Übach-Palenberg: Mehgenerationenhaus und Obdachlosenhilfe: Kooperation trägt Früchte

Übach-Palenberg : Mehgenerationenhaus und Obdachlosenhilfe: Kooperation trägt Früchte

Wenn Marion und Uschi die Köpfe zusammenstecken, dann kommt garantiert was Gutes dabei heraus: So könnte man die Zusammenarbeit zwischen Marion Dalmisch vom Mehrgenerationenhaus (MGH) am Palenberger Bahnhof und Ursula „Uschi“ Hartmann vom Verein „Obdachlosenhilfe — Gemeinsam für Menschen in Not“ auch zusammenfassen. Wer beide schon mal an einem Tisch erlebt hat, spürt gleich, dass an diesen Worten viel Wahres dran ist. Denn hier fließt nicht nur Energie, hier sind Synergien unterwegs, die beiden Institutionen helfen.

„Win-Win kann man das natürlich auch nennen“, sagt Marion Dalmisch mit ihrer offenen und sympathischen Art. Sie freut sich, dass das Miteinander ihr bei der täglichen Arbeit sehr hilft. „Ohne Uschi und ihr Team könnten wir manche Sachen gar nicht anbieten“, sagt Marion Dalmisch.

Ein Beispiel ist das regelmäßige Kochen mit und für die Nutzer des Städtischen Jugendzentrums im MGH. Da wird nicht nur gegessen, was auf den Tisch kommt, da wird auch selbst gekocht. „Das macht Spaß und zeigt den jungen Leuten, dass nicht alles aus der Dose oder vom Imbiss kommen muss“, ergänzt Uschi Hartmann lächelnd.

Die Zutaten dafür sind aber nicht nur der Einsatz für die freiwillige Jugendarbeit, sondern auch durchweg gespendete Nahrungsmittel oder von Spenden an den Verein eingekaufte Lebensmittel, die zu köstlichen Mahlzeiten werden.

„Das bringt die Leute, die kochen und essen, nicht nur zusammen an einen Tisch“, weiß Hartmann. Es sorgt auch dafür, dass Kinder und Jugendliche erleben, wie es ist, gemeinsam ein Essen vor- und zuzubereiten. „Es ist in der heutigen Zeit mit Eltern, die meistens beide arbeiten, nicht unbedingt selbstverständlich, das Zuhause zu erleben“, sagt Marion Dalmisch.

So wird Kochen und den Teller bis zum letzten Stückchen leer essen auch zum sozialen Futter, das den Menschen guttut. Und genau das wollen Marion Dalmisch und Uschi Hartmann erreichen: Beide sind zwar eher spezialisiert auf ihre Tätigkeitsbereiche, doch haben sie immer das gemeinsame Ziel des sozialen Miteinanders im Auge.

Pläne für weitere Zusammenarbeit

„Ich habe aber im Moment noch einen Wunsch: Dass wir während der Sommerferienspiele im Jugendzentrum durchgehend Obst anbieten können und ein gemeinsames Frühstück hinbekommen“, führt Hartmann aus. Der Plan ist, das an allen 15 Tagen, also letztlich drei Wochen lang, in der Ferienspiel-Zeit anzubieten. Dazu braucht es aber Geld: Eine wirklich große Summe ist es nicht, aber bei dem engen Budget, mit dem das MGH arbeitet, und bei den rein aus Spenden finanzierten Möglichkeiten des Vereins trotzdem eine Aufgabe.

Fragt man Uschi Hartmann nach dem „Wieviel?“ setzt sie rund 250 Euro an. „Damit kommen wir aus, und können den Kindern während der dreiwöchigen Ferienspiele tolle Mahlzeiten in toller Atmosphäre anbieten“, schließt sie.

Doch damit nicht genug: Pläne für weitere Kooperationsmöglichkeiten werden gemeinsam mit Sandra Lenzen von der Obdachlosenhilfe schon umgesetzt. So startet im September ein aus Spendenmitteln des Vereins finanzierter Kurs zur Hundetherapie für Kinder. „Es geht dabei um soziale Kompetenz. Kinder entwickeln Selbstwertgefühl und sammeln positive Erfahrungen“, sagt Marion Dalmisch.

Schon zu Studienzeiten hat sie an diesem Konzept gearbeitet, ihre Diplomarbeit hat sie über „Pet Support“, wie es in der Fachsprache der Soziologen heißt, geschrieben. Und da auch mit erfahrenen Partnern und ausgebildeten Tieren gearbeitet wird, gibt es hier ein wirklich hochkarätiges Angebot, das allerdings ohne die finanzielle Unterstützung durch den Verein der Obdachlosenhilfe nicht möglich wäre. „Sowas kostet natürlich etwas“, bemerkt Marion Dalmisch.

Genaue Termine stehen zwar noch nicht fest, aber im September soll das Angebot starten. Festgelegt ist allerdings schon der dritte aktuelle Termin, der aus der Kooperation der beiden Einrichtungen entstanden ist. Denn am Sonntag, 2. September, wird es zwischen 14 und 18 Uhr einen Open-Air-Tobetag mit Mitwirkung des im MGH verankerten Vereins „FUNtasie“ und der Obdachlosenhilfe geben.

Dann gibt es Spiel, Spaß und Spannung auf dem Hof vor dem Lager des Vereins in der Marienberger Schulstraße.

Familienfreundliche Preise für die ebenfalls angebotene Verpflegung sichern die Organisatorinnen schon jetzt zu.

Und dass dabei vielleicht auch wieder neue Ideen herumkommen, das ist ja auch schon fast sicher. Schließlich haben Marion und Uschi spätestens dann wieder die Chance, ihre Köpfe zusammenzustecken.

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