AZ App

Millionen-Investition für Milchpulverwerk

Von: rh/mabie
Letzte Aktualisierung:
6259783.jpg
Babynahrung aus Übach-Palenberg: 30 Millionen Euro werden hier investiert. Copyright: imago/Niehoff Foto: imago/Niehoff

Übach-Palenberg. Die Bielefelder Vitamol Aktiengesellschaft plant in der Randlage Übach-Palenbergs ein Werk für Babymilchpulver. Sollte die Stadt die Voraussetzungen für die Ansiedlung schaffen, will Vitamol rund 30 Millionen Euro investieren und zunächst 46 Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen. Die Säuglingsnahrung soll von der in Gründung befindlichen Vitamol GmbH hergestellt werden, wie Geschäftsleiter Martin Wilke auf Anfrage mitteilte.

Dafür ist der Ankauf einer Gewerbefläche von 25.105 Quadratmetern Größe vorgesehen, auf der an fünf Wochentagen in drei Schichten produziert werden soll. „Es geht um ein Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro“, bestätigte der Vitamol-Vorstand in Bielefeld.

Momentan sei man dabei, die Finanzierung zu komplettieren. Büros zur Realisierung der Investitionspläne will das Unternehmen zunächst im Carolus-Magnus-Centrum (CMC) beziehen. „Das Milchpulver aus Übach-Palenberg wird speziell für die Märkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, China und Vietnam hergestellt“, sagte Wilke.

Das von Vitamol bevorzugte Gelände liegt in der Verlängerung der heutigen Boschstraße im Gewerbegebiet Weißenhaus. Ein Areal, das vor einigen Jahren für die heute prosperierende Schokoladenfabrik vorgesehen war. Von einer Vorprüfung spricht Martin Wilke, wenn er den Zustand des Verfahrens beschreibt. „Das teils erschlossene Grundstück muss fest an uns vergeben sein, bevor wir den Bauantrag einreichen“, erklärt der Geschäftsleiter, der auf den entsprechenden Beschluss des Stadtrates wartet, der für den 9. Oktober vorgesehen ist.

Bis zum Jahresende würden die Planungspapiere im Rathaus vorliegen, rechnet Martin Wilke den Zeitaufwand hoch. Rund 18 Monate später soll das Werk „Vitamol Übach GmbH“ in Weißenhaus stehen. Neben Fertigungsstätten in Frankfurt/Oder und Magdeburg hat sich das Unternehmen für Übach-Palenberg entschieden, weil dort im großen Radius die Versorgung mit Kuhmilch durch Landwirte gesichert sei. 15 hat das Unternehmen in Option. Parallel dazu soll die Nahrungspulver-Produktion aus Kamelmilch – in den Niederlanden gewonnen – anlaufen und gesteigert werden.

Für das Werk in Weißenhaus muss die vorhandene Straße ausgebaut, verbreitert werden. Über diese Trasse fließen nach Aufnahme der Herstellung werktäglich in der Zeit von 5 bis 16 Uhr acht Milchtankzüge von je rund 14 Tonnen Gewicht. Das Pulverprodukt verlässt einmal pro Tag in Containern auf einem 30-Tonnen-Lkw das Werk. Das sollen in der Erstausstattung im Dreischichtbetrieb 44 Festangestellte und zwei Auszubildende leisten.

Die Vitamol-Arbeitsgemeinschaft, die als Spezialist für Milchpulver firmiert und auch Kamelmilchpulver im Programm führt, hat international 35 Mitglieder. Ingenieure aus der Schweiz gehören ebenso dazu wie dänische Spezialisten in Maschinen- und Anlagenbau und chinesische Großhändler. Die Vitamol AG ist Verkäufer der Idee, in Übach-Palenberg soll die Vitamol GmbH Nutzer von internationalen Lizenzen sein.

Der Grund, warum gerade für diesen Markt in Vorderasien und Asien produziert wird, sind die weltweit unterschiedlichen Rezepturen. So weiß man über Kontakte zu chinesischen Großhändlern, dass die Inhaltsstoffe speziell für den deutschen Markt produzierter Ware nicht für den chinesischen Markt geeignet sind.

Die Laktose ist ein Punkt, der in asiatischen Ländern mit vermehrter Laktoseunverträglichkeit eine Rezeptur ändern kann. Zudem gebe es Unterschiede im Nährwertgehalt, der in der EU geringer sei als in asiatischem Babymilchpulver.

Das Ziel heißt, in Übach-Palenberg eine kleine und flexible Produktion einzurichten, die unabhängig von Molkereien sind. Auch könne durch die ausgelagerter Produktion für die Zielmärkte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, China und Vietnam erreichen, dass es nicht zur Vermischung kommt. So könnten die Verbraucher sicher sein, dass nur für sie bestimmte Rezepturen ankommen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert