Übach-Palenberg: „Meditation im Advent“: Harfenistin Elena Janzen in Übach

Übach-Palenberg: „Meditation im Advent“: Harfenistin Elena Janzen in Übach

Sanfte Harfenklänge, die ein Engel seinem Instrument entlockt — sind dies die himmlischen Sphären? Nein, wir befinden uns in der Pfarrkirche St. Dionysius in Übach, und der „Engel“ tritt in Gestalt von Harfenistin Elena Janzen in Erscheinung, einer in Russland geborenen und in St. Petersburg diplomierten Konzertdarstellerin und Musikpädagogin.

Im Namen der Liturgiewerkstadt und des Chores „TonArt“ begrüßte sie Chorleiter Herbert Günther zur alljährlichen „Meditation im Advent“. An die Wand projiziert wird das Gemälde eines Engels mit einer Laute, und Felicitas Wassen, Mitglied der Liturgiewerkstatt, erläutert: „Der Advent ist die Zeit der vertrauten Lieder, in denen sich Sehnsucht und Hoffnung entfalten.“

Außergewöhnlicher Klangteppich

In elegantes Schwarz gekleidet, hat die Harfenistin hinter ihrem 104 Jahre alten Instrument Platz genommen, und nun legt sie dem Publikum einen außergewöhnlichen Klangteppich zu Füßen: „Wir sagen Euch an den lieben Advent“, „Es kommt ein Schiff geladen“ und „Tochter Zion“ verzaubern die Kirchenbesucher auf bravouröse Weise mit perlenden Klängen.

Wieder folgen Worte der Liturgiewerkstatt: „Auf dem Bild verbinden sich zwei Welten — die himmlischen Sphären und die Welt der Musik. Beide unsichtbar, doch im Klang der Musik für den Menschen erfahrbar.“ Erahnen können die Zuhörer dies, als gleich darauf Hasselmans „La Source“, op. 44, auf der Harfe meisterhaft zu Gehör gebracht wird. Es löst mit seiner wunderschönen Melodie unwillkürlich Schwingungen in der „Seele“ vieler Zuhörer aus, so dass sie in sich versunken die Augen schließen.

„Schweige und höre auf die Musik und die Stimme Gottes — vielleicht merkst Du, dass Frieden auf Erden denkbar ist“, rezitiert Felicitas Wassen, und das Lied „Kündet allen in der Not“ füllt vielstimmig die mächtigen Mauern des Kirchenschiffs. Ihm schließt sich Elena Janzen mit „Hark! The Herald Angels sing“, „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Leise rieselt der Schnee“ so kunstvoll an, dass man meint, den Schnee leise fallen zu hören.

Es erscheint ein neues Gemälde: König David mit Krone und Harfe, Macht und Poesie darstellend, was die an der Wolga geborene Harfenistin mit Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ berührend zum Ausdruck bringt.„Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist“ meldet sich jetzt wohlklingend und besinnlich der Chor zu Gehör, auf dem Piano begleitet von Herbert Günther. Still wird es bei Pachelbels „Kanon in D-Dur“, und die Zuschauer staunen, wie flink und fingerfertig die Hände der Konzertharfenistin über die Saiten gleiten.

Wieder ein neues Gemälde: Eine singende Frau. Es symbolisiert Maria, schwanger, die das „Magnificat“ singt: Ein Lied, das von der Barmherzigkeit Gottes kündet, die allen Menschen gilt, daher singen es alle Kirchenbesucher gemeinsam. Die Melodie des „Ave Maria“ von Bach und Gounod einem ergriffen und in sich versunken lauschenden Publikum „erlebbar“ zu machen, gelingt Elena Janzen schließlich auf ihrem aus Tannenholz gefertigten Instrument, und erst nach minutenlanger Stille schließt sich der Chor mit „Und meine Seele singt“ sowie einem Solo von Verena Günther an.

Das i-Tüpfelchen vor dem nicht endenwollenden Applaus setzt die Harfenistin mit Thomas‘ „Watching the Wheat“ und einem Medley von irischen und walisischen Liedern. Begeisterte Ovationen waren der verdiente Lohn für die großartige Leistung aller Beteiligten.

Chor und Liturgiewerkstatt gestalten am Heiligen Abend um 23 Uhr einen Wortgottesdienst im Seniorenheim St. Josef, Übach. Dazu sind interessierte Besucher herzlich eingeladen.