Geilenkirchen: Mit der Kostenkeule gegen den Bürgerwald

Geilenkirchen: Mit der Kostenkeule gegen den Bürgerwald

In manchen Städten spricht man von einem Bürgerwald. In Geilenkirchen spricht man derzeit über ein „Erstkonzept zu städtischen Pflanzflächen für gestiftete Bäume“. Grundsätzlich, so sind sich die Fraktionen längst einig, soll solch eine Fläche auf Antrag der Grünen ausgewiesen werden. Nur wo, war bisher die Frage.

Jetzt hatte die Verwaltung dem Bauausschuss ein Konzept für die Bestimmung von städtischen Flächen zur Anpflanzung von gespendeten Bäumen vorgelegt. Demnach sollen im Wurmauenpark neun Obstbäume, elf Weiden, fünf Erlen und vier Säulenstieleichen gepflanzt werden können.

Der Limitenweg in Süggerath soll Standort für 17 Obstbäume werden, an der Brückenstraße in Leiffarth sollen acht Säulenstieleichen gepflanzt werden können. Da es sich nicht um ein zusammenhängendes Gebiet handelt, kann also nicht von einem „Bürgerwald“, sondern nur von Pflanzflächen gesprochen werden.

Deshalb sagte Daniel Bani-Shoraka, sachkundiger Bürger der Grünen: „Wir sind nicht glücklich, dass wir keine zusammenhängende Fläche haben, sind aber auch mit diesem Konzept einverstanden.“ Für die CDU meinte Barbara Slupik: „Es muss allerdings für die Stadt kostenneutral sein.“

Das sah Daniel Bani-Shoraka anders. „Ein Baum wächst und wird ein wertvoller Baum. Der ist ein Gewinn. Außerdem sind wir immer noch eine der waldärmsten Kommunen.“ Geilenkirchen solle sich als bürgerfreundlich und ökologisch zeigen und als naturnahe Stadt präsentieren, forderte Grünen-Fraktionschef Jürgen Benden. „Wenn man aber die Kostenkeule schwingt, ist der Bürgerwald tot. Ich möchte keinen Bürgerwald für Reiche haben, ich möchte einen Bürgerwald für alle haben“, sagte er.

Die Diskussion entstand aufgrund der von der Verwaltung vorgelegten Kostenkalkulation: Sie rechnet mit 450 Euro Kosten je Baum, während in der Nachbarkommune Übach-Palenberg eine Pauschale von 75 Euro je Baum erhoben wird. Das Thema wurde auf die nächste Ratssitzung vertagt. Benden hofft, dass man sich auf einen guten Mittelweg einigt.

(st)
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