Übach-Palenberg: Mit Lidl kommt auch der Verkehr: Kreuzung wird aufgerüstet

Übach-Palenberg: Mit Lidl kommt auch der Verkehr: Kreuzung wird aufgerüstet

Zu Zeiten der alten Römer waren Viadukte das Nonplusultra zeitgemäßer Verkehrsführung, man kam schnell auf ihnen voran, und vielleicht wollten die Bauherren auch ein bisschen angeben. Was den Römern ihre Viadukte waren, ist den heutigen Kommunalpolitikern der Kreisverkehr.

Wo immer zwei Straßen Gefahr laufen, sich zu kreuzen, soll einer her. Wer ein bisschen Geld übrig hat, stellt dann zum Beispiel noch einen Löwen drauf, so wie die Baesweiler. Kreisverkehre verheißen eine bessere Welt, in ihr muss man nicht mehr an der Ampel stehen, sondern jagt lustvoll seine E-Klasse durchs Rund. Einfach gut.

Die Boschstraße (linkes Bild) ist zurzeit eine Sackgasse, nun soll ein Durchstich auf die Roermonder Straße geschaffen werden. Am Kreisverkehr L225/B57n hingegen sind keine Maßnahmen notwendig. Allerdings wird der Verkehrsfluss sich von der Bestnote sehr gut auf befriedigend verschlechtern. Fotos (3): Jan Mönch Foto: Jan Mönch

Das Problem: Kreisverkehre sind teurer als piefige Ampelkreuzungen, und, was im vorliegenden Falle das Entscheidende ist, sie nehmen ziemlich viel Platz weg. Deshalb wird es da, wo Friedrich-Ebert-Straße und Roermonder Straße sich kreuzen, am nordöstlichen Ende von Übach-Palenberg also, weiterhin keinen Kreisverkehr geben. Dafür aber eine aufgerüstete Kreuzung, die den beträchtlichen Verkehrsströmen eine bessere Durchlässigkeit verschafft. Das verspricht ein Verkehrsgutachten, dessen Empfehlungen nach allem, was man hört, mit ziemlich großer Sicherheit umgesetzt werden.

In Auftrag gegeben wurde das Gutachten von Lidl, wodurch es gleich doppelt interessant wird. Denn erstens zeigt es auf, wie stark das Verkehrsaufkommen in Übach-Palenberg mittelfristig zunehmen und wie sich dies auf die Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Roermonder Straße und einige weitere umliegende Knotenpunkte auswirken wird. Und anhand dessen, zweitens, lässt sich zumindest erahnen, wie gewaltig das ist, was der Konzern im zukünftigen Industriegebiet Drinhausen-Süd plant. Laut dem Gutachten ist mit einer Zunahme des Verkehrs um mehr als 6000 Fahrten täglich zu rechnen (die zum Teil durch die Erweiterungen in Weißenhaus verursacht werden). Nicht jeden wird das freuen. Die gute Nachricht aber ist: Nach der Umsetzung einiger mittelmäßig spektakulärer Eingriffe soll der Verkehr problemloser fließen als es heute der Fall ist. So jedenfalls prognostizieren es die beauftragten Verkehrsspezialisten.

Friedrich-Ebert-Straße/Roermonder Straße: Hier besteht ohnehin schon Ausbaubedarf, zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr wird der heutige Verkehrsfluss als ungenügend bewertet. Daher soll von der nördlichen Zufahrt der Roermonder Straße her ein weiterer Linksabbiegerstreifen Richtung Baesweiler führen und ein weiterer Rechtsabbiegerstreifen in die entgegengesetzte Richtung. Eine intelligente Ampelsteuerung vorausgesetzt, soll der Verkehrsfluss zu den Stoßzeiten dann ausreichend (morgens) beziehungsweise mangelhaft sein (mittags und nachmittags) — das klingt nicht berauschend, wäre aber immerhin besser als jetzt.

Friedrich-Ebert-Straße/David-Hansemann-Straße: Auch hier besteht bereits heute Handlungsbedarf. Sowohl von Norden als auch von Süden her soll daher je ein Fahrstreifen ergänzt und der Verkehr durch eine intelligente Ampel gesteuert werden. Schon heute wird der Verkehrsfluss zu den Stoßzeiten nur mit ausreichend bis mangelhaft bewertet, in Zukunft wäre er befriedigend (morgens), mangelhaft (mittags) oder ausreichend (nachmittags), insgesamt also eher etwas besser als heute.

Roermonder Straße/Anbindung West: Hier ist die Anbindung an das Industriegebiet gemeint, die naturgemäß noch nicht existiert. Es soll eine Ampel her, der Verkehrsfluss wäre morgens befriedigend und mittags sowie nachmittags gut. Ferner wird es eine östliche Anbindung des Industriegebiets auf die Hubertusstraße geben. Hier werde aber nur so wenig Verkehr fließen, dass eine Berechnung gar nicht notwendig ist, heißt es.

Roermonder Straße/Boschstraße: Dieser Knotenpunkt existiert ebenfalls noch nicht, bekanntlich ist die Boschstraße eine Sackgasse. Das Gutachten empfiehlt aber einen Durchstich auf die Roermonder Straße. Ampeln regeln den Verkehr. Der Verkehrsfluss wäre zu den Stoßzeiten jeweils befriedigend. Sinn und Zweck wäre es, einen Teil des Verkehrs an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Roermonder Straße vorbeizuleiten.

Weitere Knotenpunkte im Umkreis wurden untersucht, an denen aber keine Maßnahmen notwendig seien, da die zukünftige Verkehrsqualität auch nach Fertigstellung des neuen Industriegebiets mindestens ausreichend sei. Untersucht wurden die Knotenpunkte Friedrich-Ebert-Straße/ B57n (künftige Qualität des Verkehrsflusses befriedigend bis ausreichend), David-Hansemann-Straße/ Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Straße (sehr gut bis gut), Friedrich-Ebert-Straße/ Boschstraße (gut bis ausreichend).