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Selfkant: „Müll-Touristen” suchen Schnäppchen

Selfkant : „Müll-Touristen” suchen Schnäppchen

Im Selfkant durfte wieder mächtig aufgeräumt werden, denn der Sperrmüll wurde von der Müllabfuhr eingesammelt.

Doch bevor die Müllmänner zu Werke gehen konnten, kamen ihnen die „Müll”-Würfe zuvor. Ein wahrer Müll-Tourismus hat sich im Selfkant entwickelt. Immer häufiger werden Auswärtige gesichtet, die mit Kleinlastwagen, Auto-Anhänger, Mopeds und Fahrrädern den Selfkant auf der Suche nach „wertvollem” Müll durchstreifen.

In Süsterseel treffen wir einen Mitfünfziger aus Sittard, der einen blauen, alten Kadett mit Anhänger steuert und dessen Kleidung nicht gerade an einen Kaufmann erinnert. Für ihn seien, so sagt er, nur altes Eisen, Kupfer und Zink interessant; er gehöre nicht zu denjenigen, die Behältnisse umstülpten und den „wertlosen” Müll über die ganze Straße verteilten.

Eine 13-jährige Jugoslawin und ihre Mutter durchkämmen den Selfkant mit ihren Fahrrädern auf der Suche nach Radios und Fernsehern, Computern, Monitoren, Rasierapparaten und Fönen, halt nach allen elektrischen und elektronischen Gegenständen.

Die junge Jugoslawin ist hoch erfreut, als sie eine alte Kaffeemaschine sichtet: „Mein Vater wird sie reparieren und dann zu unseren Verwandten nach Jugoslawien schicken.”

Eef Pfennings und die Brüder Kai und Kevin Piette aus Millen zählen zwar nicht zu den Müll-Touristen, aber mit dem Erlös aus dem Verkauf von Alteisen bessern sie ihr Taschengeld auf. Denn auf einem nahgelegenen Schrottplatz in Sittard erhalten sie pro Kilo Eisen sechs Cent, für ein Kilo Aluminium 60 Cent und für ein Kilo rotes Kupfer 1,35 Euro.

Das Sammeln von Sperrmüll ist legal und dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden. Doch einige Menschen aus anderen Gemeinden und gar aus den Nachbarländern bringen den Müll statt ihn zu holen. Und dies ist natürlich nicht legal.

Diese Vorkommnisse sind dem Selfkant-Kämmerer Werner Jans auch schon zu Ohren gekommen, es lasse sich aber kaum verhindern. Trotz allem meint Werner Jans: „Wir finden wesentlich weniger wilden Müll in Wald und Flur, als zum Beispiel die umliegenden Gemeinden, die ein anderes Sperrmüllabholverfahren haben.”