Geilenkirchen-Rischden: Modell-Flug-Club Ikarus feiert Jubiläum mit fliegerischen Kunststücken

Geilenkirchen-Rischden : Modell-Flug-Club Ikarus feiert Jubiläum mit fliegerischen Kunststücken

Mit einem zweitägigen Jubiläumsflugtag feierte der Modell-Flug-Club Ikarus Geilenkirchen sein 60-jähriges Bestehen. Erfreulich viele interessierte Besucher hatten sich auf den Weg zum Modellflugplatz am Ikarusweg in Rischden gemacht.

Pinkfarbene, selbstverständlich von den Clubmitgliedern selber gebastelte Flugzeuge wiesen den Gästen den Weg zum abseits der Wohnbebauung im Feld gelegenen Fluggelände. Dort haben die Modellflugfreunde beste Voraussetzungen, um ihr Hobby in luftiger Höhe ausleben zu können. Die Faszination des Modellflugs steckte am Wochenende sicherlich viele Besucher an. Sind doch die Flugbewegungen oft tollkühner, als es in einem echten Flieger ratsam wäre. Allen voran zeigten die Hubschrauberpiloten, dass oben nicht unbedingt dort sein muss, wo der strahlend blaue Himmel voller weißer Wölkchen hing.

Ein Hubschrauber der polnischen Policija startete beim Jubiläumsflugtag. Die deutsche Polizei hielt sich im Hintergrund und ließ die „Kollegen“ abheben. Foto: Dettmar Fischer

Zum Jubiläum hatte der Modell-Flug-Club Ikarus sogar hohen Besuch eingeladen. Die First Lady persönlich machte den Jubilaren ihre Aufwartung. Den Titel First Lady trägt Simone Zunterer in der Männer-Domäne Modell-Flug durchaus zu recht. Weltweit ist die junge Modell-Hubschrauber-Pilotin aus Köln eine von nur fünf Frauen, die ihr Hobby so ernsthaft betreiben, dass ihr über die sozialen Netzwerke eine große Schar an Fans folgt. In zwei Wochen wird Simone Zunterer zu einem Modell-Flugtag in die USA, wo sie nach Deutschland die meisten Follower hat, reisen. Doch zuvor stand Rischden im prall gefüllten Terminkalender. Achim Mathieu, 2. Ikarus-Vorsitzender, war froh, Simone Zunterer für den Jubiläumsflugtag seines Clubs gewonnen zu haben. Sie bereicherte mit ihren Darbietungen ein Flugprogramm, das von Clubmitgliedern und Fliegern befreundeter Vereine bestritten wurde.

Simone Zunterer ist die First Lady unter den Modell-Fliegern. Weltweit hat sie eine große Fangemeinde. Foto: Dettmar Fischer

Vom Hubschrauber über Doppeldecker bis zu Jets war alles vertreten, was es an flugtauglichen Modellen derzeit gibt. Die First Lady hat sich in der Szene einen Namen gemacht, indem sie ihre Flugerfahrungen ins Netz stellt und indem sie abenteuerliche Flugsituationen mit einer 360-Grad-Kamera festhält und teilt. „Ich experimentiere sehr gerne“, sagte Simone Zunterer, „und mit dieser Kamera wirkt ein Looping so, als würdest Du im Heli sitzen.“ Achim Mathieu hatte alle Videos von ihr gesehen und konnte nur bestätigen, dass sich beim Anschauen der Mageninhalt nach oben drängt, wenn der Heli den Looping fliegt, genau wie im richtigen Leben.

Der 1. Vorsitzende des Modell-Flug-Clubs Ikarus, Thomas Nacken, ist selber ein versierter Modell-Hubschrauber-Pilot. Mit seinem Modell Black Thunder gab er beim Jubiläumsflugtag eine Kostprobe seines in vielen Jahren erworbenen fliegerischen Könnens.

Nacken steuerte den Heli so gekonnt, dass die Zuschauer, die die Flugmanöver aus einem sicheren Drahtverhau aus beobachteten, die Augen nicht abwenden konnten. Faszinierend waren die Wendemanöver in der Luft und auch die Szene, als Thomas Nacken seinen Black Thunder kopfüber dermaßen dicht über den Rasen kreisen ließ, dass die Rotorblätter den Rasen eingekürzt hätten, wenn dies nicht schon vor dem Flugtag geschehen wäre — eine falsche Bewegung und der Heli hätte sich selber geschreddert. Solche fliegerischen Kunststücke sollten Anfänger tunlichst unterlassen. Doch wer wollte, durfte beim Jubiläumsflugtag auch selber mal die Fernbedienung in die Hand nehmen. Im Schüler-Lehrer-Flug konnten erste Flugversuche am weiten blauen Himmel unternommen werden.

Jason traute sich, und Achim Mathieu, der die Moderation der Flugvorführungen übernommen hatte, meinte nur: „Keine Angst, die Dinger wollen fliegen.“ Die „Dinger“ waren Flieger einfacher Sorte, die selbst bei einem Absturz leicht zu reparieren sind. Jason meisterte seine erste Flugstunde, dank Unterstützung durch seinen Lehrer Darius aber bravourös, auch wenn der Schüler Niederländisch und der Lehrer nur Deutsch sprach. Am Abend wurden noch Flugdarbietungen mit beleuchteten Modellflugzeugen geboten, die ebenfalls dazu beitrugen, dass das Hobby Modellflug etwas populärer wird. Jeder, der sich für dieses Hobby interessiert, ist eingeladen, auf den Flugplatz in Rischden zu kommen. Bei gutem Wetter sind stets nach Feierabend oder am Wochenende Modell-Piloten vor Ort.