Mögliche Bürgermeisterkandidatin bei den Geilenkirchener Grünen

Frühlingserwachen der Grünen : Daniela Ritzerfeld blickt auf „Nach-Georg-Schmitz-Ära“

Jürgen Benden begrüßte im Namen der Geilenkirchener Grünen die Gäste zum politischen Frühjahrserwachen im Bürgertreff Geilenkirchen. Benden bestritt den ersten von drei Redebeiträgen, die von dem Duo Amirie musikalisch begleitet wurden. Daniel Freund war aus Aachen gekommen, um bei den Besuchern Werbung für die anstehende Europawahl zu machen.

Aus Immendorf war die designierte Bürgermeisterkandidatin der Parteivorstände von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Bürgerliste, Daniela Ritzerfeld, gekommen, um ihre Ideen darzulegen für die Nach-Georg-Schmitz-Ära. Daniela Ritzerfeld stellte zunächst klar, dass sie noch keinen Wahlkampf betreibe, da ihre Nominierung als Bürgermeisterkandidatin erst noch bevorstehe. Derzeit habe sie einen Status, der es ihr nicht erlaube, aktiv Wahlkampf zu betreiben. Es handle sich lediglich um eine Vorstellungsrundreise durch die politische Landschaft der Stadt Geilenkirchen, die sie derzeit unternehme. Erst im September/Oktober würden die Mitglieder der Geilenkirchener Parteien über sie als gemeinsame Bürgermeisterkandidatin abstimmen.

Ritzerfeld verwies in ihrer „Noch-nicht-Wahlkampf-Rede“ darauf, dass ihre berufliche Vita als Verwaltungsbeamtin in der Kreisverwaltung, wo sie eine „vielleicht nicht schlechte“ oder doch sogar „ganz gute“ Arbeit geleistet habe, inzwischen bei allen im Saal bekannt sei. Für den Fall, dass sie einmal Bürgermeisterin der Stadt Geilenkirchen werden würde, so Ritzerfeld, habe sie einen Traum. Das klinge vielleicht etwas sentimental, aber ihr Traum sei es, dass die Parteien im Rat sachlich miteinander umgehen und arbeiten und dabei von der Verwaltung unterstützt werden. Mehr Sachlichkeit sei ihr langfristiger Traum. Sie habe die Hoffnung, dass man dann nicht mehr in der Presse Berichte lesen müsse, die die Frage „Was ist denn da los gewesen?“ aufwerfen würden. Geilenkirchen müsse zukunftsfähig gemacht werden. Das Quartierszentrum Bauchem sei ein gutes Beispiel dafür, wie dies geschehen könne, da stimme sie Jürgen Benden voll und ganz zu. Das Zusammenleben von Jung und Alt sei in Zeiten der Singularisierung des Alters wichtig. Die Digitalisierung der Verwaltung nannte Ritzerfeld als weitere Aufgabe, die das Team im Rathaus, so wie sie es bisher kennengelernt habe, sicher mittragen würde.

Jürgen Benden hatte in seiner Rede einige Aspekte Grüner Ratsarbeit in Geilenkirchen dargelegt. Modernisierung und Baulückenschließen statt immer mehr Baugebiete ausweisen, nannte er als einen Punkt der politischen Arbeit. Die Förderung der Vereine müsse in Absprache mit diesen erfolgen. Benden nannte als Beispiel die Bundesmittel in Höhe von 1,02 Millionen Euro, die für die Sportstätte Bauchem vorgesehen seien und hoffentlich in Maßnahmen fließen würden, die zuvor mit den Bürgern abgesprochen worden seien. Der Europakandidat für die Region, Daniel Freund, griff in seiner Rede ein Thema auf, das auch Jürgen Benden schon angesprochen hatte. Benden hatte darauf verwiesen, dass den EU-Ländern 50 bis 70 Milliarden Euro durch aggressive Steuervermeidung verloren gehen würden, Geld, das auch vor Ort fehle. Freund korrigierte die Milliarden-Summe noch einmal nach oben. Den Gästen des politischen Frühlingserwachsens berichtete er unter anderem von seinem Aufgabenschwerpunkt, der Aufklärung von Korruption und Vetternwirtschaft in der Europäischen Union.

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