen fehlender Grundinformationen etwas wirren Diskussion zeigten alle ihren guten Willen bis hin zum Bürgermeister, der sich vor Ort in der Schule informieren will.

Die Frage von Karola Brandt (Bürgerliste), ob nicht Brandmelder für alle Räume Vorschrift seien, blieb unbeantwortet, und die mangelnde Kompetenz des Rates in der Brandschutzfrage beschrieb Manfred Schumacher (CDU) mit der Feststellung: „Der Rat kann nicht die Hausaufgaben der Feuerwehr machen“. Das, was sich in den einzelnen Wortbeiträgen herausschälte, fasste schließlich Stefan Mesaros (Für GK) in dem Satz zusammen: „Da müssen Fachleute ran!“

Aufgegriffen wurde die Diskussion nochmals am Ende der Ratssitzung in der Einwohner-Fragestunde. Nicole Weiß, Schulpflegschaftsvorsitzende in Teveren, erinnerte daran, dass die Schule schon seit 2007 immer wieder eine Verbesserung des Brandschutzes anmahne. Bei der jüngsten Brandschutzübung habe eine komplette Klasse den Alarm nicht gehört, stellte sie fest. Die Verwaltung sei da anders informiert, so Markus Mönter.

Der Alarm sei gehört, aber falsch interpretiert worden.

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